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14.01.2010

06:59 Uhr

Investment-Banking

Commerzbank hat schwarze Null im Blick

VonRolf Benders, Hans G. Nagl

Ein Jahr nach der Fusion mit der Dresdner Bank erwartet die Commerzbank die Trendwende für das gemeinsame, deutlich verkleinerte Investment-Banking. Coba-Vorstand Michael Reuther rechnet sogar schon in diesem Jahr wieder mit Gewinnen. Analysten zeigten sich von der positiven Einschätzung überrascht.

Auf dem Weg zur Trendwende: Die Commerzbank spricht bereits wieder von Gewinnen. Quelle: dpa

Auf dem Weg zur Trendwende: Die Commerzbank spricht bereits wieder von Gewinnen.

NEW YORK/FRANKFURT. „Wenn die Märkte mitspielen, ist es durchaus möglich, dass wir schon 2010 in der Investmentbank eine schwarze Null schreiben“, sagte der zuständige Commerzbank-Konzernvorstand Michael Reuther dem Handelsblatt am Rande einer Investorentagung mit 60 deutschen Konzernen in New York.

Bislang hatte das Institut einen operativen Gewinn der zuletzt verlustträchtigen Einheit von gut 800 Mio. Dollar erst für 2012 in Aussicht gestellt. Das Jahr 2010 habe etwa im Hinblick auf Anleiheemissionen gut begonnen, sagte Reuther nun. Zudem würden sich die Einsparungen aus der Zusammenlegung der Institute in den nächsten zwölf Monaten deutlich bemerkbar machen. Offen sei allerdings, welche Belastungen aus Kreditausfällen noch auf die Kapitalmarktabteilung des Kreditinstitutes zukämen.

Die Integration der Investmentbank der Dresdner Bank, deren Vollübernahme vor einem Jahr angekündigt worden sei, habe man weitgehend abgeschlossen, sagte Reuther. Der 2006 von der Deutschen Bank zur Commerzbank gewechselte Jurist hat die Abteilung „Corporates & Markets“ nach der Fusion deutlich verschlankt. Von rund 3 200 Stellen in der Kapitalmarktsektion sind bislang noch 1 850 geblieben, rund 200 sollen noch wegfallen. Die IT-Systeme sollen in den nächsten Monaten zusammengelegt werden. Der risikoreiche und in der Vergangenheit verlustträchtige Eigenhandel wurde weitgehend eingestellt. Die problematischen Kreditpapiere aus der Finanzkrise werden in einer separaten Einheit abgebaut.

Durch die Fusion habe die Commerzbank die Kapitalmarktexpertise der Dresdner Bank im Dollarraum und viele Kontakte zu institutionellen Kunden in den USA hinzugewonnen, sagte Reuther. Nun gehe es darum, die neue, allein auf Kundengeschäft ausgerichtete Strategie der Bank auch im Auslandsgeschäft umzusetzen. „Wir sehen uns in der Poleposition, wenn es darum geht, deutsche Firmen in den USA zu betreuen. Schließlich sind wir mit großem Abstand Marktführer im Geschäft mit deutschen Firmenkunden“, sagte er. Die Chancen seien groß, weil die Landesbanken außerhalb der Bundesrepublik ihr Geschäft deutlich reduzieren würden und sich Auslandsinstitute aus Deutschland zurückzögen.

Im Geschäft mit US-Kunden konzentriere man sich auf solche Firmen mit Deutschlandbezug oder Konzerne, mit denen man Kapitalmarktgeschäfte machen könne. Das inneramerikanische Kreditgeschäft habe sich als nicht profitabel erwiesen. Daher habe man alle Niederlassungen außerhalb New Yorks geschlossen. Die Zahl der US-Firmenkunden werde dadurch auf rund 200 von bislang 600 sinken.

Kommentare (1)

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EIn IT-Architekt

07.05.2010, 15:18 Uhr

Meine Prognose:

Nach der Übernahme und integration der Dresdner bank werden die iT KOSTEN der COMMERZbANK UNERWARTET HOCH bleiben. Die Ursachen dafür sind die bis zu 40 Jahre alten iT-Systeme, die sehr hohe betriebs- und Wartungskosten verursachen. insbesondere deshalb, weil sie eine neue Dimension von Last tragen müssen - die Daten aller Dresdner und Commerzbankkunden.

Das ist auch die Erfahrung vieler anderer Unternehmenszusammenschlüsse, gerade auch banken.

Meist werden angekündigte Ziele nicht erreicht, vor allem nicht in der iT.

Ganz im Gegenteil, oft steigen die betriebskosten der iT. Eingespart werden nur die Projektbudgets für neue Produkte, Vertriebsprozesse, usw. - also eigentlich an der falschen Stelle. Wichtige iT investitionen, um sich vom Wettbewerb abzusetzen und eine bessere Kundenbindung zu schaffen werden so verschoben, zugunsten einer "scheinbaren" Einsparung in der iT.

Gegeben der Commerzbank iT-Strategie, eine Migration der Dresdner bank iT auf die Commerzbank Alt-iT-Systeme, halte ich es für nicht möglich, die gesteckten Ziele auch nur annähernd zu erreichen.

Ein iT-Architekt

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