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05.01.2010

08:50 Uhr

Japans Banken

Sumitomo steht vor Milliarden-Kapitalerhöhung

VonFinn Mayer-Kuckuk

In Erwartung strengerer Eigenkapitalregeln überbieten sich Japans Banken bei der Ausgabe neuer Aktien. Die zweitgrößte Bankengruppe Sumitomo Mitsui will offenbar gut sechs Mrd. Euro durch die Ausgabe neuer Anteilsscheine einnehmen.

Sumitomo sammelt viel Geld ein. Quelle: ap

Sumitomo sammelt viel Geld ein.

TOKIO. Das berichtete am Dienstag die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei in Tokio. Das Geldhaus werde die Neuemission noch in diesem Monat bekanntgeben. "Bisher ist keine Entscheidung über eine Kapitalerhöhung gefallen", sagte ein Sprecher der Bankengruppe. Doch auch für Analysten ist eine neue Aufstockung der Eigenmittel nur eine Frage der Zeit.

Das Kapital würde heute den verschärften Regeln nicht genügen

Das bisherige Fundament der Bank gilt zwar derzeit gerade noch als solide, würde aber verschärften Regeln nicht genügen. Zuletzt hatte Marktführer Mitsubishi UFJ mit der Ausgabe neuer Aktien im Wert von 7,7 Mrd. Euro Aufsehen erregt.

Auf einem Gipfeltreffen im amerikanischen Pittburgh hatten die 20 wichtigen Industrienationen im vergangenen September in vagen Worten beschlossen, dass ihre Banken künftig mehr für Risiken vorsorgen sollen. Da die Eigenkapitalausstattung der japanischen Banken zuletzt ohnehin schlechter aussah als die der US-Konkurrenz, wagten sie trotz des schwachen Marktumfelds eine nach der anderen die Bitte um mehr Geld der Aktionäre. "Wenn die globalen Standards strenger werden, könnten sich selbst die bisherigen Kapitalerhöhungen als unzureichend erweisen", sagten Analysten der Credit Suisse.

Sumitomo Mitsui Financial Group (SMFG) hatte schon im Juni 2009 eine noch etwas höhere Summe aufgenommen als diesmal. Auch die Mitsubishi UFJ Financial Group hatte sich bereits bedient und drei Mrd. Yen mit frischen Papieren erlöst.

Analysten sehen in diesem Zusammenhang die Gefahr, dass mehr Anteilsscheine auf den Markt kommen, als der Markt aufnehmen kann. Bereits im Dezember hatte die Ankündigung der Kapitalerhöhung von Mitsubishi UFJ den Aktienindex Nikkei dauerhaft nach unten gezogen. Die Finanzgruppe erhielt nach Ablauf der Angebotsfrist nur 428 Yen pro Aktie - dies befand sich 14 Yen unter dem letzten Schlusskurs.

Die Kernkapitalquote der SMFG lag vor der ersten Kapitalerhöhung um fünf Prozent. Mit der Emission neuer Anteilsscheine im Wert von insgesamt 13 Mrd. Euro könnte dieser Wert auf sieben Prozent steigen. US-Großbanken wie JPMorgan Chase oder die Citigroup kommen trotz der Finanzkrise auf rund acht Prozent. "Wir werden die nötigen Schritte vollziehen, um Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit auch unter neuen Eigenkapitalregeln zu sichern", hatte SMFG-Chef Teisuke Kitayama im vergangenen Jahr gesagt - und damit die aktuelle Kapitalerhöhung praktisch bereits angekündigt.

Weniger zu hören war bisher von der drittgrößten japanischen Bankengruppe Mizuho. Das Institut scheint auf bessere Marktbedingungen zu warten und könnte daher schon bald nachziehen.

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