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07.01.2009

15:09 Uhr

Landesbanken

HSH Nordbank schüttet 70 Millionen Euro aus

Erst schlüpfte die HSH Nordbank unter den Finanzierungsschirm der Bundesregierung, jetzt zahlt das Finanzinstitut Ausschüttungen: Institutionelle Anleger wie Banken und Investmentfonds bekommen knapp 70 Millionen Euro. Die Landesbank will damit ihre langfristige Refinanzierung sichern.

HB DÜSSELDORF. Einen entsprechenden Beschluss habe die Hauptversammlung der Bank getroffen, sagte eine Sprecherin des Instituts. Mit Ausschüttungen bedient würden sogenannte atypische stille Einlagen, die vor allem von Banken, Versicherungen und Investmentfonds gezeichnet wurden. Das diene der langfristigen Sicherstellung der Geschäftsbeziehungen und der Refinanzierung der HSH Nordbank.

Die Ausschüttung der Bank stieß auf heftige Kritik des schleswig- holsteinischen FDP-Landesvorsitzenden Wolfgang Kubicki. „Das ist in keiner Weise nachvollziehbar, wenn bei der Bank gleichzeitig ein Milliardenverlust ins Haus steht“, sagte Kubicki. „Ich halte das für rechtswidrig.“ Dem widersprach die Sprecherin. Die Ausschüttung sei im Aufsichtsrat gründlich beraten und von einer Hauptversammlung im Dezember gebilligt worden. Dabei sei auch die rechtliche Zulässigkeit geprüft worden.

Detaillierte Informationen über die Lage der Bank sind vermutlich erst gegen Ende Februar zu erwarten. Die Wirtschaftsprüfer von KPMG, die noch einmal alle Kapitalmarktgeschäfte der Bank im Hinblick auf ihre Bilanzrisiken überprüfen, werden im Januar vermutlich keinen Zwischenbericht vorlegen, sagte die Sprecherin. Die Ergebnisse der Prüfung würden somit erst mit dem Abschluss für das gesamte Jahr 2008 gegen Ende Februar veröffentlicht.

Die HSH Nordbank AG war im Zuge der Finanzmarktkrise unter die Räder geraten und musste als eines der ersten Institute unter den Finanzierungsschirm des Bundes. Die Belastungen aus der Krise belaufen sich bislang auf mindestens 2,8 Milliarden Euro. Die Krise hatte den früheren Vorstandschef Hans Berger sein Amt gekostet und zur Rückbesinnung der Bank auf die norddeutsche Region und dem angekündigten Rückzug aus internationalen Geschäften geführt. Bis Ende Januar soll die Bank dem Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) ihr Geschäftsmodell vorstellen. Außerdem benötigt die Bank frisches Geld, um ein höheres Eigenkapital auszuweisen. Sie könnte jedoch auch ihre Bilanzsumme reduzieren, um ihre Kapitalisierung zu verbessern.

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