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15.01.2009

21:39 Uhr

Martin Blesssing

Commerzbank-Chef: Können uns Staatshilfen leisten

Commerzbank-Chef Martin Blessing geht in die Offensive: Sein Institut könne sich die milliardenschweren Staatshilfen leisten. Die Ertragskraft der Bank sei groß genug, so der Vorstandssprecher. Die Staatskredite seien auch nicht so teuer, wie sie auf den ersten Blick erscheinen.

Commerzbank-Chef Martin Blessing schämt sich für die erhaltene Staatshilfen nicht. Die Kredite kämen die Bank nicht so teuer zu stehen, wie allgemein gegelaubt würde, sagte der Vorstandsvorsitzende auf einem Neujahrsempfang am Donnerstagabend. Foto: dpa dpa

Commerzbank-Chef Martin Blessing schämt sich für die erhaltene Staatshilfen nicht. Die Kredite kämen die Bank nicht so teuer zu stehen, wie allgemein gegelaubt würde, sagte der Vorstandsvorsitzende auf einem Neujahrsempfang am Donnerstagabend. Foto: dpa

HB STUTTGART. „Die Ertragskraft der neuen Bank ist groß genug, das ganze Thema zu lösen“, sagte Blessing am Donnerstagabend auf dem Neujahrsempfang der amerikanischen Handelskammer Am-Cham in Stuttgart. Die vom Bund bereitgestellten Hilfen müssten zwar mit neun Prozent verzinst werden, was rechnerisch Kosten in Höhe von 1,5 Mrd. Euro entspreche. Tatsächlich belaufe sich die Nachsteuerbelastung für die Commerzbank nach Steuern jedoch nur auf 700 Mio. Euro, was einer Verzinsung von 4,5 Prozent entspreche.

Die Commerzbank werde zudem von der Eingliederung der Dresdner Bank profitieren. Die Integration „wird nicht einfach, aber wir kriegen das hin“, sagte Blessing. Er reagierte damit auf Bedenken von Analysten. Zuletzt hatte die Ratingagentur Moody's gewarnt, der Commerzbank könne es wegen der Zinszahlungen für die mehr als 18 Mrd. Euro umfassenden Hilfen des Bundes schwer fallen, in den nächsten Jahren Gewinne zu schreiben. Die Commerzbank plant im Zuge der Eingliederung der verlustträchtigen Dresdner Bank den Abbau von 9000 Stellen.

Blessing deutete nach dem fast fünf Mrd. Euro schweren Verlust des Branchenführers Deutsche Bank an, dass das vierte Quartal des vergangenen Jahres auch für die Commerzbank schlecht ausgefallen sei. Das Schlussquartal sei „nicht doll gelaufen“, sagte Blessing. Die Verluste bei der Deutschen Bank seien „kein singuläres Ereignis“. Am Jahresende 2008 habe die Commerzbank eine Eigenkapitalquote von mehr als neun Prozent gehabt, die Dresdner Bank von mehr als sechs Prozent. Die Kosten für die Steigerung der Eigenkapitalquote auf zehn Prozent von acht Prozent hätten sieben Mrd. Euro betragen. Mit zehn Prozent Eigenkapitalquote stehe die Commerzbank „gut da“ und könne 2009 durch die Finanzkrise kommen. Die Bank agiere vorsichtig. „Wir wissen nicht, was noch vor uns liegt“, sagte Blessing. Die Banken liehen sich derzeit gegenseitig kein Geld, weil sie nicht wüssten, ob sie es morgen brauchten.

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