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17.01.2010

09:00 Uhr

Rentable Bank

Handelsbanken umsteuert geschickt Risiken

VonHelmut Steuer

Der schwedische Finanzkonzern Handelsbanken zählt zu den rentabelsten Geldhäusern Europas. Die Strategie von Handelsbanken-Chef Pär Boman, sich auf den Heimatmarkt zu konzentrieren, ist aufgegangen. Traditionell meidet die Bank das Risiko – anders als die einheimischen Konkurrenten lässt sie darum die Krise in den baltischen Staaten kalt.

Handelsbanken-Chef Pär Boman kann sich in seiner vorsichtigen Strategie bestätigt sehen. (Quelle: pr) Pressebild

Handelsbanken-Chef Pär Boman kann sich in seiner vorsichtigen Strategie bestätigt sehen. (Quelle: pr)

STOCKHOLM. Weniger kann mehr sein: Selten passte dieser Leitspruch so gut wie bei dem schwedischen Finanzkonzern Handelsbanken. Als einzige Bank in Schweden ist das Institut nahezu unbeschadet durch die Krise gekommen, hat im zurückliegenden Jahr sogar Marktanteile auf dem Heimatmarkt ausbauen können. Kein Wunder, dass das schwedische Anlegermagazin „Privata Affärer“ die Svenska Handelsbanken, so der offizielle Name, denn auch zur Bank des Jahres 2009 ernannt hat.

Mit einer Bilanzsumme von 2 159 Milliarden Kronen (211,5 Milliarden Euro) zählt das Geldhaus zwar nicht zu den größten in Europa, aber zu den rentabelsten. Seit nunmehr 37 Jahren in Folge arbeitet Handelsbanken rentabler als die Konkurrenz im eigenen Land. Die Ratingagentur Moody’s bescheinigt dem Institut ein „traditionell geringes Risikoprofil“. Weniger kann mehr sein: Als einzige schwedische Bank hat sich Handelsbanken auf den Heimatmarkt konzentriert und mit Ausnahme eines kleineren England-Engagements die Finger von einer waghalsigen Auslandsexpansion gelassen.

Prognosen wurden übertroffen

Während die einheimischen Konkurrenten Swedbank, SEB und Nordea 2009 fast über ihr Engagement in den baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen gestolpert sind, konnte die nach dem Börsenwert zweitgrößte schwedische Bank nach Nordea als unbeteiligter Zuschauer die Turbulenzen auf den baltischen Finanzmärkten von der sicheren Tribüne aus beobachten.

Mehr noch: Der Konzern unter Leitung von Pär Boman übertraf selbst im dritten Quartal vergangenen Jahres sämtliche Prognosen und wies einen Betriebsgewinn von 3,3 Milliarden Kronen aus. Analysten hatten nur mit einem Plus von 2,9 Milliarden Kronen gerechnet. Und auch die Kreditverluste hielten sich mit 866 Millionen Kronen auf einem geringen Niveau. „Sie sind halt konservativ ausgerichtet, gehen selten ein hohes Risiko ein“ sagt ein Stockholmer Bankenexperte.

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