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03.01.2011

06:00 Uhr

Solvency II

Bermuda-Versicherer lieben Europas neue Kapitalregeln

VonThomas Schmitt

In dem Karibikstaat laufen Versicherungsgeschäfte wie geschmiert. Damit das so bleibt, will Bermuda das geplante Regelwerk Solvency II so schnell wie möglich übernehmen. Bis September 2011 soll es soweit sein.

Auch die Hannover Rück hat ihren Sitz auf Bermuda. dpa

Auch die Hannover Rück hat ihren Sitz auf Bermuda.

FRANKFURT. Die Taxifahrer auf Bermuda hinterlassen bei Managern den nachhaltigsten Eindruck. "Ah, Sie arbeiten in der Rückversicherung!" Auf dem Bermuda International Airport erübrigen sich nun weitere Fragen. Wieder einer, der Hurrikans und Erdbeben versichert, großes Geschäft eben - das weiß dort jeder, der mit den Krawattenträgern aus Amerika, Europa und Asien zu tun hat.

Hunderte von Versicherungsspezialisten sind die wichtigste Einnahmequelle der 65 000 Inselbewohner. Fast ein Viertel des Bruttoinlandsprodukts entfällt auf den Finanzsektor. Über 1 000 Assekuranzen haben die Behörden registriert.

Ein Schlaraffenland für Versicherungsrowdys ist Bermuda jedoch längst nicht mehr. Inzwischen drängelt sich der Inselstaat sogar in Brüssel vor. Die Regierung will so streng wie Europas Aufseher werden. Die Insel-Sheriffs sollen daher im September 2011 als eine der ersten offiziell als Äquivalent zum neuen Regelwerk Solvency II von der EU anerkannt werden.

In Europa werden die neuen Aufsicht- und Kapitalregeln für Versicherer ab 2013 gelten. Kenner der Szene sagen: Den Äquivalenzstatus zu bekommen, sei für Bermuda geradezu "kriegsentscheidend", um einen Exodus zu verhindern. Das sieht auch die Ratingagentur Fitch so: Die Anerkennung durch die EU könnte "helfen, einen Teil der Abwanderungsbewegung im Versicherungssektor einzudämmen".

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