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18.01.2010

10:16 Uhr

Spekulationsgeschäfte

Deutsche Bank einigt sich mit ÖBB

VonStefan Menzel

Österreichs Staatsbahnen ziehen ihre Klagen gegen das Kreditinstitut zurück. Die ÖBB hatten die Deutsche Bank wegen angeblich irreführender Beratung verklagt. Sie hatten im Jahr 2005 Kreditrisiken von dem Geldhaus übernommen.

Deutsche Bank-Türme in Frankfurt: "Wir haben bei Abschluss des Geschäfts einwandfrei gehandelt." Quelle: dpa

Deutsche Bank-Türme in Frankfurt: "Wir haben bei Abschluss des Geschäfts einwandfrei gehandelt."

WIEN. Deutsche Bank und Österreichische Bundesbahnen (ÖBB) haben sich am Wochenende im seit zwei Jahren währenden Streit über gescheiterte Spekulationsgeschäfte auf einen Kompromiss geeinigt. Die ÖBB zieht alle Klagen wegen angeblicher irreführender Beratung gegen die Deutsche Bank zurück und überweist zugleich 295 Mio. Euro nach Frankfurt.

Bei den komplizierten Spekulationsgeschäften mit CDOs (Collateralized Debt Obligations) hatten die ÖBB von 2005 an in zwei Stufen Kreditrisiken von der Deutschen Bank übernommen. Als Gegenleistung für die Übernahme des gesamten Risikos von knapp 613 Mio. Euro sollten die ÖBB von der Bank bis 2015 jährlich etwa drei Mio. Euro bekommen. Als sich mit Ausbruch der Finanzkrise herausstellte, dass das österreichische Staatsunternehmen für die vermeintlich sicheren Kreditrisiken möglicherweise aufkommen müsste, brachten die ÖBB eine Zivilklage gegen die größte deutsche Bank ein.

Österreichs Staatsbahnen haben sich auf diesen Kompromiss eingelassen, weil sie mit der Zahlung von knapp 300 Mio. Euro vergleichsweise glimpflich davonkommen. In zwei Instanzen war das Staatsunternehmen mit seiner Klage gegen die Deutsche Bank gescheitert. Die ÖBB hatten deshalb bereits gut 600 Mio. Euro für einen Totalverlust in ihren Bilanzen zurückgestellt. Jetzt können sie davon sogar gut die Hälfte wieder auflösen. "Die mit diesem Geschäft für uns verbundenen Risiken sind nun komplett beseitigt", sagte ein ÖBB-Sprecher am Wochenende.

Die Deutsche Bank hatte sich während des gesamten Gerichtsverfahrens immer auf der sicheren Seite gesehen. "Wir haben bei Abschluss des Geschäfts einwandfrei gehandelt", betonte ein Deutsche-Bank-Sprecher. Die Bank nimmt die CDO-Papiere von den ÖBB komplett zurück. Da sich das Frankfurter Geldhaus auf diesen Kompromiss eingelassen hat, wird es in Finanzkreisen für sehr unwahrscheinlich gehalten, dass der Deutschen Bank daraus ein Verlust entsteht.

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