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03.01.2008

14:12 Uhr

Staatsfonds

Börsen ziehen Petrodollars an

VonRolf Benders und Robert Landgraf

Der Einstieg von Staatsfonds bei Finanzplätzen: Die noch relativ jungen Börsenkonzerne müssen sich nach Einschätzung von Experten 2008 auf ein weltweit wachsendes Interesse einstellen – das Ende der Konsolidierung bietet neue und langfristige Möglichkeiten für Staatsfonds.

FRANKFURT. „Das sich abzeichnende vorläufige Ende der Konsolidierung unter den Börsen bietet neue, langfristige Optionen für Staatsfonds“, erwartet Bruce Hamilton, Analyst bei Morgan Stanley. Deren Interesse an Börsen sei wegen der enormen Wertentwicklung und der stabilen Einnahmeströme der Quasi-Monopolisten gestiegen.

Die erste Konsolidierungswelle in der Branche, die zur Bildung von fünf Weltbörsen führte, gilt mit dem Einstieg der Börse Dubai bei Fusion der skandinavischen OMX mit der US-Börse Nasdaq als abgeschlossen. Die Araber erhielten dazu gestern grünes Licht von der OMX-Führung. Nachdem bereits die schwedischen und amerikanischen Behörden zugestimmt haben, müssen nun lediglich noch die Aktionäre der Fusion zustimmen.

Abgeschlossen sind bereits die Fusionen der Vierländerbörse Euronext mit dem New Yorker Konkurrenten Nyse, der Zusammenschluss der Derivatebörse Chicago Mercantile Exchange (CME) mit der Chicago Board of Trade (CBoT) und die Übernahme der US-Optionsbörse ISE durch die Deutsche Börse. Zudem schließen sich die Börsen London (LSE) und Mailand mit der Börse Katar zusammen. Zwischen diesen fünf Blöcken wird es in den kommenden zwölf Monaten vermutlich keine Fusionsaktivitäten geben. „Die Konzerne werden sich auf die Integration der Zukäufe konzentrieren und versuchen organisch zu wachsen“, sagte Heiko Frantzen, Analyst beim Bankhaus Sal. Oppenheim.

Attraktiv sind die fünf Börsengiganten für Staatsfonds aus Arabien oder Asien, weil die unterentwickelten Finanzmärkte in diesen Regionen das explosionsartig gewachsene Vermögen in diesen Ländern nicht mehr verkraften können. „Durch ihre Engagements in Finanzinstitutionen wie Börsen versuchen sie Know-how für die Entwicklung der eigenen Finanzmärkte abzuschöpfen“, sagt Alexander Gehrt, Co-Chef im Geschäft mit Fusionen und Übernahmen bei der UBS in Deutschland. Hinzu kommt, dass Börsenkonzerne in ihren jeweiligen Märkten meist über ein Monopol verfügen und daher eine stabile Gewinn- und Renditeentwicklung aufweisen. Staatsfonds, die etwa die Pensionen von Beamten garantieren müssen, suchen solche Anlagen.

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