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13.01.2009

16:54 Uhr

US-Banken

Citigroup bestätigt Gespräche mit Morgan Stanley

Nun sind die Gerüchte wie erwartet offiziell bestätigt worden: Die von der Finanzkrise schwer getroffene US-Großbank Citigroup will ihr Handelsgeschäft mit der Investmentbank Morgan Stanley zusammenlegen. Beide Häuser seien in Verhandlungen. Es gäbe allerdings noch Schwierigkeiten aus dem Weg zu räumen.

HB NEW YORK. Das mögliche Gemeinschaftsunternehmen wäre weltweit in der Branche das größte Handelsgeschäft seiner Art. Die neue Broker-Sparte soll Medienberichten zufolge unter der Führung von Morgan Stanley stehen. Die Citigroup soll demnach für die Einbringung ihres bisher unter dem Namen Smith Barney laufenden Handelsgeschäfts zwischen zwei und drei Mrd. Dollar bekommen. Zusätzlich würden ihr milliardenschwere Buchgewinne und Steuervorteile winken.

Das Geld kann der Finanzkonzern nach vier tiefroten Quartalen in Folge gut gebrauchen. Auch für das Schlussquartal 2008 wird bei der Citigroup ein neuer Milliardenverlust erwartet. Im Gesamtjahr könnte sich das Minus damit auf mehr als 20 Mrd. Dollar belaufen. Der Konzern will die Zahlen am Donnerstag nächster Woche vorlegen.

Der Staat stützte die Citigroup erst Ende vergangenen Jahres mit zwei Kapitalspritzen von insgesamt 45 Mrd. Dollar und ist mittlerweile größter Anteilseigner. Er spannte zudem mit Garantien von sogar mehr als 300 Mrd. Dollar einen gigantischen Rettungsschirm über der Bank auf.

Der seit gut einem Jahr amtierende Citigroup-Chef Vikram Pandit war früher selbst bei Morgan Stanley. Er steht angesichts der großen Probleme der Bank bei seinem versprochenen Konzernumbau zunehmend unter Druck. Pandit kündigte bereits den Abbau von 75 000 Stellen auf dann noch rund 300 000 Mitarbeiter an.

Die Citigroup ist ein riesiger Finanzsupermarkt vom Privatkunden-Bankgeschäft über den Wertpapierhandel bis hin zu Versicherungen. Kritiker halten den Koloss schon lange für nicht mehr steuerbar. Zunächst verteidigte Pandit die Strategie seiner Vorgänger, inzwischen verkauft er aber immer mehr Bereiche - so etwa im vergangenen Jahr das deutsche Endkundengeschäft der Citibank.

Wegen der Schieflage der Citigroup soll zudem der deutschsprachige Verwaltungsratschef Sir Winfried Bischoff laut Medien seinen Posten räumen müssen. Als Nachfolger sei der frühere Chef des Medienkonzerns Time Warner, Richard Parsons, vorgesehen. Er sitzt bereits in dem Gremium.

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