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12.01.2009

15:30 Uhr

US-Banken

Citigroup und Morgan Stanley prüfen Zusammenarbeit

Die US-Banken Citigroup und Morgan Stanley prüfen Kreisen zufolge eine Zusammenlegung ihres Brokergeschäfts. Die Gespräche seien „ernsthaft und fortgeschritten“, sagte eine mit der Situation vertraute Person am Freitag. Indes kündigte Citigroups Top-Berater Robert Rubin seinen Rücktritt an.

Zentrale der Citigroup in New York. Die US-Bank überprüft eine Zusammenarbeit mit Morgan Stanley. Foto: dpa Quelle: dpa

Zentrale der Citigroup in New York. Die US-Bank überprüft eine Zusammenarbeit mit Morgan Stanley. Foto: dpa

Reuters/Bloomberg NEW YORK. Der Plan sehe vor, dass die Citigroup ihre Smith Barney-Brokersparte an Morgan Stanley verkaufe. Beide Banken würden zunächst ein Gemeinschaftsunternehmen gründen, das Morgan Stanley mit einem Anteil von 51 Prozent kontrollieren werde. Innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre wolle Morgan Stanley dann die restlichen 49 Prozent von der Citigroup übernehmen, sagte die Person. Beide Firmen wollten sich zunächst nicht zu dem Bericht äußern. James Gorman, Vizechef bei Morgan Stanley, soll das Brokergeschäft überwachen.

Ein gemeinsames Brokerhaus könnte ohne Abgänge mehr als 23 000 Finanzberater beschäftigen und damit eines der weltweit größten Wertpapier-Provisionsgeschäfte sein. Die Citigroup würde mit der Transaktion ihre Kapitaldecke stärken, während Morgan Stanley auf diese Weise seine Einnahmequellen breiter aufstellen könnte. Der Druck dazu sei relativ groß, sagte Michael Nix von Greenwood Capital Associates.

Wegen der möglichen Vorteile dränge auch die US-Notenbank Federal Reserve die beiden Institute zu einem Geschäft, berichtete der Fernsehsender CNBC am Freitag. Sowohl die Citigroup als auch Morgan Stanley haben im Zuge der Finanzkrise hohe Verluste verbucht und bereits Milliarden aus dem Rettungsfonds der US-Regierung erhalten. Besonders die Citigroup kann das Geld aus dem Verkauf ihres Brokergeschäfts gut gebrauchen. Im vergangenen Geschäftsjahr waren bei dem Geldhaus Verluste in Höhe von rund 20 Mrd. US-Dollar angefallen.

Kurz vor dem Bekanntwerden der Gespräche hatte Citigroups Top-Berater Robert Rubin seinen Rücktritt angekündigt. Der frühere US-Finanzminister war zuletzt wiederholt für die Ergebnisse seiner Arbeit bei Citigroup kritisiert worden. Er war bereits seit 1999 für die Bank tätig. Seinen Direktoriumssitz will der 70-Jährige aber noch bis zur nächsten Hauptversammlung behalten.

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