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22.01.2009

09:47 Uhr

US-Versicherer

AIG startet Verkaufsprozess seines Versicherungsgeschäfts in Asien

Der angeschlagene amerikanische Versicherer American International Group (AIG) hat offenbar den Verkaufsprozess seiner asiatischen Geschäftseinheit AIA gestartet. Zuletzt summierten sich die staatlichen Hilfszusagen für den AIG-Konzern auf mehr als 143 Milliarden Dollar.

Die Konzern-Zentrale in New York. Foto: Reuters Reuters

Die Konzern-Zentrale in New York. Foto: Reuters

HB LONDON. AIG hoffe auf Gebote in Höhe von bis zu 15,5 Milliarden Euro oder 20 Milliarden Dollar, um so einen Teil des staatlichen Darlehns zurückzuzahlen, das das Unternehmen am Leben erhält, berichtet die "Financial Times" unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Quellen.

Der Versicherer habe ein Memorandum an Interessenten verschickt. Diese sollen für 49 Prozent von AIA ein Gebot abgeben. Auch eine Komplettübernahme der asiatischen Geschäftseinheit sei denkbar, so das Blatt. Anfang Oktober hatte AIG angekündigt, einen Minderheitsanteil an AIA halten zu wollen und nach einem Investor zu suchen.

Im November hatte der Lebensversicherer China Life Insurance sein Kaufinteresse an den asiatischen Aktivitäten der AIG bekundet. In Branchenkreisen werden neben China Life auch die britische Bank HSBC sowie Prudential Financial aus den USA als Interessenten genannt. Der britische Versicherungskonzern Prudential hatte bereits im Oktober bekundet, eine Übernahme von Teilen des AIG-Geschäfts in Asien zu prüfen.

Die staatlichen Hilfszusagen für den strauchelnden AIG-Konzern summierten sich zuletzt auf mehr als 143 Milliarden Dollar. Die US-Notenbank hatte dem Versicherer zunächst Mitte September in letzter Minute ein Darlehen von 85 Milliarden Dollar gewährt und erhielt dafür 80 Prozent der Konzernanteile. Seither kamen in zwei weiteren Schritten Kreditlinien von insgesamt 58 Milliarden Dollar hinzu.

AIG hatte sich im Zuge der Kreditkrise mit Milliardenverlusten durch riskante Finanzgeschäfte an den Rand des Abgrunds manövriert. Zur Sanierung will der Versicherer umfangreiche Konzernteile verkaufen. Ein wesentlicher Grund für das Scheitern der Gesellschaft waren nach Presseberichten unzureichende Risiko- Abschätzungen. Die Computermodelle für bestimmte Finanzgeschäfte des Konzerns hätten wesentliche Gefahren nicht berücksichtigt.

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