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18.01.2009

09:00 Uhr

Vier Fragen an: Naoko Nemoto

„Viel weiter fallen die Kurse nicht mehr“

VonFinn Mayer-Kuckuk

Japanische Investoren können langfristig wieder optimistisch in die Zukunft blicken. Das glaubt zumindest Naoko Nemoto, Ökonomin bei Standard & Poor's in Tokio. Im Handelsblatt-Interview verrät sie, ob Investitionen in japanische Banken derzeit zu empfehlen sind.

Wovon hängt die weitere Entwicklung der japanischen Banken in diesem Jahr ab?

Hauptsächlich vom Aktienmarkt. Was die Bilanzen nach unten zieht, ist die schlechte Performance der Eigeninvestments. Die japanische Banken halten viel Aktienvermögen und dürften daher in diesem Jahr zu starken Einsparungen gezwungen sein. Die Wirtschaft wird vermutlich in diesem Jahr nicht wachsen, aber auch nicht in eine allzu tiefe Rezession stürzen. Einen noch tieferen Absturz des Nikkei halte ich daher für unwahrscheinlich, so dass auch die Gewinne der Banken schon den Boden erreicht haben könnten.

Werden wir 2009 weitere große Übernahmen westlicher Banken durch japanische Institute sehen?

Vermutlich nicht. Chancen für Übernahmen in dem Maßstab wie im vergangenen Jahr wird es wohl so schnell nicht wieder geben. Kleinere Zukäufe bleiben natürlich weiterhin möglich. Doch solche Schnäppchen wie direkt nach den Ereignissen um Lehman werden sich nicht mehr bieten.

Welche Banken haben derzeit bei Ihnen das beste, welche das schlechteste Ranking?

Die Ashikaga-Bank hat von uns BBB- erhalten, das ist das schlechteste Ranking der Branche. Kleinere Regionalbanken haben wegen der schmaleren Kapitalbasis ein höheres Risiko, insolvent zu werden. Die drei Megabanken bekommen von uns alle ein A+. Die nur mittelgute Bewertung geht hauptsächlich auf die hohen Abschreibungen auf Eigeninvestments zurück. Das ist die gleiche Bewertung wie für die Citibank.

Empfehlen Sie japanische Bankaktien derzeit zum Kauf?

Ich denke nicht, dass die Aktienkurse noch viel weiter fallen. Sie haben sich halbiert und stehen auf dem Niveau von vor 15 Jahren, als in Japan Finanzkrise herrschte. Es wird sicher nicht so viel Ärger geben wie in Amerika. Mit der Vorlage der Bilanzen für das Geschäftsjahr bis Ende März stehen aber noch reichlich schlechte Nachrichten bevor. Das dürfte so weitergehen, bis sich die Weltwirtschaft insgesamt erholt.

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