Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.01.2013

11:19 Uhr

Webseiten lahmgelegt

US-Banken Opfer von iranischen Hacker-Attacken

Hacker aus dem Iran sollen für den Zusammenbruch von Banken-Webseiten in den USA verantwortlich sein. Bank of America, Citigroup und Wells Fargo sind betroffen. Die Hacker sollen „Clouds“ unter Kontrolle gebracht haben.

Citibank-Filiale in New York: Die Großbank wurde Opfer von Hacker-Attacken, die aus dem Iran kommen sollen. Reuters

Citibank-Filiale in New York: Die Großbank wurde Opfer von Hacker-Attacken, die aus dem Iran kommen sollen.

Düsseldorf/New YorkUS-Banken sehen sich einer immer größeren Zahl von Hacker-Attacken auf ihre Webseiten ausgesetzt. In den vergangenen Wochen hat auch die Intensität der Angriffe zugenommen. Nach Informationen der „New York Times“ ist der Iran für diese Verschärfung verantwortlich. „In der US-Regierung gibt es keine Zweifel daran, dass der Iran hinter diesen Attacken steckt“, sagte James Lewis, ein ehemaliger Beamter des US-Handelsministeriums und IT-Sicherheitsexperte, der Zeitung.

Seit September sollen die Webseiten der Großbanken Bank of America, Citigroup, Wells Fargo und HSBC und weitere US-Kreditinstitute betroffen gewesen sein. Durch die Attacken wurde das Laden der Banking-Webseiten extrem verlangsamt oder sprunghaft. Im schlimmsten Fall brachen die Onlineseiten zusammen und waren für die Bankkunden nicht mehr erreichbar. Auf Konten hatten es die die Hacker dabei aber wohl nicht abgesehen, den Kunden entstand also kein Schaden.

Vor- und Nachteile des Cloud Computing

Kosten

Wenn ein Unternehmen seine Kundendatenbank nicht im eigenen Rechenzentrum pflegt, sondern einen Online-Dienst wie Salesforce.com nutzt, spart es sich Investitionen in die Infrastruktur. Die Abrechnung erfolgt außerdem zumeist gestaffelt, zum Beispiel nach Nutzerzahl oder Speicherverbrauch. Geschäftskunden erhoffen sich dadurch Kosteneinsparungen.

Skalierbarkeit

Wer Speicherplatz im Netz mietet, kann flexibel auf die Nachfrage reagieren und den Bedarf unkompliziert und schnell erhöhen oder versenken. Wenn beispielsweise ein Startup rasant wächst, fährt es einfach die Kapazitäten hoch. Somit fallen auch niedrige Fixkosten an.

Einfachheit

Die Installation auf den eigenen Rechnern entfällt. Damit lässt sich ein neues System äußerst schnell einführen. Auch die Updates bereiten keine Probleme mehr, somit sinkt der Administrationsaufwand. Allerdings lassen sich die Cloud-Dienste in der Regel auch nicht so individuell konfigurieren.

Ortsunabhängigkeit

Zur Nutzung der Cloud-Dienste benötigen Mitarbeiter lediglich einen Internetanschluss – unabhängig von ihrem Aufenthaltsort und dem Gerät, das sie nutzen.

Sicherheit

Die Daten-Dienstleister werben damit, dass sie sich intensiver mit der IT-Sicherheit beschäftigen als einzelne Nutzer oder Unternehmen. Allerdings sind die Rechenzentren der Cloud-Anbieter aufgrund der große Datenmenge auch ein attraktives Ziel für Angreifer von Hackern. Auch Geheimdienste zeigen großes Interesse. Zudem ist von außen schwer nachzuvollziehen, ob der Anbieter die Daten ausreichend vor den eigenen Mitarbeitern schützt. Die Auslagerung bedeutet somit einen Kontrollverlust.

Abhängigkeit

Viele Unternehmen sind von ihrem Dienstleister abhängig, weil sie nicht ohne weiteres zu einem anderen Anbieter wechseln können. Das liegt etwa daran, dass sie ihre Systeme aufwendig an die Schnittstellen anpassen müssen. Auch Nutzer haben oft Schwierigkeit, wenn sie mit ihren Daten den Anbieter wechseln wollen. Eine weitere Frage: Was ist, wenn der Betreiber eines Dienstes pleite geht? Erst wenn es Standards gibt, die den Wechsel von einem zum anderen Dienstleister ermöglichen, sinkt die Abhängigkeit.

Um die Webseiten der Banken lahmzulegen, fluten die Hacker die Server mit großen Mengen von Daten – sogenannte Denial-of-Service-Attacken. Unter dieser Last brechen die Server irgendwann zusammen, die Webseiten sind dann nicht mehr erreichbar.

Lewis sagte der „New York Times“, dass die Menge der Daten, mit denen die Banken-Webseiten überflutet worden seien, die der Hacker-Angriffe von Russland aus auf Estland im Jahr 2007 um ein Vielfaches übersteigen würden. Damals wurden Webseiten der estnischen Regierung, von Parteien, Banken, Handynetzbetreibern und Banken über Wochen lahmgelegt. Die Nato und die EU schalteten sich ein.

Um die Attacken auf die US-Banken durchzuführen, nutzen die Hacker Tausende vernetzte Computer. Diese „Clouds“ werden von Amazon, Google und vielen weiteren kleinen Anbietern betrieben. Offenbar haben die Hacker im aktuellen Fall einige „Clouds“ unter ihre Kontrolle gebracht und die Datenmenge dazu genutzt, die Geldhäuser anzugreifen.

Das Geschick und die Raffinesse der Attacken weisen laut Offiziellen der US-Regierung und Sicherheitsexperten auf den Iran hin, berichtet die „New York Times“. Das Können gehe weit über das von Amateuren hinaus. Zudem habe sich zuletzt die Hackergruppe „Izz al-Din al-Qassam Cyber Fighters“ zu den Angriffen bekannt. Für die Gruppe seien die Attacken auf die US-Banken ein Vergeltungsanschlag für ein Video, das den Propheten Mohammed verhöhnt. US-Geheimdienstexperten zufolge sei die Gruppe dem Iran zuzurechnen.

Das sind die größten Banken der Welt

Platz 10

Die Commonwealth Bank of Australia eröffnet die Top Ten der größten Banken der Welt nach Marktkapitalisierung. Das Institut mit Sitz in Sydney verfügt über einen Börsenwert von 81 Milliarden Euro.

Stand: 08. Januar 2013, Quelle: Thomson Reuters

Platz 9

Die Citigroup ist die neuntgrößte Bank der Welt. Die US-Großbank hat einen Börsenwert von 96 Milliarden Euro.

Platz 8

Mit knappen Vorsprung belegt die Bank of America Rang acht im Ranking. Das US-Institut verfügt über eine Marktkapitalisierung von 101 Milliarden Euro.

Platz 7

Die Agricultural Bank of China kommt auf Platz sieben. 114 Milliarden Euro beträgt die Marktkapitalisierung.

Platz 6

Auch der sechste Rang geht an ein Institut aus dem Reich der Mitte – die Bank of China. 125 Milliarden Euro ist das Geldhaus an den Börsen wert.

Platz 5

JP Morgan Chase eröffnet die Top Fünf. 132 Milliarden Euro beträgt die Marktkapitalisierung.

Platz 4

Die US-Großbank Wells Fargo scheitert knapp am Treppchen des Rankings. Der Börsenwert beträgt 140 Milliarden Euro. Nur drei Banken sind mehr wert.

Platz 3

Die HSBC kann sich über den Bronzerang freuen. Der Börsenwert des Instituts beträgt 151 Milliarden Euro.

Platz 2

Die China Construction Bank kommt auf Platz zwei mit einer Marktkapitalisierung von 195 Milliarden Euro. An den Spitzenreiter kommt das Institut damit aber noch lange nicht heran.

Platz 1

Die Industrial and Commercial Bank of China hat einen gigantischen Börsenwert von 227 Milliarden Euro. Die Bank ist die größte der Volksrepublik, auch wenn man die Bilanzsumme heranzieht.

Von

td

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×