Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.01.2009

09:00 Uhr

Wege aus der Krise

Italiens Banken retten sich selbst

VonKatharina Kort

Die italienischen Banken haben sich in der Finanzkrise als bemerkenswert stabil erwiesen. Berlusconi musste kein einziges Finanzhaus vor dem Untergang retten. Doch auch die italienischen Banker spüren die Kreditklemme. Jetzt besinnen sie sich auf ihre Stärken.

Zentrale der UniCredit: Italiens Finanzsektor zeigte sich in der Krise robust. Foto: AP ap

Zentrale der UniCredit: Italiens Finanzsektor zeigte sich in der Krise robust. Foto: AP

MAILAND. Die Schlagzeilen machen Mut. "Ein relativ sicherer Hafen in Europa", "Die ignorierte Stärke von Italiens Banken", "Italiens Banken halten der globalen Kreditkrise stand" - so betiteln Investmentbanken und Ratingagenturen ihre Studien über italienische Banken. Und doch können sich Italiens Finanzhäuser nicht ausruhen. Auch sie sind in den Sog der Finanzkrise gekommen.

Anders als im Ausland hat die Regierung in Rom keine einzige Bank vor dem Aus retten müssen. Das liegt vor allem daran, dass in Italien das sogenannte "Off Balance Sheet Accounting" nicht erlaubt war. Das heißt, die Banken südlich der Alpen mussten die heute "toxischen" Risikopapiere von vornherein bilanzieren. Sie gerieten dadurch nicht so stark in Bedrängnis wie amerikanische, britische oder deutsche Banken.

Außerdem haben Italiens Banken jahrelang dank hoher Gebühren prächtig an ihren Kunden verdient, wie die stattlichen Provisionseinnahmen der Vergangenheit zeigen. Sie sahen sich daher weniger als etwa deutsche Banken gezwungen, ihre Margen durch riskante Investitionen zu verbessern. Auch das Investment-Banking ist bei den italienischen Häusern im internationalen Vergleich eher unterentwickelt. Die Abschreibungen auf Subprime-Papiere lagen meist im dreistelligen Millionenbereich und damit deutlich unter dem, was etwa deutsche Banken abschreiben mussten.

So weit die positiven Nachrichten. Die negativen: Auch italienische Banken wie Unicredit, Intesa Sanpaolo oder Monte dei Paschi di Siena bekommen die Kreditklemme zu spüren. Dass sich Banken gegenseitig nicht mehr vertrauen und kein Geld mehr leihen, trifft auch sie. Hinzu kommt, dass die ohnehin eher knapp kapitalisierten italienischen Banken durch die Staatshilfen für ihre Wettbewerber im Ausland im internationalen Vergleich zurückfallen. Das ist mit ein Grund, dass auch der italienische Staat den eigenen Banken mit Anleihen unter die Arme greifen will.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×