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07.06.2013

14:32 Uhr

BASF-Vorstand

Suckale wird erste Arbeitgeber-Präsidentin Chemie

Seit ihrer Gründung hat die chemische Industrie nie eine Frau zur obersten Interessensvertretung gewählt - bis heute. Die BASF-Managerin Margret Suckale wurde einstimmig zur neuen Verbandschefin gewählt.

Margret Suckale wird Präsidentin des Arbeitgeberverbandes Chemie. dpa

Margret Suckale wird Präsidentin des Arbeitgeberverbandes Chemie.

LudwigshafenErstmals führt eine Frau den Arbeitgeberverband der Chemieindustrie. BASF-Personalvorstand Margret Suckale wurde am Freitag einstimmig bei einer Mitgliederversammlung in Ludwigshafen gewählt, wie der Verband mitteilte. Suckale war zuvor Vize-Präsidentin des Verbands, der 1900 Unternehmen mit rund 550 000 Beschäftigten vertritt. Der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) hatte seit seiner Gründung im Jahr 1949 noch nie eine weibliche Spitze.

Suckale folgt auf BASF-Aufsichtsratschef Eggert Voscherau. Der 70-Jährige führte den Verband seit 2005. Suckale kam 2009 als erstes weibliches Vorstandsmitglied in der Geschichte der BASF nach Ludwigshafen, vorher war die 57-Jährige Personalvorstand bei der Bahn. Die Managerin erklärte nach ihrer Wahl, ihr Ziel sei, die Sozialpartnerschaft mit den Arbeitnehmern weiter zu stärken, um Interessenkonflikte konstruktiv auszugleichen.

Den Gesetzgeber forderte die BAVC-Chefin auf, die Macht von Spartengewerkschaften einzudämmen, die nur eine Berufsgruppe vertreten: „Wenn die Tarifeinheit nicht gesetzlich geregelt wird, haben wir - insbesondere in einigen dafür besonders anfälligen Branchen wie der Luftfahrt - ständig Streiks statt dauerhaften Betriebsfrieden.“ Die gute Sozialpartnerschaft in Deutschland sei ein Wettbewerbsvorteil, der nicht gefährdet werden dürfe.

Der BAVC feierte den Stabwechsel an seiner Spitze mit einem Festakt in Ludwigshafen. Unter den Gästen befanden sich neben dem Chef der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Michael Vassiliadis, auch die früheren Bundeskanzler Helmut Schmidt und Gerhard Schröder (beide SPD). Schmidt lobte in einer Rede die Sozialpartnerschaft in der Chemie, die sich seit Jahrzehnten bewährt habe. Er rief die deutschen Unternehmen aber generell auf, sich nicht nur auf die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu konzentrieren und darüber die Abhängigkeit von der Nachfrage auf dem Weltmarkt sowie von Zulieferern auf der ganzen Welt zu ignorieren.

Von

dpa

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