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27.01.2005

09:02 Uhr

Bastian Fassin ist die Hoffnung bei Katjes

Der fettfreie Newcomer

VonIngo Reich

Auf Bastian Fassins Schreibtisch liegt ein Potpourri grellbunter Tüten mit süßem Inhalt. Doch statt der gewohnten Schriftzüge, die sonst auf den Verpackungen prangen, liest der Besucher „Salte Fisk“ oder „Blød frugt mix“.

HB EMMERICH. Es sind die skandinavischen Prototypen bekannter Katjes-Produkte. Mit ihrer Hilfe will der deutsche Süßwarenhersteller in die Liga der europäischen Markenartikler aufsteigen. „Im deutschen Zuckerwarenmarkt können wir nur noch begrenzt wachsen, deshalb müssen wir uns jetzt neue Felder suchen“, sagt Fassin und deutet auf die Landkarte an der Wand – und das benachbarte europäische Ausland.

Erst 32 ist er und doch schon im vergangenen Jahr als geschäftsführender Gesellschafter in dem Unternehmen gestartet, das 1950 sein Vater Klaus im niederrheinischen Emmerich gründete. Sein Bereich: der Export.

Gleichzeitig übertrug Klaus Fassin seinem Sohn 60 Prozent der Unternehmensanteile und Stimmrechte. Der Übergang auf die nächste Generation, an dem Familienunternehmen oft genug zerbrechen, hat bei Katjes bisher offenbar reibungslos geklappt.

Im Licht der Öffentlichkeit hatte sich Unternehmensgründer Klaus Fassin nie recht wohl gefühlt. Der Senior hatte sich nach Erreichen einer selbst gesetzten Altersgrenze von 65 Jahren schon vor einiger Zeit aus dem operativen Geschäft zurückgezogen. Der ehemalige Jacobs-Suchard-Manager Tobias Bachmüller, der bisher die Geschicke des Unternehmens lenkte, bleibt auch nach dem Amtsantritt des Juniors an Bord und fungiert weiter als Sprecher der Geschäftsführung.

Bastian Fassin studierte Betriebswirtschaftslehre im westfälischen Münster und sammelte erste Berufserfahrungen bei der Unternehmensberatung Roland Berger. Zuletzt arbeitete er bei Kraft Foods Deutschland im Marketing und Vertrieb für die Marke „Miracoli“.

„Damit war von vornherein die Richtung für die Nachfolge bei Katjes vorgegeben“, sagt Fassin selbstbewusst. Allerdings habe der Vater ihn nie in diese Verantwortung gedrängt, berichtet der über 1,90 Meter große, schlanke Jungmanager. Als „Alleinerbe“ habe er aber aus eigenem Antrieb seinen Platz an der Spitze des Unternehmens gesucht. Doch auch als Familienmitglied habe er dem Unternehmensbeirat, der überwiegend mit Externen besetzt ist, erst seine Qualifikation für diesen Posten nachweisen müssen.

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