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18.04.2016

11:04 Uhr

Bauer AG

Baukonzern kann den Umsatz erneut steigern

VonMartin Tofern

Ob Doha, Riad oder Kairo: Der deutsche Spezialtiefbauer Bauer AG macht mit seinen Großprojekten im Nahen Osten weiter gute Geschäfte. So gleicht der Konzern Einbrüche an anderen Krisenherden aus.

Bauer erwirtschaftet einen guten Teil seines Umsatzes im Nahen Osten. Imago

U-Bahn-Baustelle in Doha

Bauer erwirtschaftet einen guten Teil seines Umsatzes im Nahen Osten.

MünchenDer Spezialtiefbauer Bauer AG hat im vergangenen Jahr die Auswirkungen der internationalen Krisen schmerzhaft zu spüren bekommen: „2015 war für uns ganz klar ein weiteres schwieriges Jahr“, sagt Unternehmenschef Thomas Bauer. Grund: Der Konzern erwirtschaftet 75 Prozent seines Umsatzes im Ausland und muss sich deshalb auch mit „allen Krisenherden in der Welt herumschlagen.“

Bauer nennt als Beispiel die Krise zwischen Russland und der Ukraine. Dort sei das Geschäft um 50 Prozent zurückgegangen. Auch im Nahen Osten, also etwa in Jordanien oder Libyen, sei das Geschäft wegen der politischen Lage fast auf null zurückgegangen.

Dennoch erwirtschaftete Bauer einen guten Teil seines Umsatzes im Nahen Osten, die Tochterfirmen in Saudi-Arabien, Katar und Ägypten verzeichnete deutliche Zuwächse. In Doha, Riad und Kairo sind sie an großen U-Bahn-Baustellen beteiligt, ebenso an Projekten rund um die Erweiterung des Suez-Kanals.

Bauwirtschaft: Sanierungen und Flüchtlinge beflügeln den Bau

Bauwirtschaft

Sanierungen und Flüchtlinge beflügeln den Bau

Die deutsche Bauindustrie wird sich bis 2020 weiter positiv entwickeln: Experten rechnen in einer Studie mit einem jährlichen Plus von real 1,5 Prozent. Vor allem die hohe Nachfrage nach Wohnungen belebt die Branche.

In China gebe es immer noch riesige Überkapazitäten auf dem Markt für Baumaschinen. Dort seien fast alle Baufirmen hervorragend mit Baumaschinen ausgerüstet. Im Ergebnis sei der dortige Markt fast zusammengebrochen. Selbst Caterpillar, der größte Baumaschinenhersteller der Welt, habe Rückgänge von 30 Prozent hinnehmen müssen.

Erfreulich sei dagegen die Entwicklung in Deutschland. Grund sei die enorme Steigerung im Wohnungsbau, denn wegen der niedrigen Zinsen legten die Menschen ihr Geld lieber in Immobilien an statt in Aktien oder anderen Anlageformen. Ebenfalls erfreulich hat sich der Auftragsbestand entwickelt. Er stieg von 762,7 auf 995,6 Millionen Euro.

Insgesamt hat die Bauer AG ihren Umsatz im Jahr 2015 stark gesteigert – und zwar um 6,2 Prozent auf 1,656 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis stieg von 76,4 auf 90,7 Millionen Euro.

Das sind Europas größte Baukonzerne

Platz 9

NCC AB – 8,42 Milliarden Euro Umsatz

Das schwedische Unternehmen mit seinen knapp 18.000 Mitarbeitern wurde erst 1988 gegründet. Heute besteht es aus vier großen Geschäftsbereichen, unter anderem „NCC Housing“ und „NCC Roads“.

Platz 8

Ferrovial (Spanien) – 9,7 Milliarden Euro Umsatz

Das Unternehmen aus Madrid baut und betreibt auch Autobahnen und Flughäfen. Der Konzern errichtete unter anderem das Guggenheim-Museum in Bilbao.

Platz 7

Balfour Beatty (Großbritannien) - 11,63 Milliarden Euro Umsatz

Bereits seit 1909 sind die traditionsreichen Briten im Baugeschäft tätig und gehören zu den Platzhirschen in Europa. Die Londoner beschäftigen europaweit rund 30.000 Mitarbeiter.

Platz 6

Strabag (Österreich) – 13,12 Milliarden Euro Umsatz

Aus Wien in die Welt: Die Österreicher haben vor allem in Osteuropa expandiert. Seit 2014 konnte der Konzern den zuvor stark abgerutschten Umsatz stabilisieren und zuletzt wieder leicht steigern.

Platz 5

Eiffage (Frankreich) – 14,06 Milliarden Euro Umsatz

Neben einigen TGV-Trassen gehört auch die Erweiterung des EU-Parlaments zu den großen Projekten des Konzerns. In Deutschland sind rund 3.000 Eiffage-Mitarbeiter beschäftigt.

Platz 4

Skanska (Schweden) - 16,36 Milliarden Euro Umsatz

Kaum eine Straße, ein Kraftwerk oder Bürogebäude in Schweden ist ohne Beteiligung des skandinavischen Bauriesen entstanden. Auch international sind die Schweden aus Solna mittlerweile breit aufgestellt.

Platz 3

Bouygues (Frankreich) - 32,43 Milliarden Euro Umsatz

Neben Immobilien und dem Straßenbau ist der Pariser Konzern Großaktionär des französischen Fernsehsenders TF1. 2015 musste das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr leichte Umsatzeinbußen hinnehmen.

Platz 2

ACS (Spanien) - 34,93 Milliarden Euro Umsatz

Die Spanier haben in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Allein in den vergangenen drei Jahren stieg der Umsatz um rund zehn Milliarden Euro und ACS klettert das Treppchen weiter hoch. Zum Konzern gehört auch das deutsche Unternehmen Hochtief.

Platz 1

Vinci (Frankreich) – 38,52 Milliarden Euro Umsatz

Der größte Baukonzern Europas ist auch der größte Baukonzern der Welt und in der Kleinstadt Rueil-Malmaison nahe Paris beheimatet. Dem Konzern gehört unter anderem die Hälfte aller französischen Autobahnen. 2015 verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzminus von knapp 0,5 Prozent.

Quelle: Deloitte

Ein Glückstreffer war für Bauer dabei ein Joint-Venture mit dem Ölbohrkonzern Schlumberger. Bauer entwickelt und baut mit dem US-Konzern neue Maschinen, die nicht nur bohren, sondern auch den dabei entstehenden Abfall abtransportieren können. „Das Geschäft war nicht nur Glück, sondern wir haben sechs Jahre daran gearbeitet“, sagte Bauer.

Der Bauer-Konzern ist mit seinen drei Segmenten Bau, Maschinen und Resources, also Produkte und Dienstleistungen rund um Wasser und Bodenschätze, mit mehr als 110 Tochterfirmen in rund 70 Ländern der Welt tätig. Bauer beschäftigt 10.738 Mitarbeiter. „Um aber wieder dahin zu kommen, wo wir schon mal waren, ist noch eine Menge Arbeit nötig“, erklärte Bauer. Die zunehmende Urbanisierung und das Thema Wasser böten für seinen Konzern große Chancen.

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