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22.04.2015

21:06 Uhr

Baukonzern

Bilfinger kassiert fünfte Jahresprognose

Zum fünften Mal seit Juni vergangenen Jahres muss der Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger seine Jahresprognose für 2015 kassieren. Die Aktie stürzte ab – nun soll ein rigoroses Sparprogramm helfen.

Bilfinger muss wieder einmal seine Jahresprognose kassieren. Reuters

Schock für die Anleger

Bilfinger muss wieder einmal seine Jahresprognose kassieren.

FrankfurtDer kriselnde Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger hat nach einem Verlust zum Jahresauftakt seine Prognosen für das laufende Jahr erneut kassiert. Bilfinger werde die für 2015 gesteckten Geschäftsziele für Ergebnis und Leistung nicht erreichen, teilte das Unternehmen am Mittwochabend mit.

Es ist bereits die fünfte Prognosesenkung seit Juni. Um gegenzusteuern will Bilfinger nun den Sparkurs weiter verschärfen. Die Aktie verlor im nachbörslichen Handel fast zehn Prozent.

Wegen der schlechten Entwicklung des Öl- und Gasgeschäfts in den USA sowie einer sinkenden Nachfrage in der Kraftwerksparte rechnet der Konzern nun mit „erheblichen Rückgängen“ beim operativen Gewinn (bereinigtes Ebita) gegenüber dem Vorjahreswert von 270 Millionen Euro.

Bislang hatte Bilfinger einen Anstieg von bis zu fünf Prozent prognostiziert. Das Geschäft mit Projektierung, Bau und Wartung von Kraftwerken und Stromnetzen war im vergangenen Jahr der Hauptgrund für den ersten Konzernverlust seit 1998. Lediglich die Sparte Building & Facility entwickle sich entsprechend der Prognosen, teilte Bilfinger mit.

Im ersten Quartal rutschte das Unternehmen in die roten Zahlen. Operativ stand ein Verlust von acht Millionen Euro zu Buche nach einem Gewinn von 47 Millionen Euro im Jahr zuvor. Die Leistung erreichte 1,76 Milliarden Euro nach 1,72 Milliarden Euro. In der Kraftwerksparte hätten sich einige Projekte schlechter entwickelt und es habe Unterauslastungen gegeben. zudem seien deutlich weniger Aufträge im Geschäft mit Kraftwerken hereingekommen.

Das sind Europas größte Baukonzerne

Platz 9

Koninklijke Bam Groep (Niederlande) – 6,98 Milliarden Euro Umsatz

Das Unternehmen aus dem niederländischen Bunnik bei Utrecht ist europaweit tätig und hat rund 19.500 Mitarbeiter.

Platz 8

Ferrovial (Spanien) – 10,76 Milliarden Euro Umsatz

Das Unternehmen aus Madrid baut und betreibt auch Autobahnen und Flughäfen. Der Konzern errichtete unter anderem das Guggenheim-Museum in Bilbao.

Platz 7

Balfour Beatty (Großbritannien) - 10,6 Milliarden Euro Umsatz

Bereits seit 1909 sind die traditionsreichen Briten im Baugeschäft tätig und gehören zu den Platzhirschen in Europa. Die Londoner beschäftigen europaweit rund 30.000 Mitarbeiter.

Platz 6

Strabag (Österreich) – 12,4 Milliarden Euro Umsatz

Aus Wien in die Welt: Die Österreicher haben vor allem in Osteuropa expandiert. Seit 2014 konnte der Konzern den zuvor stark abgerutschten Umsatz stabilisieren.

Platz 5

Eiffage (Frankreich) – 14,31 Milliarden Euro Umsatz

Neben einigen TGV-Trassen gehört auch die Erweiterung des EU-Parlaments zu den großen Projekten des Konzerns. In Deutschland sind rund 3000 Eiffage-Mitarbeiter beschäftigt.

Platz 4

Skanska (Schweden) - 15,35 Milliarden Euro Umsatz

Kaum eine Straße, ein Kraftwerk oder Bürogebäude in Schweden ist ohne Beteiligung des skandinavischen Bauriesen entstanden. Auch international sind die Schweden aus Solna mittlerweile breit aufgestellt.

Platz 3

Bouygues (Frankreich) - 31,77 Milliarden Euro Umsatz

Neben Immobilien und dem Straßenbau ist der Pariser Konzern Großaktionär des französischen Fernsehsenders TF1. 2016 musste das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr leichte Umsatzeinbußen hinnehmen.

Platz 2

ACS (Spanien) - 31,98 Milliarden Euro Umsatz

Die Spanier haben in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Zum Konzern gehört auch das deutsche Unternehmen Hochtief.

Platz 1

Vinci (Frankreich) – 38,07 Milliarden Euro Umsatz

Der größte Baukonzern Europas ist auch der größte Baukonzern der Welt und in der Kleinstadt Rueil-Malmaison nahe Paris beheimatet. Dem Konzern gehört unter anderem die Hälfte aller französischen Autobahnen. 2016 verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzminus von 1,1 Prozent.

Quelle: Deloitte

Übergangschef Herbert Bodner setzt nun den Rotstift an. In der Kraftwerksparte werde es zu zusätzlichen Sparmaßnahmen und einer grundlegenden Neuausrichtung kommen. Weitere Abschreibungen seien zudem nicht auszuschließen. Bodner, der seit dem Rücktritt von Roland Koch im August den Konzern übergangsweise führt, hatte bereits einen umfassenden Personalabbau angekündigt.

Sobald ein neuer Vorstandschef gefunden sei, werde Bilfinger eine neue Prognose für 2015 herausgeben. Erst vor drei Wochen hat Bilfinger einen neuen Finanzchef bekommen, den früheren Pro Sieben-Sat.1 -Finanzchef Axel Salzmann.

Von

rtr

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