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07.05.2013

10:25 Uhr

Baukonzern

Hochtief sagt „Tschüss, Tirana!“

Der Baukonzern Hochtief verkauft seine Flughafen-Beteiligungen in Albanien und anderen Ländern. Die Einnahmen lassen den Konzernchef optimistischer aufs Jahr blicken.

Mit dem Verkauf der Flughafen-Beteiligungen will Hochtief Löcher in der Kasse stopfen. dpa

Mit dem Verkauf der Flughafen-Beteiligungen will Hochtief Löcher in der Kasse stopfen.

Düsseldorf/BerlinDeutschlands größter Baukonzern Hochtief schlägt nach mehreren fehlgeschlagenen Anläufen seine Flughafen-Beteiligungen los. Hochtief habe am Dienstag mit einer Tochtergesellschaft des kanadischen Pensionsfonds PSP Investments den Verkauf aller Anteile der Hochtief AirPort GmbH vereinbart, teilte das Unternehmen in Essen mit.

Die Transaktion solle rückwirkend zum 1. Januar 2013 in Kraft treten und Hochtief rund 1,1 Milliarden Euro in die Kassen spülen. Hochtief AirPort hält unter anderem Beteiligungen an den Flughäfen Düsseldorf, Hamburg, Athen, Budapest und Sydney. Mit den Einnahmen will Hochtief die Verschuldung abbauen und in das Infrastrukturgeschäft investieren.

Das sind Europas größte Baukonzerne

Platz 9

NCC AB – 8,42 Milliarden Euro Umsatz

Das schwedische Unternehmen mit seinen knapp 18.000 Mitarbeitern wurde erst 1988 gegründet. Heute besteht es aus vier großen Geschäftsbereichen, unter anderem „NCC Housing“ und „NCC Roads“.

Platz 8

Ferrovial (Spanien) – 9,7 Milliarden Euro Umsatz

Das Unternehmen aus Madrid baut und betreibt auch Autobahnen und Flughäfen. Der Konzern errichtete unter anderem das Guggenheim-Museum in Bilbao.

Platz 7

Balfour Beatty (Großbritannien) - 11,63 Milliarden Euro Umsatz

Bereits seit 1909 sind die traditionsreichen Briten im Baugeschäft tätig und gehören zu den Platzhirschen in Europa. Die Londoner beschäftigen europaweit rund 30.000 Mitarbeiter.

Platz 6

Strabag (Österreich) – 13,12 Milliarden Euro Umsatz

Aus Wien in die Welt: Die Österreicher haben vor allem in Osteuropa expandiert. Seit 2014 konnte der Konzern den zuvor stark abgerutschten Umsatz stabilisieren und zuletzt wieder leicht steigern.

Platz 5

Eiffage (Frankreich) – 14,06 Milliarden Euro Umsatz

Neben einigen TGV-Trassen gehört auch die Erweiterung des EU-Parlaments zu den großen Projekten des Konzerns. In Deutschland sind rund 3.000 Eiffage-Mitarbeiter beschäftigt.

Platz 4

Skanska (Schweden) - 16,36 Milliarden Euro Umsatz

Kaum eine Straße, ein Kraftwerk oder Bürogebäude in Schweden ist ohne Beteiligung des skandinavischen Bauriesen entstanden. Auch international sind die Schweden aus Solna mittlerweile breit aufgestellt.

Platz 3

Bouygues (Frankreich) - 32,43 Milliarden Euro Umsatz

Neben Immobilien und dem Straßenbau ist der Pariser Konzern Großaktionär des französischen Fernsehsenders TF1. 2015 musste das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr leichte Umsatzeinbußen hinnehmen.

Platz 2

ACS (Spanien) - 34,93 Milliarden Euro Umsatz

Die Spanier haben in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Allein in den vergangenen drei Jahren stieg der Umsatz um rund zehn Milliarden Euro und ACS klettert das Treppchen weiter hoch. Zum Konzern gehört auch das deutsche Unternehmen Hochtief.

Platz 1

Vinci (Frankreich) – 38,52 Milliarden Euro Umsatz

Der größte Baukonzern Europas ist auch der größte Baukonzern der Welt und in der Kleinstadt Rueil-Malmaison nahe Paris beheimatet. Dem Konzern gehört unter anderem die Hälfte aller französischen Autobahnen. 2015 verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzminus von knapp 0,5 Prozent.

Quelle: Deloitte

Der Konzern traut sich nach der Transaktion und aufgrund florierender Geschäfte in Australien jetzt mehr zu. „Der Ausblick hellt sich weiter auf“, bilanzierte Konzernchef Marcelino Fernandez Verdes am Dienstag in Essen. Unter Berücksichtigung der Flughafen-Transaktion erwarte Hochtief 2013 nun ein Ergebnis vor Steuern (Ebt) von 600 bis 680 Millionen Euro und einen Konzerngewinn von 180 bis 220 Millionen Euro. Bisher hatte Hochtief beim Ergebnis vor Steuern maximal etwa 656 Millionen Euro erwartet.

Im ersten Quartal verdiente der Konzern zudem mehr als von Analysten erwartet. Der Umsatz belief sich auf 5,5 Milliarden Euro bei Auftragseingängen in gleicher Höhe und einem Vorsteuerergebnis in Höhe von 123,3 Millionen Euro, wie Hochtief kurz vor Beginn der Hauptversammlung am Dienstag mitteilte. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 43,5 Millionen Euro. Von Reuters befragte Analysten hatten einen Außenumsatz von 5,6 Milliarden Euro, ein Ergebnis vor Steuern von 107 Millionen Euro und einen Gewinn von 23,6 Millionen Euro erwartet.

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Den Verkauf der Flugahfen-Beteiligungen hatte eigentlich bereits der frühere Hochtief-Chef Frank Stieler im Jahr 2011 unter Dach und Fach bringen wollen. Hochtief hatte damals auf einen Erlös von bis zu 1,5 Milliarden Euro gehofft. Doch Stieler musste seinen Hut nehmen, die Flughäfen blieben bei Hochtief. Unter dem seit November amtierenden neuen Hochtief-Chef Marcelino Fernandez Verdes streckte der Konzern erneut seine Fühler nach Interessenten für das Flughafen-Paket aus.

Die australische Hochtief-Tochter Leighton hatte nach mehreren Verlustquartalen, die aus Problemen bei zwei Großprojekten resultierten, wieder in die Spur gefunden. Leighton hatte im ersten Quartal einen Gewinn von umgerechnet knapp 100 Millionen Euro eingefahren.

Von

rtr

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