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27.02.2014

10:33 Uhr

Baukonzern

Hochtief streicht Stellen trotz Gewinnzuwachs

Der Baukonzern Hochtief hat im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich mehr Gewinn erwirtschaftet. Profiteure davon sind vor allem die Anteilseigner. Auf Mitarbeiterebene setzt Unternehmenschef Verdes den Rotstift an.

Der deutsche Baukonzern zahlt nach einem Gewinnsprung im vergangenen Jahr deutlich höhere Dividende. Für 2014 hat Hochtief große Pläne. Reuters

Der deutsche Baukonzern zahlt nach einem Gewinnsprung im vergangenen Jahr deutlich höhere Dividende. Für 2014 hat Hochtief große Pläne.

EssenDer von Hochtief-Chef Marcelino Fernandez Verdes verordnete Umbau zahlt sich für die Anteilseigner um Großaktionär ACS aus: Der Essener Bauriese schaffte 2013 einen Gewinnsprung und schüttet eine deutlich höhere Dividende aus. Das Ergebnis vor Steuern kletterte 2013 auf 799,8 Millionen Euro (Vorjahr: 541,4 Millionen Euro), der Konzerngewinn nach Minderheiten legte von 115,2 auf 171,2 Millionen Euro zu, wie Hochtief am Donnerstag mitteilte.

Zugleich kündigte Konzernchef Marcelino Fernández Verdes am Donnerstag an, dass er 800 bis 1000 Stellen in seinem Deutschlandgeschäft streichen will. Mit mehr als 80 Prozent der betroffenen Mitarbeiter sei bereits eine einvernehmliche Einigung erzielt worden. Ziel sei es, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden, so der Konzernchef. Insgesamt beschäftigt Hochtief bei der betroffenen Tochter Solutions in Deutschland rund 6 000 Mitarbeiter.

Das sind Europas größte Baukonzerne

Platz 9

NCC AB – 8,42 Milliarden Euro Umsatz

Das schwedische Unternehmen mit seinen knapp 18.000 Mitarbeitern wurde erst 1988 gegründet. Heute besteht es aus vier großen Geschäftsbereichen, unter anderem „NCC Housing“ und „NCC Roads“.

Platz 8

Ferrovial (Spanien) – 9,7 Milliarden Euro Umsatz

Das Unternehmen aus Madrid baut und betreibt auch Autobahnen und Flughäfen. Der Konzern errichtete unter anderem das Guggenheim-Museum in Bilbao.

Platz 7

Balfour Beatty (Großbritannien) - 11,63 Milliarden Euro Umsatz

Bereits seit 1909 sind die traditionsreichen Briten im Baugeschäft tätig und gehören zu den Platzhirschen in Europa. Die Londoner beschäftigen europaweit rund 30.000 Mitarbeiter.

Platz 6

Strabag (Österreich) – 13,12 Milliarden Euro Umsatz

Aus Wien in die Welt: Die Österreicher haben vor allem in Osteuropa expandiert. Seit 2014 konnte der Konzern den zuvor stark abgerutschten Umsatz stabilisieren und zuletzt wieder leicht steigern.

Platz 5

Eiffage (Frankreich) – 14,06 Milliarden Euro Umsatz

Neben einigen TGV-Trassen gehört auch die Erweiterung des EU-Parlaments zu den großen Projekten des Konzerns. In Deutschland sind rund 3.000 Eiffage-Mitarbeiter beschäftigt.

Platz 4

Skanska (Schweden) - 16,36 Milliarden Euro Umsatz

Kaum eine Straße, ein Kraftwerk oder Bürogebäude in Schweden ist ohne Beteiligung des skandinavischen Bauriesen entstanden. Auch international sind die Schweden aus Solna mittlerweile breit aufgestellt.

Platz 3

Bouygues (Frankreich) - 32,43 Milliarden Euro Umsatz

Neben Immobilien und dem Straßenbau ist der Pariser Konzern Großaktionär des französischen Fernsehsenders TF1. 2015 musste das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr leichte Umsatzeinbußen hinnehmen.

Platz 2

ACS (Spanien) - 34,93 Milliarden Euro Umsatz

Die Spanier haben in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Allein in den vergangenen drei Jahren stieg der Umsatz um rund zehn Milliarden Euro und ACS klettert das Treppchen weiter hoch. Zum Konzern gehört auch das deutsche Unternehmen Hochtief.

Platz 1

Vinci (Frankreich) – 38,52 Milliarden Euro Umsatz

Der größte Baukonzern Europas ist auch der größte Baukonzern der Welt und in der Kleinstadt Rueil-Malmaison nahe Paris beheimatet. Dem Konzern gehört unter anderem die Hälfte aller französischen Autobahnen. 2015 verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzminus von knapp 0,5 Prozent.

Quelle: Deloitte

Gewinner sind die Anteilseigner: Sie sollen eine Dividende von 1,50 (Vorjahr 1,00) Euro je Anteilsschein erhalten – deutlich mehr als Analysten erwartet hatten. Die Aktionäre sollen aber noch von einem weiteren Schritt profitieren: Verdes will zehn Prozent der Hochtief-Aktien einziehen. Diese hatte der Konzern bereits eingesammelt. Der Anteil des spanischen Mutterkonzerns klettert damit weiter auf rund 55 Prozent, sagte ein Hochtief-Sprecher.

In diesem Jahr will Hochtief nun den operativen Konzerngewinn auf 225 bis 250 Millionen Euro steigern – von 208 Millionen Euro im Jahr 2013. Der Auftragseingang werde aber zurückgehen, räumte der Konzern ein. Von Reuters befragte Analysten hatten für 2013 einen Überschuss nach Minderheiten von 174 Millionen Euro prognostiziert. Die Dividende hatten sie bei 1,32 Euro erwartet.

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