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27.07.2016

19:10 Uhr

Baukonzern

Hochtief verdient mehr trotz sinkender Umsätze

Der Gewinn des deutschen Bauriesen Hochtief steigt im zweiten Quartal deutlich. Und das obwohl die Essener Abstriche bei den Umsätzen machen mussten. Der tiefgreifende Umbau des Konzerns scheint sich auszuzahlen.

Der Essener Bauriese setzt voll auf das klassische Baugeschäft – anders als Bilfinger, der sich auf Dienstleistungen konzentriert. dpa

Hochtief

Der Essener Bauriese setzt voll auf das klassische Baugeschäft – anders als Bilfinger, der sich auf Dienstleistungen konzentriert.

DüsseldorfBeim größten deutsche Baukonzern Hochtief zahlen sich die Umbauarbeiten aus. Der Konzern verdiente trotz sinkender Umsätze im zweiten Quartal mehr. Hochtief-Chef Marcelino Fernandez Verdes hat die Essener auf Profit getrimmt, unrentable Aufträge nimmt Hochtief nicht mehr in die Bücher. Hochtief zeige eine „signifikante Ergebnis- und Margenverbesserung“, betonte er.

Der bereinigte operative Gewinn kletterte im Quartal auf 88,4 (Vorjahr: 68,5) Millionen Euro, wie Hochtief am Mittwoch mitteilte. Abstriche musste der Konzern aber bei den Umsatzerlösen machen, die auf 4,9 (5,7) Milliarden Euro sanken. Hier musste die australische Tochter Cimic Federn lassen.

Doch Fernandez Verdes sieht bei den Erlösen bei Hochtief bereits eine Trendumkehr: Gegenüber dem Vorquartal sei der Umsatz von April bis Juni um zwölf Prozent gestiegen. Der Auftragsbestand summierte sich auf 38,8 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr peilt der zum spanischen ACS-Konzern gehörende Essener Bauriese weiter einen Anstieg des operativen Gewinns auf 300 bis 360 Millionen Euro an – bis zu 35 Prozent mehr als im Vorjahr.

Das sind Europas größte Baukonzerne

Platz 9

NCC AB – 8,42 Milliarden Euro Umsatz

Das schwedische Unternehmen mit seinen knapp 18.000 Mitarbeitern wurde erst 1988 gegründet. Heute besteht es aus vier großen Geschäftsbereichen, unter anderem „NCC Housing“ und „NCC Roads“.

Platz 8

Ferrovial (Spanien) – 9,7 Milliarden Euro Umsatz

Das Unternehmen aus Madrid baut und betreibt auch Autobahnen und Flughäfen. Der Konzern errichtete unter anderem das Guggenheim-Museum in Bilbao.

Platz 7

Balfour Beatty (Großbritannien) - 11,63 Milliarden Euro Umsatz

Bereits seit 1909 sind die traditionsreichen Briten im Baugeschäft tätig und gehören zu den Platzhirschen in Europa. Die Londoner beschäftigen europaweit rund 30.000 Mitarbeiter.

Platz 6

Strabag (Österreich) – 13,12 Milliarden Euro Umsatz

Aus Wien in die Welt: Die Österreicher haben vor allem in Osteuropa expandiert. Seit 2014 konnte der Konzern den zuvor stark abgerutschten Umsatz stabilisieren und zuletzt wieder leicht steigern.

Platz 5

Eiffage (Frankreich) – 14,06 Milliarden Euro Umsatz

Neben einigen TGV-Trassen gehört auch die Erweiterung des EU-Parlaments zu den großen Projekten des Konzerns. In Deutschland sind rund 3.000 Eiffage-Mitarbeiter beschäftigt.

Platz 4

Skanska (Schweden) - 16,36 Milliarden Euro Umsatz

Kaum eine Straße, ein Kraftwerk oder Bürogebäude in Schweden ist ohne Beteiligung des skandinavischen Bauriesen entstanden. Auch international sind die Schweden aus Solna mittlerweile breit aufgestellt.

Platz 3

Bouygues (Frankreich) - 32,43 Milliarden Euro Umsatz

Neben Immobilien und dem Straßenbau ist der Pariser Konzern Großaktionär des französischen Fernsehsenders TF1. 2015 musste das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr leichte Umsatzeinbußen hinnehmen.

Platz 2

ACS (Spanien) - 34,93 Milliarden Euro Umsatz

Die Spanier haben in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Allein in den vergangenen drei Jahren stieg der Umsatz um rund zehn Milliarden Euro und ACS klettert das Treppchen weiter hoch. Zum Konzern gehört auch das deutsche Unternehmen Hochtief.

Platz 1

Vinci (Frankreich) – 38,52 Milliarden Euro Umsatz

Der größte Baukonzern Europas ist auch der größte Baukonzern der Welt und in der Kleinstadt Rueil-Malmaison nahe Paris beheimatet. Dem Konzern gehört unter anderem die Hälfte aller französischen Autobahnen. 2015 verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzminus von knapp 0,5 Prozent.

Quelle: Deloitte

Der von ACS entsandte Hochtief-Chef hatte dem Konzern einen tiefgreifenden Umbau verordnet und Beteiligungen wie Flughäfen, Immobilienunternehmen, Wohnungsentwickler oder die australische Tochter John Holland verkauft. Er setzt voll auf das klassische Baugeschäft – anders als der kriselnde Bilfinger-Konzern, der sich vor allem auf Dienstleistungen konzentriert.

Hochtief setzt dabei auf Länder abseits des deutschen Heimatmarktes – in der Bundesrepublik fuhr Hochtief im Halbjahr rund fünf Prozent seiner Umsätze ein. Aber auch in den Mitarbeiterzahlen spiegelt sich der Sparkurs wider. Hochtief beschäftigte im zweiten Quartal knapp 44.900 Menschen, vor Jahresfrist waren es noch über 49.000 Mitarbeiter – unter anderem bei Cimic fielen Stellen weg.

Von

rtr

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