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28.02.2017

11:41 Uhr

Baukonzern

Hochtief würde sich für Trumps Mauerbau bewerben

Die Hochtief-Aktionäre erhalten wegen einer Gewinnsteigerung 2016 eine größere Dividende. Für 2017 erwartet der Baukonzern noch einen Wachstumsschub. Den Mauerbau in den USA schließt Hochtief-Chef Verdes nicht aus.

Für das Bauunternehmen lief das Geschäft besonders in Amerika, Australien und Europa gut. dpa

Hochtief

Für das Bauunternehmen lief das Geschäft besonders in Amerika, Australien und Europa gut.

DüsseldorfDer größte deutsche Baukonzern Hochtief zahlt nach einem Gewinnsprung 2016 seinen Aktionären eine deutlich höhere Dividende. Auch für das laufende Jahr ist Konzernchef Marcelino Fernandez Verdes optimistisch, würden doch in Europa, Nordamerika und Asien Großprojekte mit einem Volumen von 150 Milliarden Euro auf den Markt kommen, die Hochtief ins Visier nehmen kann. Im lange kriselnden Deutschland-Geschäft konnte Hochtief ebenfalls deutlich zulegen.

„Hochtief hat seine Ergebnisse 2016 signifikant gesteigert“, bilanzierte Fernandez Verdes. Der um Einmaleffekte bereinigte operative Konzerngewinn sei dank Zuwächsen in Amerika, Australien und Europa um 37 Prozent auf 361 Millionen Euro gestiegen. Die Aktionäre, darunter der spanische Mutterkonzern ACS, sollen eine Dividende von 2,60 Euro je Aktie erhalten. Für 2015 waren zwei Euro je Anteilsschein gezahlt worden. Die Steigerung um 30 Prozent „bringt gleichzeitig die Zuversicht (..) hinsichtlich der künftigen Entwicklung zum Ausdruck“, betonte der Hochtief-Chef.

Das sind Europas größte Baukonzerne

Platz 9

NCC AB – 8,42 Milliarden Euro Umsatz

Das schwedische Unternehmen mit seinen knapp 18.000 Mitarbeitern wurde erst 1988 gegründet. Heute besteht es aus vier großen Geschäftsbereichen, unter anderem „NCC Housing“ und „NCC Roads“.

Platz 8

Ferrovial (Spanien) – 9,7 Milliarden Euro Umsatz

Das Unternehmen aus Madrid baut und betreibt auch Autobahnen und Flughäfen. Der Konzern errichtete unter anderem das Guggenheim-Museum in Bilbao.

Platz 7

Balfour Beatty (Großbritannien) - 11,63 Milliarden Euro Umsatz

Bereits seit 1909 sind die traditionsreichen Briten im Baugeschäft tätig und gehören zu den Platzhirschen in Europa. Die Londoner beschäftigen europaweit rund 30.000 Mitarbeiter.

Platz 6

Strabag (Österreich) – 13,12 Milliarden Euro Umsatz

Aus Wien in die Welt: Die Österreicher haben vor allem in Osteuropa expandiert. Seit 2014 konnte der Konzern den zuvor stark abgerutschten Umsatz stabilisieren und zuletzt wieder leicht steigern.

Platz 5

Eiffage (Frankreich) – 14,06 Milliarden Euro Umsatz

Neben einigen TGV-Trassen gehört auch die Erweiterung des EU-Parlaments zu den großen Projekten des Konzerns. In Deutschland sind rund 3.000 Eiffage-Mitarbeiter beschäftigt.

Platz 4

Skanska (Schweden) - 16,36 Milliarden Euro Umsatz

Kaum eine Straße, ein Kraftwerk oder Bürogebäude in Schweden ist ohne Beteiligung des skandinavischen Bauriesen entstanden. Auch international sind die Schweden aus Solna mittlerweile breit aufgestellt.

Platz 3

Bouygues (Frankreich) - 32,43 Milliarden Euro Umsatz

Neben Immobilien und dem Straßenbau ist der Pariser Konzern Großaktionär des französischen Fernsehsenders TF1. 2015 musste das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr leichte Umsatzeinbußen hinnehmen.

Platz 2

ACS (Spanien) - 34,93 Milliarden Euro Umsatz

Die Spanier haben in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Allein in den vergangenen drei Jahren stieg der Umsatz um rund zehn Milliarden Euro und ACS klettert das Treppchen weiter hoch. Zum Konzern gehört auch das deutsche Unternehmen Hochtief.

Platz 1

Vinci (Frankreich) – 38,52 Milliarden Euro Umsatz

Der größte Baukonzern Europas ist auch der größte Baukonzern der Welt und in der Kleinstadt Rueil-Malmaison nahe Paris beheimatet. Dem Konzern gehört unter anderem die Hälfte aller französischen Autobahnen. 2015 verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzminus von knapp 0,5 Prozent.

Quelle: Deloitte

Im laufenden Jahr peilt Hochtief mit einem Auftragsbestand von 43,1 (Vorjahr: 36) Milliarden Euro im Rücken einen operativen Konzerngewinn von 410 bis 450 Millionen Euro an, das entspricht einer Steigerung von 13 bis 25 Prozent gegenüber 2016. Zudem erwartet Fernandez Verdes ein Umsatzwachstum von mehr als zehn Prozent. Weltweit müssen Autobahnen ausgebaut oder erneuert werden, Hafenanlagen entstehen und Hochhäuser werden gebaut – Hochtief will davon weiter profitieren. Allein in Deutschland legten die Neuaufträge um mehr als 600 Millionen Euro zu, der Gewinn im Europa-Geschäft stieg 2016 deutlich - und soll 2017 weiter zulegen.

Nun denkt der Konzern offensichtlich über eine Bewerbung um den Auftrag zum Bau einer Grenzmauer der USA zu Mexiko nach. Derzeit sei noch unklar, was die neue US-Regierung unter Präsident Donald Trump plane, sagte Hochtief-Chef Marcelino Fernandez Verdes am Dienstag in Düsseldorf. Hochtief sei aber offen für alle Aufträge in den USA, fügte er hinzu. Trump hatte immer wieder angekündigt, eine Mauer an der Grenze errichten zu wollen. Hochtief ist in den USA mit den Töchtern Flatiron und Turner vertreten. Der Konzern hofft auf Milliarden-Aufträge in den USA.

Der von ACS entsandte Hochtief-Chef hatte dem Konzern einen tiefgreifenden Umbau verordnet und Beteiligungen wie Flughäfen, Immobilienunternehmen, Wohnungsentwickler oder Tochtergesellschaften in Australien verkauft. Er trimmt den Konzern auf Profit, nimmt nicht mehr Aufträge mit niedrigen Margen in die Bücher und setzt voll auf das klassische Baugeschäft.

Von

rtr

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