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30.04.2015

08:23 Uhr

Baukonzern mit Gewinnsprung

Australien macht Hochtief froh

Der Spanier Verdes baut Hochtief um – und zumindest die Zahlen geben ihm Recht. Die Verkäufe geben Auftrieb. Nicht nur in Australien wächst der Gewinn, auch in Europa stehen wieder schwarze Zahlen.

Der spanische Vorstandschef baut Hochtief um. dpa

Marcelino Fernandez Verdes

Der spanische Vorstandschef baut Hochtief um.

EssenHochtief -Chef Marcelino Fernandez Verdes fährt die Früchte des von ihm verordneten Konzernumbaus ein: Der Essener Bauriese ist mit einem deutlichen Gewinnplus ins Jahr gestartet. Die Zahlen des ersten Quartals seien „Beleg für unsere Fortschritte bei der Umstrukturierung des Konzerns“, bilanzierte der spanische Manager am Donnerstag, der von der Konzernmutter ACS nach Essen entsandt wurde.

Er will Hochtief auf das klassische Baugeschäft konzentrieren und schlägt damit einen anderen Weg ein als Konkurrent Bilfinger, der auf Dienstleistungen setzt. Beim Auftragseingang musste Hochtief aber Federn lassen, denn dieser ging im ersten Quartal zurück.

Hochtief steigerte den um Einmaleffekte bereinigten Konzerngewinn um 44 Prozent auf 60 Millionen Euro. Dabei verdiente der Konzern im Baugeschäft in Nordamerika sowie Australien deutlich mehr. Im lange kriselnden Europa-Geschäft riss der Konzern das Ruder herum: Der Bereich verdiente im operativen Geschäft 300.000 Euro, im Vorjahr stand noch ein Verlust von 6,4 Millionen Euro in den Büchern.

Verdes hatte hier einen harten Sparkurs eingeschlagen und Arbeitsplätze abgebaut, Hochtief verzichtet zudem auf wenig lukrative Aufträge. Der Konzern geht nun davon aus, dass der Bereich im Jahresverlauf die „positive Entwicklung fortsetzt und eine weitere Verbesserung beim operativen Ergebnis“ erreichen werde. Die Jahresprognose bekräftigte Verdes: Für 2015 erwartet er weiter einen operativen Konzerngewinn von 220 bis 260 Millionen Euro.

Das sind Europas größte Baukonzerne

Platz 9

NCC AB – 8,42 Milliarden Euro Umsatz

Das schwedische Unternehmen mit seinen knapp 18.000 Mitarbeitern wurde erst 1988 gegründet. Heute besteht es aus vier großen Geschäftsbereichen, unter anderem „NCC Housing“ und „NCC Roads“.

Platz 8

Ferrovial (Spanien) – 9,7 Milliarden Euro Umsatz

Das Unternehmen aus Madrid baut und betreibt auch Autobahnen und Flughäfen. Der Konzern errichtete unter anderem das Guggenheim-Museum in Bilbao.

Platz 7

Balfour Beatty (Großbritannien) - 11,63 Milliarden Euro Umsatz

Bereits seit 1909 sind die traditionsreichen Briten im Baugeschäft tätig und gehören zu den Platzhirschen in Europa. Die Londoner beschäftigen europaweit rund 30.000 Mitarbeiter.

Platz 6

Strabag (Österreich) – 13,12 Milliarden Euro Umsatz

Aus Wien in die Welt: Die Österreicher haben vor allem in Osteuropa expandiert. Seit 2014 konnte der Konzern den zuvor stark abgerutschten Umsatz stabilisieren und zuletzt wieder leicht steigern.

Platz 5

Eiffage (Frankreich) – 14,06 Milliarden Euro Umsatz

Neben einigen TGV-Trassen gehört auch die Erweiterung des EU-Parlaments zu den großen Projekten des Konzerns. In Deutschland sind rund 3.000 Eiffage-Mitarbeiter beschäftigt.

Platz 4

Skanska (Schweden) - 16,36 Milliarden Euro Umsatz

Kaum eine Straße, ein Kraftwerk oder Bürogebäude in Schweden ist ohne Beteiligung des skandinavischen Bauriesen entstanden. Auch international sind die Schweden aus Solna mittlerweile breit aufgestellt.

Platz 3

Bouygues (Frankreich) - 32,43 Milliarden Euro Umsatz

Neben Immobilien und dem Straßenbau ist der Pariser Konzern Großaktionär des französischen Fernsehsenders TF1. 2015 musste das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr leichte Umsatzeinbußen hinnehmen.

Platz 2

ACS (Spanien) - 34,93 Milliarden Euro Umsatz

Die Spanier haben in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Allein in den vergangenen drei Jahren stieg der Umsatz um rund zehn Milliarden Euro und ACS klettert das Treppchen weiter hoch. Zum Konzern gehört auch das deutsche Unternehmen Hochtief.

Platz 1

Vinci (Frankreich) – 38,52 Milliarden Euro Umsatz

Der größte Baukonzern Europas ist auch der größte Baukonzern der Welt und in der Kleinstadt Rueil-Malmaison nahe Paris beheimatet. Dem Konzern gehört unter anderem die Hälfte aller französischen Autobahnen. 2015 verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzminus von knapp 0,5 Prozent.

Quelle: Deloitte

Verdes, der auch auf dem Chefsessel der jüngst in Cimic umbenannten australischen Ertragsperle Leighton sitzt, räumt bei beiden Konzernen auf, um sie auf Gewinn zu trimmen. Er verkaufte zahlreiche Beteiligungen, Flughäfen, Immobilienunternehmen, Wohnungsentwickler oder die Leighton-Tochter John Holland. Und er könnte dies auch weiter tun. Er prüfe Möglichkeiten, „weiterhin gebundenes Kapital freizusetzen“, hieß es im Geschäftsbericht.

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