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29.11.2013

12:31 Uhr

Baukonzern

Solide Auftragslage schürt Optimismus bei Strabag

Der Gewinn des österreichischen Baukonzerns Strabag ist im dritten Quartal zwar zurückgegangen, doch die gute Entwicklung im Hochbau sorgt für Optimismus. Das viertel Quartal soll besser werden.

Eine Sprecherin erklärte, viele Strabag-Kunden würden fertiggestellte Bauprojekte im vierten Quartal bezahlen - vor allem öffentliche Auftraggeber. Reuters

Eine Sprecherin erklärte, viele Strabag-Kunden würden fertiggestellte Bauprojekte im vierten Quartal bezahlen - vor allem öffentliche Auftraggeber.

WienDer österreichische Baukonzern Strabag hat sich für das laufende vierte Quartal viel vorgenommen. Trotz eines Gewinnrückgangs im Sommer hält das Unternehmen an seinem Ergebnisziel fest und will im laufenden Jahr einen Betriebsgewinn (Ebit) von mindestens 260 Millionen Euro erwirtschaften. Nach den ersten neun Monaten waren es knapp 40 Millionen Euro - Strabag muss also im Schlussquartal mindestens 220 Millionen Euro verdienen, um die Prognose zu erfüllen.

Rückenwind erhofft sich die Firma, die unter anderem das Olympische Dorf für die bevorstehenden Winterspiele im russischen Sotschi gebaut hat, von der anziehenden Bauwirtschaft in Deutschland und Österreich. „Wir sind zuversichtlich: In unseren Heimatmärkten haben wir im Hochbau derzeit sehr gut zu tun“, sagte Firmenchef Thomas Birtel. „Auch für die Zukunft sind unsere Bücher mit einem Auftragsbestand von 14 Milliarden Euro gut gefüllt.“

Eine Sprecherin erklärte, viele Strabag-Kunden würden fertiggestellte Bauprojekte im vierten Quartal bezahlen - vor allem öffentliche Auftraggeber. Auch im vergangenen Jahr hatte Strabag seinen Betriebsgewinn fast ausschließlich in den letzten drei Monaten des Jahres verdient. In der ersten Jahreshälfte schreibt der Baukonzern gewöhnlich Verluste - auch weil im Winter viele Baustellen still stehen.

Das sind Europas größte Baukonzerne

Platz 9

NCC AB – 8,42 Milliarden Euro Umsatz

Das schwedische Unternehmen mit seinen knapp 18.000 Mitarbeitern wurde erst 1988 gegründet. Heute besteht es aus vier großen Geschäftsbereichen, unter anderem „NCC Housing“ und „NCC Roads“.

Platz 8

Ferrovial (Spanien) – 9,7 Milliarden Euro Umsatz

Das Unternehmen aus Madrid baut und betreibt auch Autobahnen und Flughäfen. Der Konzern errichtete unter anderem das Guggenheim-Museum in Bilbao.

Platz 7

Balfour Beatty (Großbritannien) - 11,63 Milliarden Euro Umsatz

Bereits seit 1909 sind die traditionsreichen Briten im Baugeschäft tätig und gehören zu den Platzhirschen in Europa. Die Londoner beschäftigen europaweit rund 30.000 Mitarbeiter.

Platz 6

Strabag (Österreich) – 13,12 Milliarden Euro Umsatz

Aus Wien in die Welt: Die Österreicher haben vor allem in Osteuropa expandiert. Seit 2014 konnte der Konzern den zuvor stark abgerutschten Umsatz stabilisieren und zuletzt wieder leicht steigern.

Platz 5

Eiffage (Frankreich) – 14,06 Milliarden Euro Umsatz

Neben einigen TGV-Trassen gehört auch die Erweiterung des EU-Parlaments zu den großen Projekten des Konzerns. In Deutschland sind rund 3.000 Eiffage-Mitarbeiter beschäftigt.

Platz 4

Skanska (Schweden) - 16,36 Milliarden Euro Umsatz

Kaum eine Straße, ein Kraftwerk oder Bürogebäude in Schweden ist ohne Beteiligung des skandinavischen Bauriesen entstanden. Auch international sind die Schweden aus Solna mittlerweile breit aufgestellt.

Platz 3

Bouygues (Frankreich) - 32,43 Milliarden Euro Umsatz

Neben Immobilien und dem Straßenbau ist der Pariser Konzern Großaktionär des französischen Fernsehsenders TF1. 2015 musste das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr leichte Umsatzeinbußen hinnehmen.

Platz 2

ACS (Spanien) - 34,93 Milliarden Euro Umsatz

Die Spanier haben in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Allein in den vergangenen drei Jahren stieg der Umsatz um rund zehn Milliarden Euro und ACS klettert das Treppchen weiter hoch. Zum Konzern gehört auch das deutsche Unternehmen Hochtief.

Platz 1

Vinci (Frankreich) – 38,52 Milliarden Euro Umsatz

Der größte Baukonzern Europas ist auch der größte Baukonzern der Welt und in der Kleinstadt Rueil-Malmaison nahe Paris beheimatet. Dem Konzern gehört unter anderem die Hälfte aller französischen Autobahnen. 2015 verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzminus von knapp 0,5 Prozent.

Quelle: Deloitte

Von Reuters befragte Analysten haben dennoch Zweifel an der Gewinnprognose. Sie erwarten für das laufende Jahr durchschnittlich ein Ebit von 255 Millionen Euro und eine Bauleistung von 13,6 Milliarden Euro. Strabag selbst hat den Aktionären eine Leistung von rund 14 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Dieses Ziel werde die Firma „annähernd“ erreichen, hieß es in der Mitteilung.

In den vergangenen Jahren hatte Strabag eine Flaute bei Neuaufträgen der öffentlichen Hand zu schaffen gemacht, weil viele Länder und Staaten angesichts der Schuldenkrise knapp bei Kasse waren. Zuletzt hatten die Österreicher aber einige Straßenbauaufträge an Land gezogen - etwa in Ungarn, der Slowakei, dem Oman oder Bosnien.

Auch in Polen gebe es „erste Zeichen einer leichten Verbesserung des Klimas im Bausektor“, bekräftigte Birtel. Zwischen 2014 und 2020 sollen dort über 700 Kilometer an Schnellstraßen gebaut werden. In dem osteuropäischen Land hatten viele Firmen dank des Baubooms vor der Fußball-EM 2012 gut verdient. Danach hatte der Staat jedoch kein Geld mehr. Der Aufschwung brach abrupt ab und manche Konkurrenten schlitterten in die Pleite. Auch Strabag musste hunderte Stellen abbauen und spürt die Folgen der Krise am polnischen Mark noch heute: Die Bauleistung schrumpfte im dritten Quartal unter anderem deshalb um drei Prozent auf 3,96 Milliarden Euro. Der Betriebsgewinn (Ebit) sank im selben Zeitraum um vier Prozent auf 162 Millionen Euro.

Von

rtr

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