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10.05.2017

13:05 Uhr

Baukonzern steigert Gewinn

Hochtief trumpft in Australien und Amerika auf

Hochtief hat seinen Gewinn im abgelaufenen Quartal deutlich gesteigert. Das lag vor allem an Kosteneinsparungen bei Deutschlands größtem Baukonzern – und am brummenden Geschäft in Australien und Nordamerika.

Deutschlands größter Baukonzern hat seinen operativen Gewinn im abgelaufenen Quartal um 30 Prozent gesteigert. dpa

Hochtief

Deutschlands größter Baukonzern hat seinen operativen Gewinn im abgelaufenen Quartal um 30 Prozent gesteigert.

DüsseldorfDie Fokussierung auf das klassische Bau-Geschäft zahlt sich für Hochtief aus. Der Essener Konzern verbuchte im ersten Quartal zweistellige Zuwachsraten bei Umsatz und Gewinn. Hochtief profitierte dabei von Kosteneinsparungen und florierenden Geschäften der Töchter in Australien und Nordamerika.

Vorstandschef Marcelino Fernandez Verdes hatte die Essener in den vergangenen Jahren auf das klassische Baugeschäft ausgerichtet und damit eine andere Strategie gewählt als Konkurrent Bilfinger. Gewinn, Börsenkurs und Dividenden stiegen damit in den vergangenen Jahren. Bei den Anteilseignern kommt das gut an: „Aktionärsherz, was willst du mehr?“, sagte Joachim Kregel von der Aktionärsvereinigung SdK bei der Hauptversammlung in Essen. "Chapeau", rief er dem Vorstand zu.

Der Umsatz kletterte im ersten Quartal um 17 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro, der Gewinn auf 88 (Vorjahr: 63) Millionen Euro. Hochtief sitzt zudem auf prall gefüllten Auftragsbüchern. Der Auftragsbestand summierte sich auf 45 Milliarden Euro. 2017 peilt Hochtief einen operativen Konzerngewinn von 410 bis 450 Millionen Euro an, das entspricht einer Steigerung von 13 bis 25 Prozent gegenüber 2016. Zudem erwartet der Essener Konzern ein Umsatzwachstum von mehr als zehn Prozent.

Das sind Europas größte Baukonzerne

Platz 9

NCC AB – 8,42 Milliarden Euro Umsatz

Das schwedische Unternehmen mit seinen knapp 18.000 Mitarbeitern wurde erst 1988 gegründet. Heute besteht es aus vier großen Geschäftsbereichen, unter anderem „NCC Housing“ und „NCC Roads“.

Platz 8

Ferrovial (Spanien) – 9,7 Milliarden Euro Umsatz

Das Unternehmen aus Madrid baut und betreibt auch Autobahnen und Flughäfen. Der Konzern errichtete unter anderem das Guggenheim-Museum in Bilbao.

Platz 7

Balfour Beatty (Großbritannien) - 11,63 Milliarden Euro Umsatz

Bereits seit 1909 sind die traditionsreichen Briten im Baugeschäft tätig und gehören zu den Platzhirschen in Europa. Die Londoner beschäftigen europaweit rund 30.000 Mitarbeiter.

Platz 6

Strabag (Österreich) – 13,12 Milliarden Euro Umsatz

Aus Wien in die Welt: Die Österreicher haben vor allem in Osteuropa expandiert. Seit 2014 konnte der Konzern den zuvor stark abgerutschten Umsatz stabilisieren und zuletzt wieder leicht steigern.

Platz 5

Eiffage (Frankreich) – 14,06 Milliarden Euro Umsatz

Neben einigen TGV-Trassen gehört auch die Erweiterung des EU-Parlaments zu den großen Projekten des Konzerns. In Deutschland sind rund 3.000 Eiffage-Mitarbeiter beschäftigt.

Platz 4

Skanska (Schweden) - 16,36 Milliarden Euro Umsatz

Kaum eine Straße, ein Kraftwerk oder Bürogebäude in Schweden ist ohne Beteiligung des skandinavischen Bauriesen entstanden. Auch international sind die Schweden aus Solna mittlerweile breit aufgestellt.

Platz 3

Bouygues (Frankreich) - 32,43 Milliarden Euro Umsatz

Neben Immobilien und dem Straßenbau ist der Pariser Konzern Großaktionär des französischen Fernsehsenders TF1. 2015 musste das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr leichte Umsatzeinbußen hinnehmen.

Platz 2

ACS (Spanien) - 34,93 Milliarden Euro Umsatz

Die Spanier haben in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Allein in den vergangenen drei Jahren stieg der Umsatz um rund zehn Milliarden Euro und ACS klettert das Treppchen weiter hoch. Zum Konzern gehört auch das deutsche Unternehmen Hochtief.

Platz 1

Vinci (Frankreich) – 38,52 Milliarden Euro Umsatz

Der größte Baukonzern Europas ist auch der größte Baukonzern der Welt und in der Kleinstadt Rueil-Malmaison nahe Paris beheimatet. Dem Konzern gehört unter anderem die Hälfte aller französischen Autobahnen. 2015 verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzminus von knapp 0,5 Prozent.

Quelle: Deloitte

„Unsere Geschäfte entwickeln sich weltweit sehr gut“, bilanzierte Fernandez Verdes. Und er wittert Chancen – denn rund um den Globus werden neue Autobahnen, Brücken oder Flughäfen gebraucht. Die von US-Präsident Donald Trump geplanten Investitionen in die Infrastruktur böten etwa große Chancen für den Konzern, versicherte der Manager.

Er will Hochtief dabei weiter begleiten. Er bleibe trotz eines Rufs in den Vorstand des spanischen Mutterkonzerns ACS bei dem Essener Bauriesen, sagte Fernandez Verdes: „Es ist mir eine Ehre, für Hochtief zu arbeiten.“ ACS hatte Fernandez Verdes 2012 an die Hochtief-Spitze geschickt. Auch in der Führung der australischen Hochtief-Tochter Cimic ist Fernandez Verdes engagiert.

Von

rtr

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