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30.08.2013

12:27 Uhr

Baukonzern

Strabag bekräftigt Prognose nach Gewinnplus

Das Bauunternehmen Strabag schreibt wieder schwarze Zahlen. Nach dem vor einem Jahr noch ein Minus von acht Millionen Euro zu Buche stand, machte die Firma aus Österreich jetzt einen deutlichen Gewinn.

Bauarbeiter arbeiten auf einer Baustelle des Konzerns Strabag. Das Unternehmen aus Österreich machte im ersten Halbjahr 2013 einen Gewinn von knapp 39 Millionen Euro. dpa

Bauarbeiter arbeiten auf einer Baustelle des Konzerns Strabag. Das Unternehmen aus Österreich machte im ersten Halbjahr 2013 einen Gewinn von knapp 39 Millionen Euro.

AlpbachDie österreichische Strabag sieht für die kriselnde europäische Baubranche erste Silberstreifen am Horizont. Im laufenden Jahr würden sich die Rahmenbedingungen zwar nochmals leicht verschlechtern, was viele der ohnehin angeschlagenen Firmen über einen verstärkten Preiskampf zu spüren bekämen. Am polnischen Markt zeichne sich jedoch ab 2014 erstmals seit langem "eine leichte Verbesserung des Klimas im Bausektor ab", erklärte Strabag-Chef Thomas Birtel am Freitag. Vor der Krise war das osteuropäische Land einer der wichtigsten Märkte für die großen Baukonzerne. Die Anleger honorierten den vorsichtigen Optimismus: Die Strabag-Aktie setzte sich mit einem Plus von 1,3 Prozent an die Spitze des österreichischen Leitindex ATX.

In der Bilanz des österreichischen Konzerns dürfte sich die Erholung bereits im laufenden Jahr niederschlagen. Nach einem geringeren Verlust in der ersten Jahreshälfte geht die Firma bei einer stagnierenden Bauleistung von 14 Milliarden Euro weiterhin von einem Betriebsergebnis (Ebit) von mindestens 260 Millionen Euro aus. Das sind mindestens 50 Millionen Euro mehr als im vergangenen Jahr. Grund für den Optimismus sind mehrere internationale Großaufträge, die Strabag in den vergangenen Monaten an Land gezogen hat. Zudem habe das Unternehmen in Deutschland "einiges zu tun", weil der strenge Winter vielen Straßen zugesetzt habe und diese repariert werden müssen, sagte Birtel.

Der späte Start in die Bausaison durch den langen Winter machte sich im ersten Halbjahr auch in der Bilanz der Firma bemerkbar: Die Bauleistung schrumpfte um sieben Prozent auf 5,6 Milliarden Euro. "Den witterungsbedingten Rückgang der Leistung aus dem ersten Quartal 2013 konnten wir im zweiten Quartal - auch wegen des Hochwassers in weiten Teilen Europas - noch nicht aufholen", sagte Firmenchef Birtel. Dennoch fiel das Ergebnis der Firma besser aus als im Vorjahreszeitraum, in dem ein negativer Einmaleffekt den Gewinn schmälerte: Der saisonal übliche Betriebsverlust (Ebit) verringerte sich um gut ein Viertel auf 123 Millionen Euro.

Auch anderen Bau- und Baustoffkonzernen wie Wienerberger setzte der lange Winter zu. Dem spanischen Bauriesen ACS machte die Rezession in Spanien zu schaffen.

Der erhoffte Aufschwung in Polen ist für Strabag höchst willkommen. Von 2014 bis 2020 sollen dort - teilweise mit Geldern der EU - über 700 Kilometer an Schnellstraßen gebaut werden. Damit könnte die Flaute nach dem Boom durch die Fußball-EM 2012 enden: Damals hatte der Staat sein gesamtes Baubudget für das Großereignis verbraucht und in den Jahren darauf so gut wie keine Aufträge vergeben, was viele dort tätige Baukonzerne in Schwierigkeiten brachte. Auch Strabag hatte Hunderte Stellen abgebaut.

Im Vergleich zu anderen österreichischen Konkurrenten schlug sich der Konzern jedoch gut: Die österreichische Nummer zwei Alpine musste Insolvenz anmelden. Das Unternehmen war durch verlustreiche Großprojekte im Ausland in Schwierigkeiten gekommen. Nach monatelangen zähen Verhandlungen hatten die Banken und die spanische Mutter FCC schließlich den Stecker gezogen und weitere Geldspritzen verweigert.

Von

rtr

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