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13.03.2013

17:39 Uhr

Baukonzern will expandieren

Bilfinger zeigte Interesse an Hochtief-Service-Sparte

Der Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger mit Chef Roland Koch denkt über einen Kauf der Service-Sparte von Hochtief nach. Die Kosten wären kein Problem. Doch es gibt noch einige andere Interessenten.

Bilfinger-Chef Roland Koch: „Wir schauen uns das mit Entspanntheit an.“ dpa

Bilfinger-Chef Roland Koch: „Wir schauen uns das mit Entspanntheit an.“

MannheimDer Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger hat Interesse an der Service-Sparte des Baukonzerns Hochtief. „Das ist ein Thema, das wir uns anschauen – aber ich sage, wir schauen uns das mit Entspanntheit an“, sagte Bilfinger-Chef Roland Koch am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz in Mannheim. Entscheidend sei, dass die Immobiliendienstleistungen der Essener so viel Rendite abwerfen, wie es sich Bilfinger für diesen Sektor vorgenommen hat. Die operative Marge (Ebita) lag bei Bilfinger 2012 mit 4,7 Prozent im Zielkorridor für 2014 von 4,5 bis 5,0 Prozent.

Hochtief will die Service-Sparte mit 5.700 Beschäftigten verkaufen. Dafür gebe es bereits zahlreiche Interessenten, hieß es aus dem Umfeld des Essener Unternehmens. Neben Bilfinger gehören dazu Baukonzerne aus Finnland, Dänemark, Frankreich und Strabag aus Österreich. Nach einem Magazinbericht könnte sich der Preis auf 170 Millionen Euro belaufen.

Das sind Europas größte Baukonzerne

Platz 9

NCC AB – 8,42 Milliarden Euro Umsatz

Das schwedische Unternehmen mit seinen knapp 18.000 Mitarbeitern wurde erst 1988 gegründet. Heute besteht es aus vier großen Geschäftsbereichen, unter anderem „NCC Housing“ und „NCC Roads“.

Platz 8

Ferrovial (Spanien) – 9,7 Milliarden Euro Umsatz

Das Unternehmen aus Madrid baut und betreibt auch Autobahnen und Flughäfen. Der Konzern errichtete unter anderem das Guggenheim-Museum in Bilbao.

Platz 7

Balfour Beatty (Großbritannien) - 11,63 Milliarden Euro Umsatz

Bereits seit 1909 sind die traditionsreichen Briten im Baugeschäft tätig und gehören zu den Platzhirschen in Europa. Die Londoner beschäftigen europaweit rund 30.000 Mitarbeiter.

Platz 6

Strabag (Österreich) – 13,12 Milliarden Euro Umsatz

Aus Wien in die Welt: Die Österreicher haben vor allem in Osteuropa expandiert. Seit 2014 konnte der Konzern den zuvor stark abgerutschten Umsatz stabilisieren und zuletzt wieder leicht steigern.

Platz 5

Eiffage (Frankreich) – 14,06 Milliarden Euro Umsatz

Neben einigen TGV-Trassen gehört auch die Erweiterung des EU-Parlaments zu den großen Projekten des Konzerns. In Deutschland sind rund 3.000 Eiffage-Mitarbeiter beschäftigt.

Platz 4

Skanska (Schweden) - 16,36 Milliarden Euro Umsatz

Kaum eine Straße, ein Kraftwerk oder Bürogebäude in Schweden ist ohne Beteiligung des skandinavischen Bauriesen entstanden. Auch international sind die Schweden aus Solna mittlerweile breit aufgestellt.

Platz 3

Bouygues (Frankreich) - 32,43 Milliarden Euro Umsatz

Neben Immobilien und dem Straßenbau ist der Pariser Konzern Großaktionär des französischen Fernsehsenders TF1. 2015 musste das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr leichte Umsatzeinbußen hinnehmen.

Platz 2

ACS (Spanien) - 34,93 Milliarden Euro Umsatz

Die Spanier haben in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Allein in den vergangenen drei Jahren stieg der Umsatz um rund zehn Milliarden Euro und ACS klettert das Treppchen weiter hoch. Zum Konzern gehört auch das deutsche Unternehmen Hochtief.

Platz 1

Vinci (Frankreich) – 38,52 Milliarden Euro Umsatz

Der größte Baukonzern Europas ist auch der größte Baukonzern der Welt und in der Kleinstadt Rueil-Malmaison nahe Paris beheimatet. Dem Konzern gehört unter anderem die Hälfte aller französischen Autobahnen. 2015 verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzminus von knapp 0,5 Prozent.

Quelle: Deloitte

Das wäre für Bilfinger leicht zu stemmen, haben die Mannheimer doch noch 850 Millionen Euro für Firmenkäufe in den kommenden beiden Jahren beiseite gelegt. Mit den Dienstleistungen von Hochtief könnte Bilfinger zum Beispiel sein Geschäft mit der energetischen Sanierung von Gebäuden stärken, von dem sich Koch viel erhofft. Das Thema Energiesparen sei bei der Energiewende nicht zu unterschätzen, sagte er. „Das wird für uns spannend bei Industrie- und Gewerbegebäuden.“ Bilfinger bereite sich darauf gezielt vor - bisher allerdings mit "schmalen Akquisitionen" im Ingenieurbereich oder IT-Programmen zur Steuerung von Anlagen.

Zu den Geschäftsaussichten für 2013 äußerte sich Koch erneut vorsichtig. Nach dem guten Ergebnis im vergangenen Jahr stehe Bilfinger auf einer guten Basis, positiv ins Jahr zu gehen. Doch sei er alles andere als euphorisch, sagte der Bilfinger-Chef. 2012 stieg der operative Gewinn (Ebita) um 17 Prozent auf 466 Millionen Euro. Damit blieben vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen 5,4 Prozent der mit den Kunden abgerechneten Leistung von 8,64 Milliarden Euro als Gewinn hängen.

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