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06.08.2012

14:04 Uhr

Baumarktkette

Zukunft von Praktiker-Chef Hafner offen

Der Vertrag von Praktiker-Vorstandschef Kay Hafner läuft in wenigen Tagen aus, ist aber bisher nicht verlängert worden. Hinter den Kulissen tobt ein Machtkampf um die Sanierung des Baumarktkonzerns.

Der Praktiker-Vorstandsvorsitzende Kay Hafner bangt um seine Zukunft. dapd

Der Praktiker-Vorstandsvorsitzende Kay Hafner bangt um seine Zukunft.

HamburgDer angeschlagene Baumarktkonzern Praktiker hat sich wenige Tage vor Auslaufen des Vertrages von Vorstandschef Kay Hafner nicht zu einer Verlängerung durchringen können. Der Aufsichtsrat berief am Montag zwar mit Thomas Heinitz einen neuen Einkaufschef, ließ die Position von Hafner aber unverändert. „Was aus Dr. Hafner wird, ob er zurücktritt oder ein Mandat erhält, ist derzeit offen“, sagte ein Firmensprecher. Hafners Vertrag läuft am 13. August aus.

Bei Praktiker tobt ein Machtkampf um die Sanierung. Vorstand und Aufsichtsrat hatten sich unlängst gegen ein von der österreichischen Bank Semper Constantia vorgelegtes Finanzpaket entschieden. Als Grund hatte das Unternehmen Zweifel an der Verlässlichkeit der Zusagen der Investoren um die Fondsmanagerin Isabella de Krassny und den Geschäftsmann Clemens Vedder angeführt.

Hafner hält stattdessen an dem eigenen Sanierungsmodell fest, zu dem ein teures Darlehen des Hedgefonds Anchorage über 85 Millionen Euro gehört.

De Krasny strebt Hafners Ablösung an - ihr Wunschkandidat ist der frühere Chef von Deutschlands größter Baumarktkette Obi, Andreas Sandmann. Die Fondsmanagerin, die neben Semper Constantia auch die zypriotische Investmentgesellschaft Maseltov und damit insgesamt rund 15 Prozent an Praktiker vertritt, hatte die Offerte von Anchorage für Wucher gehalten, ihr aber auf der Hauptversammlung Anfang Juli letztlich zähneknirschend zugestimmt.

Anchorage sitzt damit am längeren Hebel. Allerdings haben die Aktionäre noch bis Montag Mitternacht (6. August) Zeit, um vor Gericht Einspruch gegen die Beschlüsse einzulegen und die Sanierung damit zumindest für einige Zeit zu blockieren. Aus Vedders Umfeld hatte es geheißen, solche Klagen seien in Vorbereitung. Praktiker wollte sich vor Ablauf der Frist nicht äußern.

Begehrlichkeit weckt vor allem die Praktiker-Tochter Max Bahr, die weit besser läuft als das lange auf Niedrigpreise getrimmte Kerngeschäft. Sowohl Anchorage als auch Semper wollen Max Bahr als Sicherheit für ihre Kredite haben. Teil von Hafners Sanierungsplan ist die Umwandlung zahlreicher Praktiker-Märkte im Süden Deutschlands in Max-Bahr-Häuser.

In Heinitz beruft Praktiker zum 1. Oktober einen Vorstand für Einkauf, Marketing und Logistik, der Max Bahr bestens kennt. Der 55-Jährige Manager arbeitete mehr als 20 Jahre bei der Praktiker-Tochter, bevor er vor einigen Jahren zur Einkaufskooperation Zeus wechselte. Der Aufsichtsrat hatte bereits von einigen Wochen angekündigt, den Vorstand nach mehreren Abgängen wieder aufzufüllen. Zuletzt hatten Hafner und Finanzchef Markus Schürholz das Unternehmen alleine geführt.

Von

rtr

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