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14.08.2013

08:31 Uhr

Bauriese

Hochtief macht Kasse

Der Baukonzern Hochtief schwenkt wieder auf die Erfolgsspur. Die Essener profitieren von dem Umbau und verzeichnen im zweiten Quartal einen rasanten Gewinnanstieg und übertrifft die Erwartungen der Analysten.

Baustelle von Hochtief: Der Konzern übertrifft die Erwartungen. dpa

Baustelle von Hochtief: Der Konzern übertrifft die Erwartungen.

DüsseldorfDer vom neuen Chef Marcelino Fernandez Verdes verordnete Umbau macht sich für den Bauriesen Hochtief bezahlt: Der Essener Konzern verbuchte im zweiten Quartal einen Gewinnsprung und übertraf damit die Markterwartungen. Im Gesamtjahr will Hochtief nach dem bereits erfolgten Verkauf von zwei Sparten vor Steuern (Ebt) 580 bis 660 Millionen Euro verdienen, unter dem Strich sollen es 160 bis 220 Millionen Euro sein, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Der vom spanischen Mehrheitseigner ACS entsandte Verdes will den Konzern auf Gewinn trimmen.

"Wir sind auf einem sehr guten Weg, unsere Strategie umzusetzen", betonte Verdes. Er hat Hochtief verordnet, sich auf traditionelle Stärken im Baugeschäft zu konzentrieren. Hochtief soll so vor allem im Infrastrukturgeschäft wachsen. Der seit November amtierende spanische Manager geht damit einen anderen Weg als Konkurrent Bilfinger, der verstärkt auf Dienstleistungen setzt.

Im zweiten Quartal verbuchte der Baukonzern bei Umsatzerlösen von 7,1 (Vorjahr: 6,4) Milliarden Euro und Auftragseingängen von sechs (8,65) Milliarden Euro ein Ergebnis vor Steuern (Ebt) von 328,2 (164,8) Millionen Euro. Unter dem Strich und nach Minderheiten stand ein Gewinn von 82,7 Millionen Euro - nach einem Verlust im Vorjahr.

Das sind Europas größte Baukonzerne

Platz 9

NCC AB – 8,42 Milliarden Euro Umsatz

Das schwedische Unternehmen mit seinen knapp 18.000 Mitarbeitern wurde erst 1988 gegründet. Heute besteht es aus vier großen Geschäftsbereichen, unter anderem „NCC Housing“ und „NCC Roads“.

Platz 8

Ferrovial (Spanien) – 9,7 Milliarden Euro Umsatz

Das Unternehmen aus Madrid baut und betreibt auch Autobahnen und Flughäfen. Der Konzern errichtete unter anderem das Guggenheim-Museum in Bilbao.

Platz 7

Balfour Beatty (Großbritannien) - 11,63 Milliarden Euro Umsatz

Bereits seit 1909 sind die traditionsreichen Briten im Baugeschäft tätig und gehören zu den Platzhirschen in Europa. Die Londoner beschäftigen europaweit rund 30.000 Mitarbeiter.

Platz 6

Strabag (Österreich) – 13,12 Milliarden Euro Umsatz

Aus Wien in die Welt: Die Österreicher haben vor allem in Osteuropa expandiert. Seit 2014 konnte der Konzern den zuvor stark abgerutschten Umsatz stabilisieren und zuletzt wieder leicht steigern.

Platz 5

Eiffage (Frankreich) – 14,06 Milliarden Euro Umsatz

Neben einigen TGV-Trassen gehört auch die Erweiterung des EU-Parlaments zu den großen Projekten des Konzerns. In Deutschland sind rund 3.000 Eiffage-Mitarbeiter beschäftigt.

Platz 4

Skanska (Schweden) - 16,36 Milliarden Euro Umsatz

Kaum eine Straße, ein Kraftwerk oder Bürogebäude in Schweden ist ohne Beteiligung des skandinavischen Bauriesen entstanden. Auch international sind die Schweden aus Solna mittlerweile breit aufgestellt.

Platz 3

Bouygues (Frankreich) - 32,43 Milliarden Euro Umsatz

Neben Immobilien und dem Straßenbau ist der Pariser Konzern Großaktionär des französischen Fernsehsenders TF1. 2015 musste das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr leichte Umsatzeinbußen hinnehmen.

Platz 2

ACS (Spanien) - 34,93 Milliarden Euro Umsatz

Die Spanier haben in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Allein in den vergangenen drei Jahren stieg der Umsatz um rund zehn Milliarden Euro und ACS klettert das Treppchen weiter hoch. Zum Konzern gehört auch das deutsche Unternehmen Hochtief.

Platz 1

Vinci (Frankreich) – 38,52 Milliarden Euro Umsatz

Der größte Baukonzern Europas ist auch der größte Baukonzern der Welt und in der Kleinstadt Rueil-Malmaison nahe Paris beheimatet. Dem Konzern gehört unter anderem die Hälfte aller französischen Autobahnen. 2015 verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzminus von knapp 0,5 Prozent.

Quelle: Deloitte

Die Ergebniszahlen beinhalten neben Ergebnissteigerungen der Hochtief-Sparten auch Erlöse aus Verkäufen - die australische Tochter Leighton hatte sich etwa von Telekommunikationsgesellschaften getrennt. Von Reuters befragte Analysten hatten ein Ergebnis vor Steuern von 156 Millionen Euro und einen Gewinn von 36,2 Millionen Euro erwartet.

Verdes hat bereits das Service-Geschäft Hochtiefs mit knapp 6000 Mitarbeitern an die französische Spie-Gruppe verkauft. Auch die Flughafen-Beteiligungen veräußerte der Konzern. Damit hat Verdes seine Verkaufsliste aber noch nicht abgearbeitet. Für Immobilientwickler - unter anderem auch die Immobilien-Tochter Aurelis, an der der Konzern rund die Hälfte der Anteile kontrolliert - sucht Verdes strategische Partner oder will sie veräußern. "Die Gespräche verlaufen positiv", teilte Hochtief mit. Im Europa-Geschäft will der Manager zudem die Kosten drücken, bis zu 60 Millionen Euro sollen gespart werden.

Verdes arbeitet aber nicht nur an Verkäufen. Hochtief kauft etwa eigene Aktien und hat die Anteile an der australischen Tochter Leighton aufgestockt. Der Manager will nun weitere Leighton-Aktien einsammeln. Die Anteilskäufe dürften auch den spanischen Mehrheitseigner ACS freuen. Denn die von Hochtief gehaltenen eigenen Aktien werden ACS zugerechnet, der spanische Konzern kann seinen Griff um Hochtief damit weiter festigen.

Von

rtr

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