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09.02.2015

14:46 Uhr

Baustoffkonzern

Saint-Gobain lässt nicht von Sika ab

Die Übernahme des Schweizer Bauchemieunternehmens Sika ist beschlossene Sache. Der Entscheid sei unwiderruflich, sagt Käufer Saint-Gobain. Der Widerstand aber wächst. Auch Bill Gates ist dagegen.

Die Übernahme des Schweizer Bauchemieunternehmens Sika stößt bei vielen Aktionären auf Widerstand. Reuters

Widerstand bei Aktionären

Die Übernahme des Schweizer Bauchemieunternehmens Sika stößt bei vielen Aktionären auf Widerstand.

ZürichTrotz wachsenden Widerstands hält Saint-Gobain an der Übernahme des Schweizer Bauchemieunternehmens Sika fest. Der Entscheid sei unwiderruflich, erklärte der Chef des französischen Baustoffkonzerns, Pierre-Andre de Chalendar, in einem Reuters am Montag vorliegenden Brief an über 100 Länderchefs und Bereichsleiter von Sika. Die Manager hatten de Chalendar vergangene Woche ebenfalls in einem Brief gedrängt, die Übernahme in der gegenwärtigen Form abzublasen und andernfalls mit Rücktritt gedroht.

Entgegen der Einschätzung von Sika betonte de Chalendar, dass die Übernahme nicht feindlich sei. Saint-Gobain sei der beste Partner, um Sika weiter voran zu bringen. Der Konzern werde deshalb den Vertrag mit dem Verkäufer des Aktienpakets, der Sika-Gründerfamilie Burkard, einhalten.

Das sind Europas größte Baukonzerne

Platz 9

NCC AB – 8,42 Milliarden Euro Umsatz

Das schwedische Unternehmen mit seinen knapp 18.000 Mitarbeitern wurde erst 1988 gegründet. Heute besteht es aus vier großen Geschäftsbereichen, unter anderem „NCC Housing“ und „NCC Roads“.

Platz 8

Ferrovial (Spanien) – 9,7 Milliarden Euro Umsatz

Das Unternehmen aus Madrid baut und betreibt auch Autobahnen und Flughäfen. Der Konzern errichtete unter anderem das Guggenheim-Museum in Bilbao.

Platz 7

Balfour Beatty (Großbritannien) - 11,63 Milliarden Euro Umsatz

Bereits seit 1909 sind die traditionsreichen Briten im Baugeschäft tätig und gehören zu den Platzhirschen in Europa. Die Londoner beschäftigen europaweit rund 30.000 Mitarbeiter.

Platz 6

Strabag (Österreich) – 13,12 Milliarden Euro Umsatz

Aus Wien in die Welt: Die Österreicher haben vor allem in Osteuropa expandiert. Seit 2014 konnte der Konzern den zuvor stark abgerutschten Umsatz stabilisieren und zuletzt wieder leicht steigern.

Platz 5

Eiffage (Frankreich) – 14,06 Milliarden Euro Umsatz

Neben einigen TGV-Trassen gehört auch die Erweiterung des EU-Parlaments zu den großen Projekten des Konzerns. In Deutschland sind rund 3.000 Eiffage-Mitarbeiter beschäftigt.

Platz 4

Skanska (Schweden) - 16,36 Milliarden Euro Umsatz

Kaum eine Straße, ein Kraftwerk oder Bürogebäude in Schweden ist ohne Beteiligung des skandinavischen Bauriesen entstanden. Auch international sind die Schweden aus Solna mittlerweile breit aufgestellt.

Platz 3

Bouygues (Frankreich) - 32,43 Milliarden Euro Umsatz

Neben Immobilien und dem Straßenbau ist der Pariser Konzern Großaktionär des französischen Fernsehsenders TF1. 2015 musste das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr leichte Umsatzeinbußen hinnehmen.

Platz 2

ACS (Spanien) - 34,93 Milliarden Euro Umsatz

Die Spanier haben in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Allein in den vergangenen drei Jahren stieg der Umsatz um rund zehn Milliarden Euro und ACS klettert das Treppchen weiter hoch. Zum Konzern gehört auch das deutsche Unternehmen Hochtief.

Platz 1

Vinci (Frankreich) – 38,52 Milliarden Euro Umsatz

Der größte Baukonzern Europas ist auch der größte Baukonzern der Welt und in der Kleinstadt Rueil-Malmaison nahe Paris beheimatet. Dem Konzern gehört unter anderem die Hälfte aller französischen Autobahnen. 2015 verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzminus von knapp 0,5 Prozent.

Quelle: Deloitte

Saint-Gobain hatte im Dezember angekündigt, das Aktienpaket der Familie für 2,75 Milliarden Franken zu kaufen. Die Burkards haben zwar nur einen Kapitalanteil von 16 Prozent, aber einen Stimmenanteil von 52 Prozent. Damit können sie den Verwaltungsrat mit eigenen Vertretern besetzen und so mit einem vergleichweise geringen Kapitaleinsatz die Kontrolle über Sika übernehmen.

Nach Angaben von Sika lehnen über 40 Prozent der Aktionäre die Transaktion ab. Zu den prominentesten Gegnern gehört die Stiftung des Microsoft-Gründers Bill Gates. Um das Sika-Management auf seine Seite zu ziehen, schlägt de Chalendar nun einen Runden Tisch vor. Bei einem Treffen in der Schweiz will er den Führungskräften seine Pläne für Sika erläutern. Sika wollte sich dazu vorerst nicht äußern.

Von

rtr

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