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15.02.2012

17:23 Uhr

BayernLB-Tochter

Erdei Tamas verliert Chefposten bei ungarischer MKB

Im Rahmen einer von der EU verordneten Schrumpfkur will sich die BayernLB von ihrer Ungarn-Tochter MKB trennen. Vorerst aber muss nur deren Vorstandschef Erdei Tamas gehen, wie die Bank nun mitteilte.

Tamas Erdei, bisheriger Chef der MKB. pr

Tamas Erdei, bisheriger Chef der MKB.

FrankfurtDie Bayerische Landesbank setzt den Vorstand ihrer ungarischen Problem-Tochter MKB vor die Tür. Der bisherige Vorstandschef Erdei Tamas werde sein Amt am 8. März niederlegen, teilte die Bank am Mittwoch mit. Darauf habe sich Tamas mit der BayernLB angesichts der Krise und des laufenden Umbaus des Geldhauses geeinigt. Die MKB schreibt Verluste und zieht 2011 vermutlich auch ihren Mutterkonzern nach deutschem Bilanzstandard (HGB) in die roten Zahlen. Die Nachfolge von Tamas, der die Bank seit 1994 leitet, soll sein derzeitiger Stellvertreter Simak Pal übernehmen.

Die BayernLB wurde in der Finanzkrise vom Land gerettet und muss sich nun auf Druck der EU-Kommission von Geschäftsteilen trennen. Im Rahmen der Schrumpfkur will die BayernLB sich auch von der MKB trennen. Im derzeitigen Marktumfeld und angesichts der trüben Geschäftsaussichten in Ungarn dürfte ein Käufer allerdings schwer zu finden sein.

Der ungarische Markt ist für Banken ein heißes Pflaster. Das Land hat 2011 eine hohe Bankenabgabe und ein umstrittenes Fremdwährungsgesetz eingeführt. In diesem Rahmen konnten ungarische Bankkunden die zuletzt sehr populären Fremdwährungskredite zu deutlich Wechselkursen ablösen, die für die Schuldner deutlich günstiger sind als die Kurse am Devisenmarkt. Auf den Kursverlusten bleiben dann die Banken sitzen.

Viele Häuslebauer und Verbraucher in Osteuropa hatten in der Vergangenheit Kredite in ausländischen Währungen - vor allem in Schweizer Franken - aufgenommen, um von niedrigen Zinsen zu profitieren. Dies erwies sich als fatal, als der ungarische Forint an Wert verlor. Ungarns Ministerpräsident Victor Orban will seinen Landsleuten nun einen Ausweg aus der Schuldenfalle ebnen. BayernLB-Finanzchef Stephan Winkelmeier hatte deshalb vor einer Buchwertabschreibung auf die MKB um einen mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Betrag gewarnt.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Ungarn-Legionaer

16.02.2012, 16:32 Uhr

Erdei ist der Nachname. Tamas (Thomas) der Vorname.
Simak ist der Nachname. Pal (Paul) der Vorname.
In Ungarn wird der Nachname zuerst genannt. Ich glaube das war dem Verfasser des Artikels nicht klar. Gern geschehen.

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