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01.03.2012

08:25 Uhr

Beiersdorf

Die bescheidene Bilanz des Nivea-Chefs

Der Nivea-Konzern Beiersdorf steckt in einer Umbruchphase. Im globalen Wettbewerb mit Konzernen wie L'Oreal und Henkel musste auch Beiersdorf Arbeitsplätze abbauen. Nun steht ein Wechsel an der Spitze bevor.

Thomas-Bernd Quaas, Vorstandsvorsitzender der Beiersdorf AG. Reuters

Thomas-Bernd Quaas, Vorstandsvorsitzender der Beiersdorf AG.

HamburgThomas B. Quaas, der langjährige Chef des Nivea-Konzerns Beiersdorf, tritt heute zum letzten Mal vor die Medien, um den Verlauf des Geschäftsjahres 2011 zu erläutern. Überraschungen sind nicht zu erwarten: Die vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr sind bereits veröffentlicht, die gültige Strategie hat Quaas mehrfach öffentlich dargelegt. 

Sein Nachfolger Stefan F. Heidenreich ist bereits seit Januar als Vorstand an Bord, bleibt aber noch in Deckung. Er wird am Tag der Hauptversammlung am 26. April an die Spitze des Nivea-Konzerns treten und bis dahin „lernen, lernen, lernen“, wie er dem Mitarbeiter-Magazin sagte. Bis dahin gehört die Bühne seinem Vorgänger Quaas, der mit einer durchwachsenen Bilanz abtritt. 

Wegen der Belastungen durch den Umbau ist der Gewinn im abgelaufenen Jahr um mehr als ein Fünftel auf 259 Millionen Euro abgerutscht. Trotzdem will Beiersdorf seine Aktionäre mit einer stabilen Dividende bei der Stange halten. Wie im Vorjahr sollen 70 Cent je Anteil ausgeschüttet werden. Ausblickend legte sich das von der Tchibo-Mutter Maxingvest kontrollierte Traditionsunternehmen zu Beginn des Geschäftsjahres nicht fest. Das Umsatzwachstum solle in den nächsten Jahren jeweils über dem des Vorjahres liegen, hieß es lediglich.

Zum einen ist Beiersdorf mit seiner Weltmarke Nivea nach wie vor ein starker globaler Konzern. Zum anderen sind manche Konkurrenten schneller vorangekommen und vor allem ertragsstärker. Quaas hat darauf reagiert, das Sortiment gestrafft, Nebenmarken abgestoßen, die organisatorischen Abläufe optimiert und 1000 Arbeitsplätze gestrichen. Näher an die Märkte, näher heran an die Verbraucher, die Kernkompetenz Hautpflege nach vorn stellen - so hieß das Rezept des Vorstandschefs. „Wir werden unsere Wettbewerbsfähigkeit deutlich verbessern“, versprach Quaas.

Bis jetzt lässt sich noch nicht entscheiden, wie gut sein Konzept aufgeht. Die Früchte der Arbeit wird erst sein Nachfolger ernten. Das Jahr 2011 endete mit einem relativ schwachen Wachstum von 2,1 Prozent auf 5,63 Milliarden Euro, der Gewinn ging deutlich zurück, auch wegen des laufenden Konzernumbaus. Der Aktienkurs entwickelte sich um einiges schlechter als der Vergleichsindex Dax, dem Beiersdorf als einziges Unternehmen nördlich von Wolfsburg angehört. Die Aktionäre haben keinen Grund, Quaas Kränze zu flechten. Mit dem Papier war in den vergangenen Jahren nicht viel zu verdienen, weder mit Dividenden noch mit Kursgewinnen. 

Das mag auch den Mehrheitseigner, die Hamburger Milliardärssippe Herz, veranlasst haben, sich nach einem neuen Beiersdorf-Chef umzusehen. Der 60-jährige Quaas hätte noch einen Vertrag für mehrere Jahre gehabt und muss nicht im Streit gehen. Der verdiente Manager darf nach 33 Jahren im Unternehmen einen Sitz im Aufsichtsrat einnehmen. Aber Clanchef Michael Herz, der sich sehr intensiv in die Unternehmensführung einschaltet, wollte wohl etwas mehr Druck, Tempo und Dynamik in die Spitze bringen. 

Der 49-jährige Heidenreich gilt als extrem dynamisch. Er fährt Rennen auf Gelände-Motorrädern und hat auf dem Surfbrett den Titel eines Vize-Europameisters geholt. Der gebürtige Kieler, der in seiner Heimatstadt studierte und anschließend bei Procter&Gamble und Bertelsmann erfolgreich war, hat in den vergangenen Jahren in der beschaulichen Schweiz den Hero-Konzern des Familienunternehmers Arend Oetker geleitet. Das Unternehmen ist ungefähr ein Drittel so groß wie Beiersdorf und produziert vor allem Konfitüre und Babynahrung.

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