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23.03.2004

07:24 Uhr

Berndt ist ein vehementester Kämpfer für den Erhalt des Dreisäulensystems

Sparkassen suchen neuen Vorstand

VonFrank Matthias Drost (Handelsblatt)

Holger Berndt bleibt Präsident des Weltinstituts – ein Nachfolger ist noch nicht benannt.

BERLIN. Holger Berndt, geschäftsführendes Vorstandsmitglied beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV), kann sich ereifern, wenn die privaten Banken über den Umweg Brüssel versuchen, den Wettbewerb im deutschen Bankenlager zu ihren Gunsten zu entscheiden. Dann verliert er seine norddeutsche Zurückhaltung. „Sie legen Sprengsätze, sie schwächen permanent den Finanzplatz Deutschland, wenn sie sich immer in Brüssel beschweren“, wetterte der promovierte Volkswirt.

Seit 15 Jahren ist Berndt einer der vehementesten Kämpfer für den Erhalt des Dreisäulensystems von Sparkassen, privaten Banken und Genossenschaftsbanken. Doch im Oktober, drei Monate nach seinem 62. Geburtstag, wird Berndt auf eigenen Wunsch seine Tätigkeit als Vorstandsmitglied beim DSGV beenden. Ein Nachfolger steht noch nicht fest.

Es wird ihn zufrieden stimmen, dass er zuvor noch zwei wichtige sparkassenpolitische Projekte in seinem Sinne beeinflussen konnte. So hat sich Berndt persönlich dafür eingesetzt, dass die Sparkasse Stralsund ihre Verkaufspläne ad acta legen musste. Hier galt es, einen Präzedenzfall zu vermeiden. Und lange gekämpft hat Berndt auch dafür, dass die Bundesregierung den Namensschutz für die Bezeichnung „Sparkasse“ gegen Einwände Brüssels am Ende erfolgreich verteidigt hat. Bedenkt man, dass Staatssekretär Caio Koch-Weser im Bundesfinanzministerium im vergangenen Jahr noch über mögliche säulenübergreifende Fusionen nachgedacht hat, so ist das keine Selbstverständlichkeit.

Bevor Berndt 1988 in die Dienste des DSGV trat, sammelte er politisches Rüstzeug im Bundeswirtschafts- und Bundesbauministerium. Eine Zeit, die er übrigens nicht missen möchte. Ab Oktober will er aber nicht allen sparkassenrelevanten Diensten entsagen. Sein Amt als Präsident des Weltinstituts der Sparkassen in Brüssel will Berndt bis zum Jahr 2006 ausüben.

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