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14.04.2017

13:03 Uhr

Der moderne Mann

Bullshit-Bingo für Anfänger

VonHerr K.

Ein großes Dankeschön von Herrn K. an die Kolleginnen und Kollegen? Mehr Zusammenhalt und intensiver Austausch statt Alleingänge und Isolierung? Sagt Herr K. vielleicht, meint er aber lange nicht so.

Herr K. schreibt auf Handelsblatt Online über den Alltag des modernen Manns. Anregungen bitte an:  herr.k@handelsblatt.com

Herr K. – der moderne Mann

Herr K. schreibt auf Handelsblatt Online über den Alltag des modernen Manns. Anregungen bitte an: herr.k@handelsblatt.com

Was Herr K. sagt: Liebe Kolleginnen und Kollegen, toll, dass Sie alle so zahlreich heute hier erschienen sind, um im Rahmen unseres kleinen Workshops die Leitplanken unserer Strategie 2020 zu diskutieren. Großes Dankeschön auch an die Verantwortlichen der Cafeteria, die uns dazu wieder ein echtes Wohlfühl-Ambiente geschaffen haben. Mir ist es einfach sehr wichtig, Sie alle mitzunehmen, weil die vor uns liegenden Herausforderungen … you name it … natürlich nur mit viel Team-Spirit gemeinsam … Alleingänge zahlen sich in disruptiven Zeiten wie diesen einfach nicht mehr aus, in denen gerade der innere Zusammenhalt … und nicht zuletzt … basisdemokratisch, ganz klar ... deshalb befinden wir uns natürlich auch in einem intensiven Austausch mit dem Betriebsrat. Der ständige Dialog ist nicht nur mir wichtig, er macht uns auch als Familie stark.

Eure vielfältigen Beiträge haben uns dabei bereits unglaublich bereichert. Gerade die entstandenen Bedenken nehmen wir intern … und auch sonst … Andererseits sind wir ja alle lösungsorientiert genug, solidarisch im Hier und Jetzt, ohne Scheuklappen, aber eben auch leidenschaftlich, nachhaltig, ganzheitlich. Künftige Generationen werden es uns ... so viel ist klar: Wandel und Diversität nicht nur um ihrer selbst willen. Danke daher schon jetzt für euer Engagement!

Herr K.: Wann ist ein Mann ein Mann?

Herr K.

Wann ist ein Mann ein Mann?

Schon seit zwei Jahren erscheinen im Handelsblatt wöchentlich die Kolumnen von Herrn K. – dem modernen Mann. Höchste Zeit, dass die Kunstfigur ihren Schöpfer befragt – zu Geldanlagen, Grill-Typen und jammernden Männern.

Was Herr K. meint: Hallo Co-Angestellte, schon toll, wie viel Zeit ihr habt, euch vom offenbar nicht sonderlich wichtigen Tagesgeschäft ablenken zu lassen. Und das, obwohl die Kaffeeküchen-Bullen keine Geschmacksverirrung ausgelassen haben, uns möglichst schnell wieder rauszuekeln: von diesen staubigen Plastikblumen bis zur Keksmischung „Dresden ‘45“ ist an alles gedacht, damit ich hier das machen kann, was der Vorstand von mir erwartet: euch die Illusion zu vermitteln, dass ihr irgendwie mitzureden habt. Ist natürlich Quatsch, wie man an unserem Abteilungs-Nachwuchs Lasse sehen kann, der mir mit seinem Nachhaltigkeitsgeschwätz schon länger auf die Nerven ging. Aber der ist bald ebenso Geschichte wie seine letzte Idee, eine genderneutrale Toilette mit glutenfreien Waschlotionen oder so ähnlich einzurichten.

Wenn ihr ahnen würdet, wie mich euer chronisches „Ich finde aber, dass ...“ der vergangenen Wochen nervt! Wer sonst nicht mal in der Lage ist, fehlerfrei seinen Nachnamen zu buchstabieren, darf nun straffrei brikettdicke Abhandlungen schreiben oder Reden halten. Palavert euch aus! Ich muss ja nicht daneben sitzen. So, und jetzt dürft ihr drei Stunden lang im Bällebad eures intellektuellen Vorschul-Paradieses schmoren und bunte Zettel bemalen, die von Frau Stibbenbrook am Ende in einem dicken Ordner abgeheftet werden. Ändern wird sich natürlich null Komma nix an der Strategie 2020, die der Vorstand längst festgezurrt hat. Aber darum geht’s ja auch gar nicht. Tschö mit ö und ihr mich auch.

Als Herr K. Abitur machte, waren Computer noch etwas für die komischen Typen aus der Informatik AG. Damals kriegten die kein Mädchen ab, heute kontrollieren sie Hidden Champions im Bereich Business Solutions mit Standorten auf drei Kontinenten. Es gab noch keine Smartphones, kein Internet, keine Generation Y, nur Kassettenrecorder, Wählscheibentelefone und sogar die DDR. Patchwork war allenfalls Omas Auslegeware. Herr K. ist - beruflich wie privat - bisweilen irritiert von dieser sich rasant verändernden Welt, will sich aber nichts anmerken lassen. Er ist jetzt in einem Alter, in dem es um letzte Fragen geht: Woher komme ich? Wohin gehe ich? Und wie viel Bonusmeilen gibt's auf dem Weg dorthin? Diese Kolumne will die Antworten liefern. Anregungen für Herrn K. bitte an: herr.k@handelsblatt.com oder folgen Sie Herrn K. auf Twitter: @herrnK

Die besten Kolumnen vom modernen Mann sind im Gabal Verlag erschienen (14,90 Euro) – samt neuen Texten und allen Hintergründen rund um Herrn K. Hier können Sie das Buch zur Kolumne bestellen: kaufhaus.handelsblatt.com/herrk.

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