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10.03.2017

13:45 Uhr

Feedback-Kultur

In dieser Firma bewertet jeder jeden

Restaurants oder Amazon-Bestellungen lassen sich längst in Echtzeit bewerten. Nur im Job findet Feedback nur einmal im Jahr statt. Die US-Bank JP Morgan will das ändern – und führt ein völlig neues Online-System ein.

Die US-Bank ist das jüngste Beispiel für Konzerne, die Veränderungen beim Personalmanagement vornehmen. Reuters, Sascha Rheker

Zentrale von JP Morgan in New York

Die US-Bank ist das jüngste Beispiel für Konzerne, die Veränderungen beim Personalmanagement vornehmen.

New YorkDie US-Großbank JP Morgan Chase führt ab sofort ein völlig neues System bei der Bewertung von Mitarbeitern ein. Das Unternehmen nutzt ein mobiles Programm, dass es jedem erlaubt, Kritik von Kollegen in Echtzeit zu empfangen oder an sie zu versenden.

Die Software mit dem Namen Insight360 dient dazu, die Entwicklung der 243.000 Mitarbeiter umfassenden Belegschaft voranzutreiben, wie aus einem Rundschreiben von Personalchef John Donnelly hervorgeht. Die Manager des Finanzkonzerns hatten festgestellt, dass viele Mitarbeiter, besonders jüngere, ständig Feedback wollen – statt der klassischen Bewertung einmal pro Jahr.

Top-Karriereziele 2017

Platz zehn: Beförderung

Der Personaldienstleister ManpowerGroup hat mehr als 1000 Arbeitnehmer nach ihren Karrierezielen für das Jahr 2017 befragt. Auf Platz zehn landet die Beförderung. Zwölf Prozent der Befragten wollen sich im kommenden Jahr bemühen, auf der Karriereleiter eine Sprosse nach oben zu gelangen.

Quelle: Studie "Karriereziele 2017"

Platz neun: Engagement

Ein Pony springt nur so hoch wie es muss. 13 Prozent der Befragten wollen im nächsten Jahr allerdings ein bisschen höher springen als verlangt und sich stärker im Job engagieren.

Platz acht: Stunden reduziueren

Mehr Engagement heißt aber nicht zwangsläufig mehr Stunden: Ebenfalls 13 Prozent wollen im nächsten Jahr weniger arbeiten und beispielsweise Stunden reduzieren.

Platz sieben: Netzwerken

Vitamin B ist alles: 13 Prozent wollen im nächsten Jahr mehr Networking betreiben.

Platz sechs: Lernen

14 Prozent wollen sich neben dem Job weiterbilden.

Platz fünf: Jobwechsel

Dem Boss wird es nicht gefallen: 16 Prozent der Befragten wollen sich 2017 bei einem anderen Arbeitgeber bewerben.

Platz vier: Zeigen, was man kann

Ebenfalls 16 Prozent wollen nächstes Jahr ihre Kompetenzen noch selbstbewusster präsentieren.

Platz drei: Effizienz

18 Prozent wollen im nächsten Jahr effizienter arbeiten.

Platz zwei: Locker bleiben

Trotzdem wollen 33 Prozent die Arbeit im nächsten Jahr lockerer sehen.

Platz eins: Abschalten

Vollgas geben, okay, aber nur innerhalb der Arbeitszeit: 34 Prozent wollen in Zukunft nach Feierabend besser abschalten.

„Indem wir Ihnen zuhörten, haben wir gelernt, dass unsere Mitarbeiter zu jeder Zeit wissen wollen, wo sie stehen“, schrieb Donnelly in dem Memo. Das Web-basierte Programm wird es Mitarbeitern ermöglichen, „von jedem jederzeit Rückmeldung anzufordern oder zu empfangen“.

Die größte US-Bank ist das jüngste Beispiel für Konzerne, die Veränderungen beim Personalmanagement vornehmen. Sie passen sich an ein Zeitalter an, in dem Technologie eine Echtzeit-Bewertung von Restaurants, Amazon-Lieferungen und vielem mehr ermöglicht.

Vorreiter sind hier Technologie- und Beratungsunternehmen, darunter der IT-Riese Microsoft und die Beraterfirma Accenture. Sie überdenken ihre jährlichen Bewertungsgespräche – und schaffen diese entweder vollständig ab oder ergänzen sie mit mehr Zwischengesprächen.

Vergangenes Jahr hatte die Investmentbank Goldman Sachs erklärt, das Unternehmen experimentiere mit einem Online-System für ein ständiges Mitarbeiter-Feedback. Der Finanzriese schaffte zudem Bewerbungsgespräche mit Studenten auf dem Universitäts-Campus ab. Stattdessen entschied sich Goldman für Video-Aufzeichnungen sowie Software, die Lebensläufe auswertet. Dahinter stand das Ziel, die Einstellungen zu standardisieren.

Kommentare (1)

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G. Nampf

10.03.2017, 14:20 Uhr

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