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19.01.2017

14:45 Uhr

Statistische Bundesamt

Millionen Menschen wollen in Deutschland länger arbeiten

Viele Menschen sind unzufrieden mit ihrer Arbeitszeit. Der Wunsch nach längeren Arbeitstagen ist allerdings ungewöhnlich. Eine Auswertung des statistischen Bundesamts sorgt in diesem Bereich für einige Überraschungen.

Die Menschen in Deutschland wollen längere Arbeitstage. Gerade im Teilzeitbereich sind die Arbeitskräfte unzufrieden mit ihren Schichten. dpa

Stechuhr

Die Menschen in Deutschland wollen längere Arbeitstage. Gerade im Teilzeitbereich sind die Arbeitskräfte unzufrieden mit ihren Schichten.

WiesbadenDen meisten Erwerbstätigen in Deutschland passt ihre Arbeitszeit, doch knapp jeder 15. will deutlich mehr arbeiten. Vor allem Teilzeitbeschäftigte waren im Jahr 2015 mit ihrer Wochenarbeitszeit nicht zufrieden, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Auswertung des Statistischen Bundesamtes hervorgeht.

Laut Mikrozensus und Arbeitskräfteerhebung fühlen sich von gut 40 Millionen Erwerbstätigen 2,7 Millionen unterbeschäftigt und würden auf ihre durchschnittlich 28,3 Wochenstunden noch 11,3 Stunden draufsatteln. Von diesen „Unterbeschäftigten“ hatten wiederum gut 1,5 Millionen einen Teilzeitjob mit durchschnittlich 19,3 Wochenstunden. Hier ist der Wunsch nach Mehrarbeit mit 14,6 Stunden noch stärker. Immerhin waren aber auch 85 Prozent aller Teilzeitkräfte mit ihrer Arbeitszeit zufrieden.

Die Inhaber von Vollzeitjobs (durchschnittliche Arbeitszeit nach eigenen Angaben 41,7 Stunden) wollen noch seltener etwas ändern. Von ihnen zeigten sich 93 Prozent mit ihrer Arbeitszeit zufrieden. Wer in dieser Gruppe noch aufstocken will, arbeitet etwas weniger als die übrigen (40,2 Stunden) und möchte 6,9 Stunden oben draufpacken.

Tipps für besseres Zeitmanagement

Nur einen Kalender verwenden

Nutzen Sie nur einen einzigen Kalender, in dem Sie alle Ihre Termine notieren.

Freizeit eintragen

Tragen Sie Ihre Freizeitaktivitäten, vor allem Ihre Sporttermine, genauso konsequent wie die geschäftlichen Termine in Ihren Zeitplan ein, und handeln Sie auch danach.

Zeit messen

Gewöhnen Sie sich an, zu Beginn und am Ende einer Aufgabe auf die Uhr zu schauen, zum Beispiel bei dem Beantworten von E-Mails. Mit zunehmender Berufserfahrung können Sie den Zeitaufwand einer Aufgabe sowieso immer besser einschätzen.

Mit einfachen Aufgaben anfangen

Auch wenn Sie zu denen gehören, die immer gerne mit den schwierigsten Aufgaben anfangen: Überlegen Sie, ob das auch an diesem Tag und bei diesen Aufgaben so sinnvoll ist oder ob Sie nicht lieber mit einer anderen Aufgabe beginnen, die Ihnen momentan mehr Spaß machen würde. Mit Begeisterung gelingt alles besser.

Ziele formulieren

Schreiben Sie Ihre Ziele und Vorsätze auf.

Quelle

Christiane Stenger, „Lassen Sie Ihr Hirn nicht unbeaufsichtigt! – Gebrauchsanweisung für Ihren Kopf“, 252 Seiten, EAN 9783593500126, ISBN 978-3-593-50012-6

Den Unterbeschäftigten stehen eine gute Million Menschen gegenüber, die trotz Gehaltseinbußen gerne beruflich kürzer treten würden. Die Arbeitszeiten dieser „Überbeschäftigten“ liegen mit 44,0 Stunden bei Vollzeit und 26,2 Stunden bei Teilzeit deutlich über den Gesamtwerten. Im Schnitt würden sie gerne 11 Stunden die Woche weniger arbeiten.

Aus den ermittelten Arbeitszeitwünschen aller ergibt sich im Saldo der Wunsch nach durchschnittlich einer halben Stunde Mehrarbeit in der Woche pro Erwerbstätigen. Voll- und Teilzeitkräfte arbeiten im bundesdeutschen Schnitt 35,6 Stunden wöchentlich. Männer sind dabei deutlich länger (39,7 Stunden) engagiert als Frauen (30,9 Stunden), die deutlich häufiger und längst nicht immer freiwillig in Teilzeit angestellt sind.

In acht Schritten zum Burn-Out

Erster Schritt

Es beginnt alles mit dem Wunsch, sich zu beweisen. Dieser aber treibt einen in den Zwang, sich noch mehr anzustrengen, noch mehr zu leisten bzw. es allen recht zu machen. Man nimmt jeden Auftrag an, sagt immer seltener Nein. Jettet von Termin zu Termin. Und nimmt abends Arbeit mit nach Hause.

(Quelle: Lothar Seiwert, Zeit ist Leben, Leben ist Zeit)

Zweiter Schritt

Man nimmt seine eigenen Bedürfnisse nicht mehr wahr. Schläft zu wenig, isst hastig oder gar nichts. Sagt den Kinobesuch mit Freunden ab.

Dritter Schritt

Man missachtet die Warnsignale des Körpers, wie Schlafstörungen, Verspannungen, Kopfschmerzen, hoher Blutdruck, flaches Atmen, Konzentrationsschwäche.

Vierter Schritt

Um wieder funktionieren zu können, greifen manche zu Drogen wie Schmerzmitteln, Schlaftabletten, Alkohol, Aufputschern.

Fünfter Schritt

Das eigene Wertesystem verändert sich. Die Freunde sind langweilig, der Besuch mit dem Kollegen im Café verschwendete Zeit. Die Probleme mit dem Partner oder Familie nimmt man einfach nicht mehr wahr. Man zieht sich zurück aus gesellschaftlichen Kontakten. Und endet oft in völliger Isolation.

Sechster Schritt

Die Persönlichkeit verändert sich. Alles dreht sich nur noch darum, zu funktionieren, zu arbeiten. Gefühle und Emotionen werden verdrängt. Man verliert den Humor, reagiert mit Schärfe und Sarkasmus, empfindet Verachtung für Menschen, die das Faulsein genießen. Man verhärtet.

Siebter Schritt

Man verliert das Gefühl für die eigene Persönlichkeit. Spürt nur noch Gereiztheit, Schmerzen, Erschöpfung, Überlastung, Angst vor einem Zusammenbruch. Und sonst nichts mehr. Keine Freude, keine Fröhlichkeit, keine Neugierde. Der Mensch funktioniert wie eine Maschine. Die Seele erstarrt.

Achter Schritt

Die wachsende innere Leere, genährt von dem Gedanken "Wenn ich nicht arbeite, was bin ich dann?", führt zur Depression, zur völligen Erschöpfung, zum Zusammenbruch, zum Ausgebranntsein.

Die SPD-Bundestagsfraktion sieht sich von den Ergebnissen bestärkt, dass das im Koalitionsvertrag vereinbarte Recht auf befristete Teilzeit kommen müsse. „Menschen in Teilzeit wollen mehr arbeiten“, erklärte die Sprecherin für Arbeit und Soziales, Katja Mast.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Herr Wolfgang Trantow

19.01.2017, 15:37 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette

Herr Alessandro Grande

19.01.2017, 18:04 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

Frau Nadine Sturm

20.01.2017, 13:22 Uhr

Sorry Leute. Die Auswertung besagt, dass die Menschen gerne in Vollzeit arbeiten möchten, nicht, dass sie sich längere Arbeitstage wünschen. Bitte richtig lesen und richtig zusammenfassen.

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