Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.05.2014

17:02 Uhr

Berufe unter der Lupe

Karrierechancen für Logistik-Talente

VonMiguel Zamorano

Wer an Logistik denkt, der hat vor allem verstopfte Autobahnen und kilometerlange Transporter-Schlangen vor Augen. In Wirklichkeit ist die Arbeit von Logistik-Experten viel komplexer.

Logistik-Experten müssen komplex denken können. Foto: Fotolia

Logistik-Experten müssen komplex denken können. Foto: Fotolia

KölnEgal ob Lebensmittel, Maschinenbauteile oder Mikrochips – täglich werden weltweit Waren und Güter bewegt und an die entsprechenden Stellen geliefert, wo sie weiterverwendet, eingebaut und verkauft werden. Dass in diesem riesigen Warenverkehr alles zum richtigen Zeitpunkt und in der erforderlichen Menge ankommt, ist die Aufgabe von Logistik-Experten.

Die Branche ist in Deutschland der drittgrößte Wirtschaftsmotor – nach der Automobilindustrie und dem Handel. Die Bundesvereinigung Logistik (BVL) gibt an, dass die gesamte Branche im vergangenen Jahr 230 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftete. Einen Rekord verzeichnete die Branche im Jahr 2011. 2,85 Millionen Personen waren 2013 im Logistik-Sektor beschäftigt.

Ein Großteil der Mitarbeiter in Industrie, Handel und Dienstleistungen haben einen traditionellen Ausbildungsberuf der Branche (Berufskraftfahrer, Fachkraft für Lagerlogistik sowie Kaufmann für Spedition und Logistik). Beim Handelsblatt Jobturbo belegen aktuell Ausschreibungen für technische und strategische Einkäufer knapp 20 Prozent des Stellenangebots. Rund 15 Prozent richten sich außerdem gezielt an Fach- und Führungskräfte, die leitende Management-Aufgaben in der Logistik übernehmen sollen. Die Metasuchmaschine Jobturbo bündelt die Stellenanzeigen der bundesweit führenden Online Stellenbörsen, Zeitungen und Karriereportale der führenden Unternehmen.

Nach einer Umfrage der BVL konzentrieren sich die Unternehmen bei ihrer Suche besonders auf Ingenieure und Wirtschaftsingenieure, Betriebswirte oder Informatiker mit einem Studienschwerpunkt in Supply Chain Management/Logistik. Dieser Personalbedarf spiegelt auch die gestiegene Komplexität im Logistikbereich wieder.

Was in Firmen alles schief läuft

Warten auf die IT-Jungs

„Der Arbeitsplatz einer Kollegin war für ihre neue Aufgabe ungeeignet: Sie musste abwechselnd auf den Tisch und dann 45° nach oben schauen. Dort war ihr Monitor im Regal untergebracht. Also standen alle ratlos ums Regal herum und beklagten sich, dass die IT-Jungs, die für solche Umbauten eigentlich zuständig sind, nicht endlich kommen, um den Monitor umzubauen. Während alle anderen rumstanden und klagten, haben ein Kollege und ich einfach den Monitor aus dem Regal genommen und auf den Tisch gestellt. War deutlich besser als auf die IT-Jungs zu warten. Seltsam, dass sonst keiner auf die Idee kam …“

(Quelle: Klaus Schuster, „Wenn Manager Mist bauen“ )

Mach einfach!

„Das Blöde an ›Mach einfach!‹ ist: Seit alle wissen, dass unsere Abteilung´ einfach mal macht, lösen wir auch die Probleme aller anderen Abteilungen, die gerne jede Verantwortung von sich schieben und sich nur noch Routineaufträge zutrauen.“

Entscheidungen treffen

„Leider trauen sich nur sehr wenige Manager, Entscheidungen zu treffen. Entscheidungen haben den kleinen Haken, dass sie eventuell falsch sein könnten, weshalb viele leider die falsche Entscheidung treffen – nämlich keine.“

Reportings ohne Ende

„Ich kenne Vertriebsorganisationen, bei denen die Account Manager vier Tage die Woche Reports verfassen und folgerichtig nur einen Tag die Woche beim Kunden sind. Desaströs.“

Die geliebte Routine

„Es besteht ein Hang dazu, sich in Routine zu vergraben, um keine unangenehmen Entscheidungen fällen zu müssen.“

Verhalt dich mal ruhig!

„Ich glaube, dass Action Management bei uns nur so lange funktioniert, wie das Unternehmen in Notlage ist. Der Satz ›Verhalt dich mal ruhig!‹ fällt bereits, sobald wir irgendwie eine schwarze Null schreiben.“

Erfolge machen einsam

„Action Management funktioniert bei uns nicht, weil Action Manager Erfolg haben und jeder Erfolg bei uns die Neider auf den Plan ruft. Sie fürchten, dass jeder merkt, dass sie keine solchen Erfolge vorweisen können. Erfolge machen einsam.“

Bloß keine Action

„Action Manager sind oft erfolgreich, aber meist nicht beliebt, weil die anderen sich dann auch schneller bewegen müssen. Schwache Chefs finden den Action Manager auch eher unbequem …“

Weniger Anerkennung

„Action Manager ernten bei uns meist weniger Anerkennung als diejenigen, die sich mehr aufs Schwafeln konzentrieren.“

Sie haben auch ein Beispiel?

Dann schreiben Sie mir: c.groh@vhb.de

Denn Logistik bedeutet nicht einfach nur Waren von A nach B zu bewegen. In dem Maße, in dem Unternehmen durch Outsourcing Aufgaben und Teile ihrer Dienstleistungen oder Waren ausgelagert haben, übernehmen Logistikdienstleister im Anschluss die Lieferungen dieser fertigen und passenden Produktionsteile.

Das bedeutet für Logistik-Experten: Sie müssen die Produkt- und Technologiezyklen der Kunden kennen und die Prozessketten verstehen. Keine einfache Aufgabe in einem globalen Umfeld. „Wohl in kaum einem anderen Wirtschaftsbereich ist in doppeltem Sinn so viel in Bewegung, wie in diesem“, teilt der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV) auf Anfrage mit. Das bedeutet auch, dass die verantwortlichen Manager sich in der Tiefe der entsprechenden Prozesse auskennen müssen. Weitere Fähigkeiten: Logistiker müssen analytisch und vernetzt denken können, kontakt- und entscheidungsfreudig sein und vor allem über interkulturelle Kompetenz verfügen. Das gilt besonders für Kandidaten, die bei großen Weltkonzernen wie etwa DHL und UPS arbeiten wollen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×