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09.12.2014

20:14 Uhr

Berufliches Schirrmacher-Erbe

Jürgen Kaube wird „FAZ“-Herausgeber

Nach dem überraschenden Tod des langjährigen „FAZ“-Herausgebers und Feuilletonchefs Frank Schirrmacher wird Jürgen Kaube dessen Nachfolge antreten. Das teilte die Zeitung am Dienstag mit.

Jürgen Kaube tritt bei der „FAZ“ die Nachfolge Frank Schirrmachers als Feuilletonchef und Mitherausgeber an. dpa

Jürgen Kaube tritt bei der „FAZ“ die Nachfolge Frank Schirrmachers als Feuilletonchef und Mitherausgeber an.

FrankfurtJürgen Kaube wird Nachfolger von Frank Schirrmacher als Mitherausgeber und Feuilletonchef der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Das teilte die „FAZ“ am Dienstag in Frankfurt mit. Der 52-Jährige war zuletzt unter anderem stellvertretender Leiter des Feuilletons.

Er wird den neuen Posten zum 1. Januar antreten. Schirrmacher, langjähriger Feuilleton-Chef, war am 12. Juni im Alter von 54 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben.

Der Medienmacher Frank Schirrmacher

Privates

Schirrmacher ist der Sohn eines Beamten geboren. Nach dem Abitur 1979 an der privaten Humboldt-Schule in Wiesbaden studierte Schirrmacher bis 1984 Germanistik, Anglistik, Literatur und Philosophie an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg und an der Universität Cambridge sowie in Montpellier und an der Yale University (New Haven).

Doktortitel

1987 promovierte er mit der Dissertation „Schrift als Tradition – die Dekonstruktion des literarischen Kanons bei Kafka und Harold Bloom“ an der Universität-Gesamthochschule Siegen zum Dr. phil..

Sein bekanntestes Buch

2004 veröffentlichte Schirrmacher „Das Methusalem-Komplott“. Darin warnte er vor der Vergreisung der Gesellschaft aufgrund niedriger Geburtenraten und ruft zu einem „Aufstand der Alten“ aufruft. Das Buch wurde in 14 Sprachen übersetzt und 400.000 Mal verkauft.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

1984 begann alles mit einer Hospitanz bei der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, ein Jahr später wurde er bereits Feuilleton-Redakteur. 1994 Nachfolger von Joachim Fest als einer der fünf Herausgeber, zuständig für das Feuilleton.

Stimmen

Die US-Zeitschrift Newsweek rühmte Schirrmacher als einen der führenden Intellektuellen. Nach der Figur des unkonventionellen, von Clint Eastwood dargestellten Inspektors Harry Callahan nannte ihn Jakob Augstein in der Wochenzeitung „Die Zeit“ vom 2. März 2006 den „Dirty Harry des Feuilletons“.

Der Medienmacher

Schirrmacher prägte das Feuilleton massiv. Im Jahre 2000 weitete er die Rubrik erheblich aus und warb namhafte Journalisten von anderen Zeitungen ab. Doch die allgemeinen Zeitungskrise machte auch Schirrmacher zu schaffen. Seitenumfänge wurden wieder reduziert. Auch die von Schirrmacher ins Leben gerufenen „Berliner Seiten“ wurden 2003 eingestellt.

Die „FAZ“ kündigte zudem an, dass der bisherige Mitherausgeber Günther Nonnenmacher Ende Dezember in den Ruhestand gehen werde. Wegen Schirrmachers Tod hatte er seinen Abschied verschoben.

Von

dpa

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