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12.12.2012

15:03 Uhr

Beschluss des Verwaltungsrats

Puma-Vorstandschef muss nach weniger als zwei Jahren gehen

Vorstandsumbau bei Puma: Der bisherige Chef Franz Koch gibt Ende März 2013 sein Amt auf. Auch aus der Geschäftsführung beim Mehrheitsaktionär PPR scheidet er aus – mitten im Konzernumbau.

Noch-Vorstandschef bei Puma: Franz Koch. Ende März 2013 hört er auf. Reuters

Noch-Vorstandschef bei Puma: Franz Koch. Ende März 2013 hört er auf.

HerzogenaurachAbpfiff für den Puma-Chef: Der strauchelnde Sportartikelhersteller will die zweite Halbzeit seines Konzernumbaus nicht mit Franz Koch als Kapitän bestreiten. Der Vorstandsvorsitzende scheide - nach nicht einmal zwei Jahren im Amt - Ende März 2013 aus, teilte der Konzern aus dem fränkischen Herzogenaurach am Mittwoch nach einer Verwaltungsratssitzung mit. Ein Nachfolger soll bis spätestens Frühjahr 2013 verpflichtet werden. Die Suche laufe intern wie extern, sagte ein Konzernsprecher. Der neue Chef soll den von Koch eingeleiteten größten Konzernumbau seit 20 Jahren zum Erfolg führen und dem Hersteller mit innovativen Produkten wieder Beine machen.

Beim Branchendritten nach Nike und Adidas läuft es seit etwa fünf Jahren nicht mehr rund. Der Umsatz steigt zwar, aber auf Kosten des Gewinns. Die Krise in Europa macht Puma stärker zu schaffen als den Rivalen, die Rückgänge durch Zuwächse in Asien und Amerika ausgleichen. Der fränkische Konzern dagegen schwächelt in Asien und wird seine Turnschuhe nur noch mit hohen Rabatten los. Im dritten Quartal brach der Überschuss um 85 Prozent ein. Vorstandschef Koch hatte deshalb angekündigt, die Kosten noch weiter zu senken, Hunderte unrentable Shops zu schließen und die Produktpalette massiv auszudünnen.

Der Topmanager, der bei seinem Amtsantritt im Sommer 2011 erst 32 Jahre alt war, galt wegen der Schwierigkeiten des Konzerns bereits als angezählt. Sein Vorgänger Jochen Zeitz brüskierte ihn im Herbst mit einem ungewöhnlichen öffentlichen Rüffel: In einem Interview sagte der damalige Verwaltungsratschef, er sei sich mit dem französischen Luxusgüterkonzern und Puma-Großaktionär PPR einig, dass Koch dringend handeln müsse, damit Puma wieder bessere Ergebnisse erziele.

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Branchenexperten gingen davon aus, dass der Vorstandschef unter der Aufsicht seines Vorgängers nicht frei genug agieren und alte Zöpfe abschneiden konnte, um die Trendwende zu schaffen. Außerdem hieß es, Koch brauche mehr Zeit, auch weil die unter seiner Ägide entwickelten Produkte zwei Jahre Vorlaufzeit hätten. Der Verwaltungsratschef wolle mit der Kritik an seinem Nachfolger eine Brandmauer aufziehen und sein Lebenswerk retten.

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