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14.03.2012

15:27 Uhr

Bestechung

Bewährungsstrafe für MAN-Manager

Der ehemalige Vertriebsvorstand der Nutzfahrzeugsparte Peter E. hat gestanden, den Lastwagenverkauf mit Bestechungsgeldern angekurbelt zu haben. Dafür lies sich die Staatsanwaltschaft auf einen juristischen Deal ein.

Der ehemalige Vertriebschef von MAN hat sich der Bestechung schuldig gemacht. ap

Der ehemalige Vertriebschef von MAN hat sich der Bestechung schuldig gemacht.

MünchenDer wegen Bestechung angeklagte Ex-Vertriebsvorstand der MAN-Nutzfahrzeugsparte Peter E. muss nicht ins Gefängnis. Das Landgericht München I verurteilte den früheren Manager am Mittwoch zu einem Jahr und vier Monaten auf Bewährung. Zudem muss er 40.000 Euro an gemeinnützige Organisationen zahlen. Dem Urteil war ein Deal vorausgegangen. Im Gegenzug für ein Geständnis hatte das Gericht E. eine Bewährungsstrafe in der verhängten Höhe zugesagt. Auch Verteidigung und Staatsanwaltschaft hatten dieses Strafmaß gefordert.

„Die Bewährung haben Sie sich verdient“, sagte der Vorsitzende Richter Joachim Eckert nach der Urteilsverkündung zum Angeklagten. Unter anderem hielt er E. dessen Geständnis und Einsicht, Fehler gemacht zu haben zugute. Zudem habe der Angeklagte ein tadelloses Vorleben und eine „selten gute Sozialprognose“, sagte der Richter. Er habe einen sehr positiven Eindruck vom Angeklagten erhalten. Auf der anderen Seite hätte E. aber seiner Vorbildfunktion als Manager entsprechen müssen und etwas gegen das Bestechungssystem, in das er hineingekommen sei unternehmen. Letztlich sei er zu verurteilen.

E. hatte in einer von seinem Verteidiger verlesenen Erklärung gestanden, jahrelang Bestechungsgelder genehmigt zu haben. Dabei ging es der Anklage zufolge um rund 357.000 Euro, mit denen der Lastwagenverkauf von MAN angekurbelt wurde. E. bedauere sein Fehlverhalten und stelle sich seiner strafrechtlichen Verantwortung, sagte sein Verteidiger. Gleichzeitig betonte er, dass sein Mandant mit der Genehmigung der Zahlungen keine Bestechung vornehmen habe wollen, diese aber billigend in Kauf genommen habe. Er habe es aber auf jeden Fall unterlassen, sie zu verhindern, räumte er ein.

Mit den häufig als Provisionen getarnten Zahlungen hat der MAN-Konzern jahrelang seinen Absatz angekurbelt. Die Vorgänge waren 2009 aufgeflogen. Zwei andere ehemalige MAN-Manager wurden bereits zu Bewährungsstrafen verurteilt. Der Konzern musste mehr als 200 Millionen Euro an Strafe und Kosten zur Aufklärung bezahlen. Das Geld will MAN aber von seinen Ex-Managern zurück. Auch E. hat deswegen bereits Post bekommen, wie er am Mittwoch sagte.

Von

dapd

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