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18.08.2016

19:18 Uhr

Betrug mit Röntgenkontrastmitteln

Zwei Angeklagte in Haft, einer auf der Flucht

Mit falschen Abrechnungen für Röntgenkontrastmittel hat die Radiologie-Gesellschaft Hanserad Krankenkassen um Millionen betrogen. Doch der Hauptangeklagte fehlt im Prozess, die beiden Mitangeklagten müssen in Haft.

Der Ex-Chef der Hanserad wird, nachdem er dem Prozess fernblieb, per internationalem Haftbefehl gesucht. Imago

Röntgenbild

Der Ex-Chef der Hanserad wird, nachdem er dem Prozess fernblieb, per internationalem Haftbefehl gesucht.

HamburgIm Hamburger Prozess um einen Millionenbetrug bei der Abrechnung von Röntgenkontrastmitteln hat das Landgericht Haftstrafen verhängt. Ein ehemaliger Geschäftsführer (59) der mittlerweile insolventen Radiologie-Gesellschaft Hanserad wurde zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Ein mitangeklagter Apotheker (67) soll für fünf Jahre ins Gefängnis. Ein dritter Beschuldigter, der Hauptangeklagte Radiologe (59), hat sich ins Ausland abgesetzt und wird mit internationalem Haftbefehl gesucht. Dessen Verfahren wurde darum abgetrennt.

Die beiden Männer hatten nach Überzeugung des Gerichts zusammen mit dem flüchtigen Ex-Chef von Hanserad die Krankenkassen nachweislich um acht Millionen Euro geschädigt. Die Gesellschaft des Radiologen hatte in großen Mengen Röntgenkontrastmittel beim Arzneimittelgroßhandel des Apothekers gekauft und die Mittel in Einzeldosen abgerechnet. Der Großteil des Rabattgewinns floss über Tarnfirmen an Hanserad. Die Staatsanwaltschaft hatte Haftstrafen von sieben und acht Jahren gefordert.

Kontrastmittel werden Patienten üblicherweise vor radiologischen Untersuchungen verabreicht, um Blutgefäße, Gallenwege, Magen oder Darm besser sichtbar zu machen.

Die Strafkammer ging von gewerbsmäßigen Betrug in 26 Fällen aus. Zudem hätten die Angeklagten in weiteren zehn Fällen Beihilfe geleistet. Von dem Vorwurf des bandenmäßigen Betrugs wurden sie am Donnerstag freigesprochen. Nach Auffassung der Richter hatten sie den Tatplan zwar nicht entworfen, jedoch wussten sie von der Unrechtmäßigkeit und mussten somit spürbar bestraft werden.

Von

dpa

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