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13.10.2016

08:30 Uhr

Bewerbungen

Vorsicht, Niedlichkeitsfalle!

VonClaudia Obmann

Oft sehen Frauen auf Bewerbungsfotos lieber naiv als kompetent aus. Damit untermauern sogar Spitzenmanagerinnen die Ungleichbehandlung im Job, statt sich dagegen zu wehren. So umgehen Sie die Niedlichkeitsfalle.

Nett und unterwürfig: Mit diesem Eindruck schwächen Kandidatinnen ihre Verhandlungsposition.

Bewerbungsfoto

Nett und unterwürfig: Mit diesem Eindruck schwächen Kandidatinnen ihre Verhandlungsposition.

DüsseldorfBlick von unten nach oben, offene Haare, große Augen und ein breites Lächeln. Mit einem Bewerbungsfoto nach diesem Schema, denkt ein Großteil der Frauen auf Stellensuche, sichern sie sich die Aufmerksamkeit des Personalchefs. Das stimmt, aber von Vorteil ist es dennoch nicht.

Denn, Bewerberinnen, die durch unbedarftes Posieren Klischees über das eigene Geschlecht untermauern, sabotieren gleichzeitig ihre persönlichen beruflichen Ziele: Wer sich mit seinem Porträt schon beim Öffnen der Unterlagen unterwürfig und bescheiden gibt, setzt beim Personaler oder Chef diesen Eindruck fest. Beim Vorstellungsgespräch führt das von vornherein zu einer schwächeren Verhandlungsposition im Vergleich zu einer Kandidatin, die sich selbstbewusst präsentiert.

Tipps für Bewerbung und Einstieg

Keine zweite Chance für einen ersten Eindruck

Wer beim ersten Gespräch unangenehm auffällt, für den gibt es keine zweite Chance. Wir beurteilen Menschen in den ersten drei bis fünf Sekunden- dieser Eindruck bleibt haften. Personalreferenten wissen: Wer schon beim Vorstellungsgespräch ein Gespür dafür hat, was angemessen ist, der wird auch im Job Situationen richtig einschätzen.

Wer ruft wen an?

Das Bewerbungsgespräch ist gut überstanden. Jetzt beginnt die nächste Zitterpartie: Habe ich das Rennen gemacht? Soll ich nachfragen oder abwarten? Wer nicht tagelang das Telefon fixieren möchte, sollte dies schon beim Gespräch klären. Sagen Sie, dass Sie interessiert sind und fragen Sie, wie es weiter geht.

Bewerbungs-Outfit

Wenn Sie nicht gerade in einer Kinderkrippe oder für eine Rockband vorstellen, gilt für die meisten Branchen: Männer tragen Anzug und Frauen ein Kostüm. Bis Sie ein Gefühl dafür haben, wie Ihre Kollegen erscheinen, sollten Sie das beibehalten.

Die ersten Wochen

Nachwuchskräfte aufgepasst! Unsicherheit mit Coolness zu überspielen klappt nicht. Fragen Sie erfahrene Kollegen, lernen Sie die Gepflogenheiten des Unternehmens kennen. Üben Sie sich in Bescheidenheit- das erste große Projekt kommt bestimmt, und dann können Sie Ihrem Übermut freie Fahrt gewähren.

Auch wenn Sie privat andere berühren oder Gespräche aus nächster Nähe führen- kommen Sie Kollegen und Geschäftspartnern nicht zu nahe! Die Distanzzone liegt bei einigen bis zwei Metern.

Wer ist der Neue?

Neue Kollegen bedeuten Stress für alle, denn Ihre Mitarbeiter sorgen sich vielleicht, dass ihre Routine durcheinandergewirbelt wird oder dass ihr Job in Gefahr ist. Sympathiepunkte sammelt man jetzt durch Interesse und Respekt. Tipp: Schmeicheln Sie den neuen Kollegen, und machen Sie Bemerkungen über vergangene Projekte, die Ihnen gefallen haben.

Das gekonnte Selbstmarketing

Der erste Tag ist fast überstanden, dann soll man sich in großer Runde vor allen Kollegen vorstellen. Bereiten Sie sich gut vor. Wichtig ist, Berufserfahrung und Ausbildung sachlich und Knapp auf den Punkt zu bringen. Lenken Sie die Aufmerksamkeit dabei auf Ihre größten Erfolge. Verkaufen Sie nicht mehr, als Sie liefern können.

In der Ruhe liegt die Kraft

Nur wer in Stress- Situationen Höflichkeit und Respekt wahrt, beweist, dass er umgänglich ist. Auch wenn es schwerfällt, sollten Sie Verärgerung nicht offen zeigen. Eine wutverzerrte Miene wirkt nicht souverän. Hören Sie sich die Argumente Ihres Gegenübers ruhig an. Beschreiben Sie, was Ihnen Probleme macht, ohne Kollegen zu beschuldigen.

Richtiger Umgang mit Mails

Gerade wenn man seinen Ansprechpartner nicht kennt, verfällt man oft in gestelztes Briefdeutsch. Besser ist es, so zu formulieren, wie man es mündlich tun würde. Allerdings sollte ein guter Ton gewahrt bleiben: Verzichten Sie unbedingt auf saloppe Smileys und auf Abkürzungen („MFG“ statt „Mit freundlichen Grüßen“). So viel Zeit sollte sein.

Grundkurs Netikette

Nur weil es eine E-Mail ist, sollten Sie nicht automatisch "Hallo Frau Meyer" oder "Lieber Herr Müller" schreiben. Das "Sehr geehrte Frau Schulze" ist durchaus nicht altmodisch. E-Mails erreichen ihre Adressaten schnell- das heißt aber nicht, dass diese ebenso schnell antworten müssen. Geben Sie ihnen zwei bis drei Tage Zeit, oder vermerken Sie in der E-Mail, dass es eilt. Entgegen allen Gerüchten: Großbuchstaben sind noch nicht aus der Mode. Rechtschreibung und Grammatik sind auch bei E-Mails essenziell.

Ordnung muss sein! Vergessen sie nie eine aussagekräftige Betreffzeile, denn die hilft dem Empfänger, seine E-Mail-Flut zu ordnen. Anlagen sollten Sie in gängigen Dateitypen verschicken und darauf achten, dass Sie mit großen Datenmengen nicht das Postfach des Adressaten verstopfen.

Entspannungsphase

Im Meetingraum, beim Geschäftsessen oder bei offiziellen Anlässen dürfen Sie Ihr Jackett oder ihre Kostümjacke erst ablegen, wenn die Gastgeber Sie dazu auffordern oder es vormachen. Stoßen sie zu einer Gruppe, die sich bereits "entspannt", fragen Sie erst. Werden Ihnen Getränke angeboten, sollten Sie annehmen. So geben Sie Ihrem Gegenüber die Möglichkeit, ein guter Gastgeber zu sein. Mit exotischen Wünschen (Bananensaft, Brennnessel-Tee) bringen Sie Ihren Gastgeber allerdings in Verlegenheit.

Quelle: www.trust-wi.de

Dass Frauen von klein auf daran gewöhnt sind, sich als „süßes Mädchen“ zu inszenieren, nennt der Fotograf Alexander Vejnovic die „Niedlichkeitsfalle“. In seinem Düsseldorfer Studio bietet er spezielle Shootings für Frauen an, die Kompetenz und Selbstbewusstsein mit ihrem Bewerbungsfoto ausstrahlen wollen.

Beratung rund um Pose, Styling und Mimik ist das A&O für ein Porträt der starken Art. Denn, so sagt Vejnovic: „Den meisten Frauen ist nicht bewusst, wie sie im Foto das bescheidene, unbeholfene Mädchen mimen. Selbst Frauen in hohen Positionen gehen immer wieder den von Kindesbeinen eingeübten Verhaltensmustern auf den Leim und lächeln für Firmenaufnahmen mit nach unten geneigtem Kopf in die Kamera.“

Rechtsanwältin Cordula Schumacher: Blick und Styling strahlen Selbstbewusstsein und Kompetenz aus.

Starkes Bewerbungsfoto

Rechtsanwältin Cordula Schumacher: Blick und Styling strahlen Selbstbewusstsein und Kompetenz aus.

Was sollten Bewerberinnen also beachten, wenn es um ihr Foto geht? Vejnovic misst einem selbstbewussten Blick in die Kamera besondere Bedeutung bei - auf Augenhöhe mit dem Betrachter, aber auf keinen Fall von unten oder mit geneigtem Kopf über einem nach vorne geneigtem Rumpf. Diese Haltung strahle gleichermaßen Unterwürfigkeit und Unsicherheit aus. Selbstsicher wirkt dagegen, wer ganz gerade und aufrecht steht und in die Kamera blickt. So wie man beispielsweise sein Gegenüber ansieht, mit dem man sich gerade geschäftlich unterhält. Das Lächeln sollte nicht breit sein, eine Andeutung reicht für einen gewinnenden Eindruck vollkommen aus.

Und das Styling, wenn nicht Schönheit, sondern Qualifikation vermittelt werden soll? „Dezent“ ist hier die Maßgabe, erklärt Alexander Vejnovic: „Mit Make-up soll die Frau gepflegt aussehen, aber nicht geschminkt. Kräftige Farben auf Augen oder Lippen betonen viel zu sehr die Weiblichkeit, also ist rosa Lipgloss zum Beispiel ein Tabu.“

Auch die Kleidung sollte nicht vom Ausdruck der Bewerberin ablenken, daher lieber ein schlichtes, helles Top unter einem Blazer als die bunte oder gerüschte Bluse. Wie wissenschaftliche Arbeiten gezeigt haben, ist weibliche Attraktivität beim Kampf um den Job sogar eher hinderlich, Männlichkeit hingegen Trumpf. Lange Haare empfiehlt der Profi daher zusammenzubinden oder über den Rücken fallen zu lassen. Schmuck wie Perlenketten oder auffällige Ohrringe weglassen, denn sie lenken ebenfalls wie tiefe oder geknöpfte Blusenausschnitte zu sehr vom Gesicht der Bewerberin ab.

Kommentare (1)

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Herr Franz Paul

13.10.2016, 10:26 Uhr

Das Bild von Cordula Schumacher strahlt Arroganz und Kälte aus. Würde ich nicht einstellen. Ausser als "knallharte Saniererin", die für die künftigen Massenentlassungen zuständig sein soll. Oder als Chefeinkäuferin von VW, die Lieferanten bis zur Pleite auspressen soll.

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