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15.06.2015

11:36 Uhr

Bewerbungsgespräch

Wann ist es Zeit für die Gehaltsfrage?

VonKerstin Dämon
Quelle:WirtschaftsWoche Online

Vor kurzem haben mehrere US-Unternehmen die Gehaltsverhandlungen abgeschafft. In Deutschland hingegen wollen Personaler und Chefs, dass Bewerber die Frage aller Frage stellen. Wann ist dafür der richtige Zeitpunkt?

Einer Studie des Personaldienstleisters Robert Half zufolge dürfen deutsche Kandidaten in Bewerbungsprozessen dagegen selbstbewusst auftreten und die eigenen Gehaltsvorstellungen von sich aus ansprechen.

Bewerbungsgespräch

Einer Studie des Personaldienstleisters Robert Half zufolge dürfen deutsche Kandidaten in Bewerbungsprozessen dagegen selbstbewusst auftreten und die eigenen Gehaltsvorstellungen von sich aus ansprechen.

Auf die Bewerbung folgte die Einladung zum Vorstellungsgespräch und damit zwangsläufig die Frage, wie viel Geld ein Bewerber verlangen kann und soll. Soll man gleich beim ersten Gespräch mit den Gehaltsvorstellungen herausrücken oder warten, bis der Personaler fragt? Sollte man eine fixe Summe nennen oder doch lieber eine Gehaltsspanne - und wo liegt die untere Grenze? Wenn es um den Klassiker des Vorstellungsgesprächs geht, wird es vielen Jobsuchenden erst einmal ganz anders.

In den USA haben kürzlich mehrere Unternehmen beschlossen, diese Last von ihren Bewerbern zu nehmen und den Gehaltspoker zu verbieten. Statt der Verhandlung gilt bei Reddit, Jet.com, Magoosh und Elevations Credit Union künftig das Prinzip: „Friss oder stirb“ - wer mehr Geld will, muss eben zur Konkurrenz gehen. So kann auch niemand aufgrund seines schlechten Verhandlungsgeschicks benachteiligt werden. „Menschen, die dasselbe leisten, sollten auch gleich bezahlt werden“, sagte Reddit-Chefin Ellen Pao.

Die größten Arbeitgeber-Bewertungsplattformen

Kununu

Mit mehr als 700.000 Bewertungen ist Kununu die größte Arbeitgeber-Bewertungsplattform im deutschsprachigen Raum. Das Portal hat seinen Sitz in Wien und ist eine Tochter der Networking-Plattform Xing. Kununu wurde im Juni 2007 gegründet.

Jobvoting

Im Jahr 2006 ging Jobvoting als erstes deutschsprachiges Meinungsportal für Jobbewertungen an den Start. Seitdem wurden auf der Plattform Bewertungen zu mehr als 100.000 Unternehmen abgegeben.

Glassdoor

27 Millionen Mitglieder hat die US-amerikanische Arbeitgeber-Bewertungsplattform Glassdoor. 2007 gegründet, startete das Portal Mitte Januar 2015 auch eine deutsche Seite. Dort finden sich Bewertungen zu rund 6.500 deutschen Unternehmen von Siemens über Deutsche Bank bis Adidas.

MeinChef

Auch die deutsche Plattform MeinChef, die 2010 gegründet wurde, zählt zu den größeren Arbeitgeber-Bewertungsplattformen im deutschsprachigen Raum. Bewertungen von mehr als 10.000 Arbeitgebern befinden sich in der Datenbank.

BizzWatch

Auf dem 2009 gegründeten Bewertungsportal BizzWatch finden sich Erfahrungsberichte über mehr als 2.500 Arbeitgeber. Die am häufigsten bewerteten Unternehmen haben auf der deutschen Plattform bis zu 15 Einträge.

Jobvote

Ein weiteres deutsches Bewertungsportal ist Jobvote. Seit der Gründung im Jahr 2007 wurden dort Erfahrungsberichte über mehr als 800 Arbeitgeber veröffentlicht.

Companize

Die Plattform Companize ging im März 2010 an den Start. Neben Bewertungen über Arbeitgeber kann man dort auch Gehälter vergleichen.

Einer Studie des Personaldienstleisters Robert Half zufolge dürfen deutsche Kandidaten in Bewerbungsprozessen dagegen selbstbewusst auftreten und die eigenen Gehaltsvorstellungen von sich aus ansprechen. Als idealen Zeitpunkt für die Frage zur Vergütung nennt die Mehrheit der befragten Personalverantwortlichen (47 Prozent) die zweite oder darauffolgende Bewerbungsrunden.

Lediglich vier Prozent der befragten Personaler sind der Ansicht, Gehaltsdiskussionen sollten stets vom Unternehmen initiiert werden.

Hinzu kommt, dass sich Verhandlungen hierzulande auszahlen: „Die Erfahrung zeigt, dass Bewerber bei einem Arbeitgeberwechsel bis zu zehn Prozent mehr Gehalt fordern können“, weiß Sven Hennige, Senior Managing Director bei Robert Half.

Entsprechend sind die Aussicht auf bessere Karriereperspektiven oder höhere Gehälter die wichtigsten Gründe für einen Jobwechsel.

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