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10.12.2013

11:49 Uhr

Bilanzzahlen

Finanzdienstleister MLP verspricht Besserung

Im kommenden Jahr soll es für den Versicherungsmakler MLP wieder bergauf gehen. Das verspricht der Unternehmensvorstand. 2013 hatte der Dienstleister Erwartungen enttäuschen müssen.

Die Unternehmenszentrale des Finanzdienstleisters Marschollek, Lautenschläger und Partner (MLP) in Wiesloch im Mai 2007. dpa

Die Unternehmenszentrale des Finanzdienstleisters Marschollek, Lautenschläger und Partner (MLP) in Wiesloch im Mai 2007.

WieslochNach einem Rückschlag in diesem Jahr rechnet der Finanz- und Versicherungsmakler MLP 2014 mit einer Erholung. Der operative Gewinn (Ebit) werde im kommenden Jahr auf 65 Millionen Euro steigen, sagte Vorstandschef Uwe Schroeder-Wildberg bei einem Pressegespräch am Montagabend in Wiesloch bei Heidelberg. Sein Ziel von 65 bis 78 Millionen Euro Gewinn für das laufende Jahr hatte der SDax-Konzern wegen sinkender Nachfrage nach Altersvorsorge und Krankenversicherungen im November gekippt.

MLP hat seit Jahren mit verhaltenem Interesse an Altersvorsorge-Policen zu kämpfen, da viele Kunden längerfristige Finanzanlagen wegen der niedrigen Zinsen und aus Sorge vor neuen Finanzmarktturbulenzen scheuen. Stattdessen stecken die Sparer ihr Geld in Immobilien, dieses Geschäft macht bei MLP aber nur einige Prozent vom Erlös aus.

Die größten Beratungsunternehmen in Deutschland

Berater in Deutschland

Unternehmensberatungen sind gefragt wie nie. In Deutschland hat sich der Branchenumsatz seit 2010 jährlich um zwei Milliarden Euro auf zuletzt 22,3 Milliarden Euro erhöht. Der Wunsch der Kunden lautet häufig Betriebsoptimierung, manchmal aber auch Schadensbegrenzung. Die Liste zeigt die acht größten in Deutschland aktiven Beraterfirmen.

Quelle: Bundesverband Deutscher Unternehmensberater

Platz 8

Deloitte mit hiesigem Sitz in Düsseldorf setzte 2012 in Deutschland 275 Millionen Euro um. Die Mitarbeiterzahl beläuft sich auf 1405.

Platz 7

Die US-amerikanische Strategieberatung Oliver Wyman füllte die eigenen Kassen 2012 mit einem Umsatz von 280 Millionen Euro. In Deutschland beschäftigt das Unternehmen 730 Mitarbeiter. Die Kunden der Firma kommen aus den verschiedensten Branchen etwa Verkehr, Energie und Industrie. Insgesamt lassen sich in Deutschland am meisten Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes von Beratern unter die Arme greifen. Finanzdienstleister und Firmen, die aus öffentlicher Hand finanziert werden, sind ebenfalls häufig Kunden.

Platz 6

Die irische Beratungsfirma Accenture setzte im vergangenen Jahr 296 Millionen Euro um (825 Beschäftigte). Generell ist die Umsatzentwicklung innerhalb der Branche bis auf eine minimale Ausnahme in 2009 stetig gestiegen. Erwirtschafteten Managementberater 2003 noch 12,2 Milliarden Euro, stieg der Umsatz im vergangenen Jahr in Deutschland um zehn Milliarden auf 22,3 Milliarden Euro.

Platz 5

Der US-Riese Price-Waterhouse-Coopers erwirtschaftete 2012 in Deutschland 315 Millionen Euro – mit 1470 Beschäftigten. Die Kundenliste der Beratungsgruppe ist alles andere als schlecht besetzt: Bayer, Lufthansa und Lanxess sind einige Namen.

Platz 4

KPMG machte in Deutschland 403 Millionen Euro Umsatz. Der Wirtschaftsprüfer und Unternehmensberater ist weltweit aufgestellt. Großkunden sind keine geringeren als Adidas und BMW. In Deutschland betreuen 2150 Mitarbeiter die Belange der Firmen.

Platz 3

Die deutsche Unternehmensberatung Roland Berger machte 2012 445 Millionen Euro Umsatz. Die Firma benannt nach ihrem Gründer und Unternehmer Roland Berger beschäftigt 1250 Mitarbeiter.

Platz 2

The Boston Consulting Group – mit rund 1880 Beschäftigten – berät Unternehmen seit 1963. Im vergangenen Jahr setzte der Konzern 490 Millionen Euro um.

Platz 1

McKinsey machte mehr als 600 Millionen Euro Umsatz in Deutschland im vergangenen Jahr. Die Berater sind nicht nur in der Unternehmensberatung aktiv, sondern entwickeln auch Strategien für Parteien. So ließ sich die CDU 2003 bei einem Parteiprogramm von McKinsey unterstützen. Das Unternehmen mit deutschem Sitz in Düsseldorf beschäftigt 2300 Mitarbeiter.

Schroeder-Wildberg setzt im kommenden Jahr auf die von der neuen schwarz-roten Bundesregierung geplante Stärkung der betrieblichen Altersvorsorge. Nachdem die von der SPD geforderte Bürgerversicherung vom Tisch ist, mit der private und gesetzliche Krankenversicherung verschmolzen worden wären, hofft MLP auf wieder wachsende Nachfrage nach privaten Policen. Auch zusätzliche private Pflegeversicherungen seien langfristig gefragt. „Wir werden uns aber auf nichts verlassen können, was von außen kommt”, sagte Schroeder-Wildberg. Deshalb müssten die Kosten weiter unter Kontrolle gehalten werden. Das Beraternetz, das in diesem Jahr knapp unter 2000 Vermittler sinke, solle sukzessive wieder ausgebaut werden.

Von

rtr

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