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Das sind die schönsten Kaffeehäuser Europas

VonCarina Kontio

Über Jahre ist der Fotograf Adonis Malamos, selbst Besitzer eines Cafés, durch 20 Länder gereist, um die schönsten Cafés in Europa aufzuspüren. Ein kleiner Blick auf unsere Kaffeehauskultur und ausgewählte Fotografien.

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Hippe Menschen sitzen mit ihren Laptops im Café: Alltag in Deutschland. Die Örtlichkeiten: häufig ein durchgestyltes Industrieambiente ohne große Gemütlichkeit oder Wärme. Mit dem Charme historischer Kaffeehäuser hat das jedoch kaum noch etwas zu tun. Wie man Kaffee auch genießen kann, zeigt der Bildband des Fotografen Adonis Malamos, der kürzlich im Verlag Edition Panorama erschienen ist. Ein kleines Plädoyer für eine computer- und smartphonefreie Zone. dpa

Mit dem Laptop im Café

Hippe Menschen sitzen mit ihren Laptops im Café: Alltag in Deutschland. Die Örtlichkeiten: häufig ein durchgestyltes Industrieambiente ohne große Gemütlichkeit oder Wärme. Mit dem Charme historischer Kaffeehäuser hat das jedoch kaum noch etwas zu tun. Wie man Kaffee auch genießen kann, zeigt der Bildband des Fotografen Adonis Malamos, der kürzlich im Verlag Edition Panorama erschienen ist. Ein kleines Plädoyer für eine computer- und smartphonefreie Zone.

Bild: dpa

Die Geschichte der Kaffeehäuser, das erklärt das Buch von Adonis Malamos sehr schön, ist weit mehr als nur die Entwicklung eines besonderen gastronomischen Zweigs - es ist die Geschichte eines Ortes, der seit dem 18. Jahrhundert immer wieder im Zentrum politisch-gesellschaftlicher Entwicklungen stand, ein Ort der Muße und der Intellektuellen, der Künstler und Schriftsteller, der Müßiggänger und Flaneure. ap

Immer die gleiche Optik: Starbucks-Kaffeehäuser

Die Geschichte der Kaffeehäuser, das erklärt das Buch von Adonis Malamos sehr schön, ist weit mehr als nur die Entwicklung eines besonderen gastronomischen Zweigs - es ist die Geschichte eines Ortes, der seit dem 18. Jahrhundert immer wieder im Zentrum politisch-gesellschaftlicher Entwicklungen stand, ein Ort der Muße und der Intellektuellen, der Künstler und Schriftsteller, der Müßiggänger und Flaneure.

Bild: ap

Malamos, selbst Besitzer eines Cafes, hat für dieses Buch eine einzigartige Sammlung der schönsten Kaffeehäuser Europas fotografiert - viele von ihnen sind geschichtsträchtige Orte. Das Florian in Venedig, das Procope in Paris oder das Gerbraud in Budapest: vielleicht kommen Sie ja in Ihrem nächsten Sommerurlaub an einem davon vorbei - reinschauen lohnt sich definitiv. dpa

Geschichte und Tradition

Malamos, selbst Besitzer eines Cafes, hat für dieses Buch eine einzigartige Sammlung der schönsten Kaffeehäuser Europas fotografiert - viele von ihnen sind geschichtsträchtige Orte. Das Florian in Venedig, das Procope in Paris oder das Gerbraud in Budapest: vielleicht kommen Sie ja in Ihrem nächsten Sommerurlaub an einem davon vorbei - reinschauen lohnt sich definitiv.

Bild: dpa

Was bei allen Kaffeehäusern (Malamos hat für das Buch 300 Stück fotografiert) auffällt: Man sieht dort niemanden mit einem Smart-Phone oder dem Laptop sitzen. Wenn Medien genutzt werden, dann sind es oft Zeitungen oder richtige Bücher. Hier kommt her, wer wirklich genießen will. Den Kaffee. Und die Atmosphäre. Wir zeigen Ihnen eine Auswahl an schönen Orten aus dem Bildband. Adonis Malamos & Edition Panorama

Das Buch

Was bei allen Kaffeehäusern (Malamos hat für das Buch 300 Stück fotografiert) auffällt: Man sieht dort niemanden mit einem Smart-Phone oder dem Laptop sitzen. Wenn Medien genutzt werden, dann sind es oft Zeitungen oder richtige Bücher. Hier kommt her, wer wirklich genießen will. Den Kaffee. Und die Atmosphäre. Wir zeigen Ihnen eine Auswahl an schönen Orten aus dem Bildband.

Bild: Adonis Malamos & Edition Panorama

Benannt wurde das Café mit Kakaostube nach dem Schokoladenhersteller E. Wedel, der es im Jahr 1851 gegründet hat. Spezialität des Hauses soll laut Malamos die heiße Schokolade sein, deren Konsistenz angeblich so fest ist, dass der Löffel darin stehen bleibt. Adonis Malamos & Edition Panorama

Café E. Wedel, Warschau

Benannt wurde das Café mit Kakaostube nach dem Schokoladenhersteller E. Wedel, der es im Jahr 1851 gegründet hat. Spezialität des Hauses soll laut Malamos die heiße Schokolade sein, deren Konsistenz angeblich so fest ist, dass der Löffel darin stehen bleibt.

Bild: Adonis Malamos & Edition Panorama

Das Café gehört zur bekannten Tettuccio-Therme, einem der ältesten Thermalgebäude Italiens. Wie die meisten Kaffeehäuser stellt auch das Tettuccio ein Gegengewicht zum Zeitgeist dar und verweigert sich auch heute noch einer hektischen "Coffee to go"-Kultur. Oder, um es mit dem Schriftsteller und Kritiker Hans Weigel zu sagen: "Kaffee ist im Cafe nicht Zweck, sondern Mittel." Adonis Malamos & Edition Panorama

Caffé Tettuccio, Montecatini

Das Café gehört zur bekannten Tettuccio-Therme, einem der ältesten Thermalgebäude Italiens. Wie die meisten Kaffeehäuser stellt auch das Tettuccio ein Gegengewicht zum Zeitgeist dar und verweigert sich auch heute noch einer hektischen "Coffee to go"-Kultur. Oder, um es mit dem Schriftsteller und Kritiker Hans Weigel zu sagen: "Kaffee ist im Cafe nicht Zweck, sondern Mittel."

Bild: Adonis Malamos & Edition Panorama

Das Caffé Platti eröffnete im Jahr 1875 ursprünglich als Laden für Liköre, die im Haus hergestellt wurden. Später verbrachten hier Vertreter der Turiner Oberschicht und des Adels ihre Tage. Heute gibt es im Platti neben dem Café auch eine Konditorei und ein Restaurant. Adonis Malamos & Edition Panorama

Caffé Ristorante Platti, Turin

Das Caffé Platti eröffnete im Jahr 1875 ursprünglich als Laden für Liköre, die im Haus hergestellt wurden. Später verbrachten hier Vertreter der Turiner Oberschicht und des Adels ihre Tage. Heute gibt es im Platti neben dem Café auch eine Konditorei und ein Restaurant.

Bild: Adonis Malamos & Edition Panorama

Das Caffé Greco ist nicht nur unter Kennern eine Institution von Weltrang. Es ist eines der letzten großen Künstlercafés in Rom und befindet sich ganz in der Nähe der Spanischen Treppe in der Via Condotti. Unter den zahlreichen bekannten Stammgästen waren Goethe, Wagner, Mendelssohn, Stendhal, Liszt oder Casanova. Das italienische Kulturministerium erklärte das Café zum "Monument von historischem und nationalem Interesse." Es ist außerdem mit weit über 300 Werken eine der größten privaten Galerien Italiens. Adonis Malamos & Edition Panorama

Antico Caffé Greco, Rom

Das Caffé Greco ist nicht nur unter Kennern eine Institution von Weltrang. Es ist eines der letzten großen Künstlercafés in Rom und befindet sich ganz in der Nähe der Spanischen Treppe in der Via Condotti. Unter den zahlreichen bekannten Stammgästen waren Goethe, Wagner, Mendelssohn, Stendhal, Liszt oder Casanova. Das italienische Kulturministerium erklärte das Café zum "Monument von historischem und nationalem Interesse." Es ist außerdem mit weit über 300 Werken eine der größten privaten Galerien Italiens.

Bild: Adonis Malamos & Edition Panorama

Das Caffé Florian ist eine echte Sehenswürdigkeit in Venedig. Es eröffnete im Jahr 1720 in den Arkaden am Markusplatz und zählt unter anderem Casanova, Lord Byron, Rosseau oder Goethe zu seinen Gästen. Während des Aufstands von 1848 wurden hier Verwundete untergebracht. Ende des 19. Jahrhunderts entwarfen Riccardo Selvatico und seine Mitstreiter im Florian die Idee eines nationalen Kunstfestivals – der Grundstein für die weltberühmte „Biennale di Venezia“. Adonis Malamos & Edition Panorama

Caffé Florian, Venedig

Das Caffé Florian ist eine echte Sehenswürdigkeit in Venedig. Es eröffnete im Jahr 1720 in den Arkaden am Markusplatz und zählt unter anderem Casanova, Lord Byron, Rosseau oder Goethe zu seinen Gästen. Während des Aufstands von 1848 wurden hier Verwundete untergebracht. Ende des 19. Jahrhunderts entwarfen Riccardo Selvatico und seine Mitstreiter im Florian die Idee eines nationalen Kunstfestivals – der Grundstein für die weltberühmte „Biennale di Venezia“.

Bild: Adonis Malamos & Edition Panorama

Das Café Hawelka im Zentrum der Stadt Wien zählt zu den legendären Künstlercafés Österreichs. Es wurde im Jahr 1939 von Leopold und Josefine Hawelka eröffnet, die zuvor das Café Alt Wien betrieben hatten. In den 50er Jahren entwickelte es sich zu einem beliebten Treffpunkt für Schriftsteller, Kritiker und Künstler. Eine Besonderheit der Räumlichkeiten ist eine unveränderte Innenausstattung, damals entworfen von einem Schüler des Jugendstil-Architekten Adolf Loos. Eine Wand des Cafés ist zudem für Ankündigungen aktueller Ausstellungen, Lesungen und Konzerte reserviert, andere Wände zeigen Hawelkas Sammlung von Bildern seiner Gäste. Adonis Malamos & Edition Panorama

Café Hawelka, Wien

Das Café Hawelka im Zentrum der Stadt Wien zählt zu den legendären Künstlercafés Österreichs. Es wurde im Jahr 1939 von Leopold und Josefine Hawelka eröffnet, die zuvor das Café Alt Wien betrieben hatten. In den 50er Jahren entwickelte es sich zu einem beliebten Treffpunkt für Schriftsteller, Kritiker und Künstler. Eine Besonderheit der Räumlichkeiten ist eine unveränderte Innenausstattung, damals entworfen von einem Schüler des Jugendstil-Architekten Adolf Loos. Eine Wand des Cafés ist zudem für Ankündigungen aktueller Ausstellungen, Lesungen und Konzerte reserviert, andere Wände zeigen Hawelkas Sammlung von Bildern seiner Gäste.

Bild: Adonis Malamos & Edition Panorama

Das seit dem Jahr 1860 bestehende Gran Caffé Gambrinus in Neapel ist eine lokale Institution. Das aufwendige Interieur wurde mit zahlreichen Malereien und Fresken ausgestattet. Einst Hoflieferant des Königshauses der Bourbonen, stand das Gambrinus im 20. Jahrhundert in der europäischen Tradition der sogenannten Literaturcafés. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts fanden dort regelmäßig Sitzungen und Symposien von Literaten, Politikern oder Journalisten statt, später zählten unter anderem Oscar Wilde, Ernest Hemingway oder Jean Paul Sartre zu den Gästen. Adonis Malamos & Edition Panorama

Gran Caffé Gambrinus, Neapel

Das seit dem Jahr 1860 bestehende Gran Caffé Gambrinus in Neapel ist eine lokale Institution. Das aufwendige Interieur wurde mit zahlreichen Malereien und Fresken ausgestattet. Einst Hoflieferant des Königshauses der Bourbonen, stand das Gambrinus im 20. Jahrhundert in der europäischen Tradition der sogenannten Literaturcafés. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts fanden dort regelmäßig Sitzungen und Symposien von Literaten, Politikern oder Journalisten statt, später zählten unter anderem Oscar Wilde, Ernest Hemingway oder Jean Paul Sartre zu den Gästen.

Bild: Adonis Malamos & Edition Panorama

Das Café a Brasileira gehört zu den ältesten und bekanntesten Häusern in ganz Portugal. Im Jahre 1905 wurde es von Andiano Telles eröffnet. Jeder Kunde, der mindestens ein Kilogramm seines Kaffees erwarb, bekam eine Tasse gratis dazu. Eine Skulptur von Lagoa Henriques in der Fußgängerzone vor dem Café, die den Poeten und Schriftsteller Fernando Pessoa darstellt, erinnert an den berühmten Stammgast. In früheren Zeiten wurde Malern gestattet, ihre Werke hier auszustellen. Adonis Malamos & Edition Panorama

Café a Brasileira, Lissabon

Das Café a Brasileira gehört zu den ältesten und bekanntesten Häusern in ganz Portugal. Im Jahre 1905 wurde es von Andiano Telles eröffnet. Jeder Kunde, der mindestens ein Kilogramm seines Kaffees erwarb, bekam eine Tasse gratis dazu. Eine Skulptur von Lagoa Henriques in der Fußgängerzone vor dem Café, die den Poeten und Schriftsteller Fernando Pessoa darstellt, erinnert an den berühmten Stammgast. In früheren Zeiten wurde Malern gestattet, ihre Werke hier auszustellen.

Bild: Adonis Malamos & Edition Panorama

Das Café Gerbeaud ist eines der größten und traditionsreichsten Kaffeehäuser in Europa und war während der österreichisch-ungarischen Monarchie Hoflieferant. Die Einrichtung im Stil der Gründerzeit mit Stuck im Rokoko-Stil, großen Kronleuchtern und dem Mobiliar aus Edelhölzern ist bis heute gut erhalten geblieben. Das Café wurde 1858 von Henrik Kugler gegründet. Eine Besonderheit war, dass Kunden erstmals die Waren gut verpackt mit nach Hause nehmen konnten. 1884 machte Henrik Kugler Emil Gerbeaud, der einer Konditorfamilie entstammte, zu einem Geschäftspartner. Gerbeaud erweiterte das Angebot und das Geschäft expandierte zu einem international bekannten Unternehmen. Nachdem zwischenzeitlich der Name wechselte, kaufte 1995 schließlich der deutsche Geschäftsmann Erwin Franz Müller das Café und renovierte es von Grund auf. Adonis Malamos & Edition Panorama

Café Gerbaud, Budapest

Das Café Gerbeaud ist eines der größten und traditionsreichsten Kaffeehäuser in Europa und war während der österreichisch-ungarischen Monarchie Hoflieferant. Die Einrichtung im Stil der Gründerzeit mit Stuck im Rokoko-Stil, großen Kronleuchtern und dem Mobiliar aus Edelhölzern ist bis heute gut erhalten geblieben. Das Café wurde 1858 von Henrik Kugler gegründet. Eine Besonderheit war, dass Kunden erstmals die Waren gut verpackt mit nach Hause nehmen konnten. 1884 machte Henrik Kugler Emil Gerbeaud, der einer Konditorfamilie entstammte, zu einem Geschäftspartner. Gerbeaud erweiterte das Angebot und das Geschäft expandierte zu einem international bekannten Unternehmen. Nachdem zwischenzeitlich der Name wechselte, kaufte 1995 schließlich der deutsche Geschäftsmann Erwin Franz Müller das Café und renovierte es von Grund auf.

Bild: Adonis Malamos & Edition Panorama

Das Café mit der beeindruckenden Decke mit Fresken von Karoly Lotz befindet sich in einem Haus der 1980er Jahre im Zentrum von Budapest. Von 1911 bis 1999 befand sich hier das sogenannte "Pariser Warenhaus". 2009 wurde das Gebäude nach einer umfassenden Restaurierung wieder eröffnet. Adonis Malamos & Edition Panorama

Book Café, Budapest

Das Café mit der beeindruckenden Decke mit Fresken von Karoly Lotz befindet sich in einem Haus der 1980er Jahre im Zentrum von Budapest. Von 1911 bis 1999 befand sich hier das sogenannte "Pariser Warenhaus". 2009 wurde das Gebäude nach einer umfassenden Restaurierung wieder eröffnet.

Bild: Adonis Malamos & Edition Panorama

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