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10.08.2016

14:57 Uhr

Bilfinger

Blades tritt beim Umbau auf die Bremse

Bei Bilfinger hat der Verkauf der Bau- und Gebäudedienste für ein schwaches Quartal gesorgt. Der neue Chef Tom Blades will sich nun vom Konzept seines Vorgängers Per Utnegaard teilweise verabschieden.

Die verbleibenden Geschäftsfelder des Konzerns schrumpfen weiter. dpa

Bilfinger-Zentrale in Mannheim

Die verbleibenden Geschäftsfelder des Konzerns schrumpfen weiter.

MannheimDer neue Bilfinger-Chef Tom Blades plant eine teilweise Abkehr vom Konzept seines Vorgängers. Bis zum Ende des Jahres werde er die Strategie neu justieren, erklärte der erst im Juli angetretene Vorstandschef am Mittwoch. Sein nach knapp einem Jahr schon wieder ausgeschiedener Vorgänger Per Utnegaard hatte unter maßgeblichem Einfluss des Großaktionärs Cevian angekündigt, das kriselnde Kraftwerksgeschäft zu verkaufen und einen Rückzug auf den Kernmarkt Europa zu planen. Beides dreht Blades nun zurück.

An einem Teil der Kraftwerkssparte will der 59-jährige Ingenieur festhalten, nachdem der Verkauf im Paket am Preis scheiterte. Und es sei höchst wahrscheinlich, dass Bilfinger auch „links und rechts von Europa“ noch tätig sein werde – also in den USA und Nahost. Als Nahost-Kenner sieht Blades großes Geschäftspotenzial etwa im Iran. Hier sicherte Bilfinger sich im Juli einen Auftrag für die Leitsysteme der größten Raffinerie des Landes.

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Vorerst aber leidet Bilfinger weiter unter dem Ölpreisrückgang. Vier von zehn Kunden in der Hauptsparte Industrieservices verdienen mit Öl ihr Geld und knausern jetzt mit Aufträgen. „Der Markt allgemein hat eine Abwärtsrichtung, es hat sich noch keine Talsohle gebildet“, sagte Blades. Der Auftragseingang schrumpfte im ersten Halbjahr um elf Prozent auf zwei Milliarden Euro.

Blades setzt auf steigende Ölpreise. Er wisse aus Erfahrung, dass der Ölpreis nach sieben bis acht Jahren wieder drehen werde. Der neue Bilfinger-Chef arbeitet seit fast vier Jahrzehnten im Öl- und Gasgeschäft – zuletzt im Vorstand des Industriegasekonzerns Linde. Vor seinen Stationen bei Siemens und Halliburton war der in Hamburg geborene Engländer am längsten bei Schlumberger weltweit im Einsatz, dem größten Öltechnikdienstleister.

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