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03.05.2016

12:43 Uhr

Bilfinger-Chef Blades

Ein Weltenbummler für Mannheim

VonAxel Höpner, Martin Tofern

Linde-Vorstand Thomas Blades wird neuer Chef beim krisengeschüttelten Bilfinger-Konzern. Der Brite kennt sich gut im Öl- und Gasgeschäft aus. Nun muss er in Mannheim radikale Veränderungen durchsetzen.

Der Brite übernimmt das Ruder bei Bilfinger. picture alliance / Sven Simon

Thomas Blades

Der Brite übernimmt das Ruder bei Bilfinger.

München/DüsseldorfAlso doch: Der Mannheimer Dienstleistungskonzern Bilfinger hat rasch einen Nachfolger für den Hals über Kopf ausgeschiedenen Vorstandschef Per Utnegaard gefunden. Der bisherige Linde-Vorstand Thomas Blades wird den Posten übernehmen. Der 59-jährige Brite ist bei Linde seit 2012 für das Amerikageschäft und darüber hinaus für Medizin- und Edelgase (wie Neon oder Xenon) zuständig.

Blades ist Experte für Öl und Erdgas und arbeitete zuvor bei Siemens, Halliburton und Schlumberger. Seine Erfahrungen kann Blades bei Bilfinger gut gebrauchen. Denn die Probleme der Ölkonzerne wegen des niedrigen Ölpreises sowie der Energiekonzerne wegen der Energiewende machen Bilfinger erheblich zu schaffen.

Zentrales Thema ist für Blades das Risikomanagement. „Risiken einzuschätzen ist immer wichtig im Geschäft“, sagte er dem Handelsblatt. Auch er selbst geht mit dem Wechsel ins Risiko. Schließlich haben sich die Vorgänger bei Bilfinger nicht lange im Amt gehalten. Ob der Job bei Bilfinger die schwierigste Aufgabe in der deutschen Industrie ist? „Es ist wahrscheinlich in den Top Ten“, sagt eine Person aus Blades' Umfeld.

Das sind Europas größte Baukonzerne

Platz 9

NCC AB – 8,42 Milliarden Euro Umsatz

Das schwedische Unternehmen mit seinen knapp 18.000 Mitarbeitern wurde erst 1988 gegründet. Heute besteht es aus vier großen Geschäftsbereichen, unter anderem „NCC Housing“ und „NCC Roads“.

Platz 8

Ferrovial (Spanien) – 9,7 Milliarden Euro Umsatz

Das Unternehmen aus Madrid baut und betreibt auch Autobahnen und Flughäfen. Der Konzern errichtete unter anderem das Guggenheim-Museum in Bilbao.

Platz 7

Balfour Beatty (Großbritannien) - 11,63 Milliarden Euro Umsatz

Bereits seit 1909 sind die traditionsreichen Briten im Baugeschäft tätig und gehören zu den Platzhirschen in Europa. Die Londoner beschäftigen europaweit rund 30.000 Mitarbeiter.

Platz 6

Strabag (Österreich) – 13,12 Milliarden Euro Umsatz

Aus Wien in die Welt: Die Österreicher haben vor allem in Osteuropa expandiert. Seit 2014 konnte der Konzern den zuvor stark abgerutschten Umsatz stabilisieren und zuletzt wieder leicht steigern.

Platz 5

Eiffage (Frankreich) – 14,06 Milliarden Euro Umsatz

Neben einigen TGV-Trassen gehört auch die Erweiterung des EU-Parlaments zu den großen Projekten des Konzerns. In Deutschland sind rund 3.000 Eiffage-Mitarbeiter beschäftigt.

Platz 4

Skanska (Schweden) - 16,36 Milliarden Euro Umsatz

Kaum eine Straße, ein Kraftwerk oder Bürogebäude in Schweden ist ohne Beteiligung des skandinavischen Bauriesen entstanden. Auch international sind die Schweden aus Solna mittlerweile breit aufgestellt.

Platz 3

Bouygues (Frankreich) - 32,43 Milliarden Euro Umsatz

Neben Immobilien und dem Straßenbau ist der Pariser Konzern Großaktionär des französischen Fernsehsenders TF1. 2015 musste das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr leichte Umsatzeinbußen hinnehmen.

Platz 2

ACS (Spanien) - 34,93 Milliarden Euro Umsatz

Die Spanier haben in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Allein in den vergangenen drei Jahren stieg der Umsatz um rund zehn Milliarden Euro und ACS klettert das Treppchen weiter hoch. Zum Konzern gehört auch das deutsche Unternehmen Hochtief.

Platz 1

Vinci (Frankreich) – 38,52 Milliarden Euro Umsatz

Der größte Baukonzern Europas ist auch der größte Baukonzern der Welt und in der Kleinstadt Rueil-Malmaison nahe Paris beheimatet. Dem Konzern gehört unter anderem die Hälfte aller französischen Autobahnen. 2015 verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzminus von knapp 0,5 Prozent.

Quelle: Deloitte

Bei Linde sind manche Vorstandskollegen erstaunt, dass er nun weiter aufsteigt. Der freundliche Brite, der exzellent deutsch spricht, ist nicht nur bei seinen Büronachbarn beliebt. Doch große Spuren hat er in der Konzernzentrale nicht hinterlassen – was vielleicht auch daran liegt, dass er so oft in den USA war.

Linde-Vorstandschef Wolfgang Büchele schätzt seinen scheidenden Kollegen. „Er hat einige Dinge toll gemacht.“ Als jüngstes Beispiel nennt er die Verlängerung des Vertrags für die weltgrößte Gas-Trennanlage in Mexiko Anfang des Jahres.  

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

03.05.2016, 13:14 Uhr

Der Job als CEO bei Bilfinger ist ja ein größerer Schleudersitz als ein Trainerposten in der BL. Hoffen wir mal, dass Blades Vertrag dem gerecht wird und mit einer entsprechenden Vergütung (= Schmerzensgeld) ausgestattet ist.

Account gelöscht!

03.05.2016, 13:48 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette  

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