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21.07.2015

11:44 Uhr

Bill de Blasio

New Yorks Bürgermeister will Uber ausbremsen

Ein neues Gesetz in New York soll das Wachstum von Uber auf ein Prozent begrenzen. Bürgermeister Bill de Blasio will den Fahrdienst-Anbieter so in seine Schranken weisen. Uber wirft de Blasio vor, Jobs zu vernichten.

20.000 Fahrzeuge sind laut Uber schon für den Fahrdienst-Anbieter in New York unterwegs. Taxis gibt es knapp 13.600 am Big Apple. Reuters

Uber in New York

20.000 Fahrzeuge sind laut Uber schon für den Fahrdienst-Anbieter in New York unterwegs. Taxis gibt es knapp 13.600 am Big Apple.

New YorkDer Bürgermeister von New York, Bill de Blasio, will den umstrittenen Fahrdienst-Anbieter Uber „so schnell wie möglich“ ausbremsen. Er halte die geplante Gesetzgebung des Stadtrats, Uber ein Jahr lang nur ein Wachstum von einem Prozent zu erlauben, für „angemessen“, sagte de Blasio am Montag vor Journalisten. „Ich finde, das sollte so schnell wie möglich verabschiedet werden.“ Der Stadtrat will die Auswirkungen des Fahrdienstes auf Verkehr und Umwelt untersuchen lassen.

Uber wirbt damit, dass in New York schon rund 20.000 Autos für das Unternehmen unterwegs sind – mehr als die 13.587 Taxis in der Stadt. Uber vermittelt über Smartphone-Apps und im Internet Fahrten von Privatleuten und deren Autos.

Kampf um die Fahrgäste

Taxigewerbe unter Druck

Für das Taxigewerbe war die Konkurrenz lange überschaubar – die Firmen konkurrierten nur untereinander. Doch derzeit geraten viele Unternehmen unter Druck. Neue Konkurrenz aus dem Internet reißt immer mehr Lücken in das klassische Geschäftsmodell. Ein Überblick.

MyTaxi schaltet Zentrale aus

Mit Apps wie MyTaxi können sich Passagiere ein Taxi finden, ohne dass ein Anruf in der Zentrale nötig wäre. Den Fahrern geht also kein Geschäft verloren, aber den Vermittlern. Die Taxizentralen versuchen mit einer eigenen App, sich die Konkurrenz vom Leib zu halten.

Uber buhlt direkt um die Gäste

Dienste wie Uber konkurrieren direkt mit den Taxiunternehmen um die Gäste. Das Start-up, das mit Google einen potenten Investor hat, betreibt selbst keine Wagen, sondern agiert als Vermittler, der eigenständigen Fahrern eine technische Plattform bietet. Damit wälzt es die Verantwortung ab: Für die Einhaltung der Bestimmungen sind die Fahrer zuständig. Viele Städte halten dieses Modell für unzulässig.

RideWith verbindet Fahrer und Mitfahrer

RideWith ist eine App des Google-Dienstes Waze und startet in Israel: Die Applikation soll Fahrer auf dem Weg zur Arbeit und zurück mit Mitfahrern verbinden. Waze erstellt Routen-Anweisungen auf Grundlage von Informationen der Nutzer über den Verkehrsfluss.

Carsharing als Alternative

Wer nach einem Kneipenabend nach Hause fahren will, kann natürlich nicht selbst fahren. In anderen Fällen sind Carsharing-Dienste aber durchaus eine Alternative. In den Großstädten wird das Netz an Fahrzeugen immer dichter, so dass Nutzer es nicht weit haben. Gerade an Bahnhöfen ist das Angebot groß.

Uber fährt wegen der geplanten Gesetzgebung des New Yorker Stadtrats eine aggressive Kampagne gegen de Blasio: Er wolle 10.000 Jobs vernichten und die von Taxis vernachlässigten Stadtteile jenseits von Manhattan eine wichtige Dienstleistung vorenthalten. Der Bürgermeister sei von den Taxiverbänden gekauft.

Auch die drei großen New Yorker Zeitungen – „New York Times“, „New York Post“ und „Daily News“ – haben das Gesetz gegen Uber heftig kritisiert.

Den Vorschlag von Uber, eine Online-Debatte zu führen, lehnte De Blasio ab. „Ich debattiere nicht mit Privatfirmen“, sagte er. Uber sei ein „Multimilliarden-Unternehmen, und es benimmt sich wie eins“. Uber stelle den Profit über alles.

Von

afp

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