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28.10.2015

13:27 Uhr

Bill Gates wird 60

Vom Nerd zum Wohltäter der Superlative

Unter den Gründern in der Computer-Industrie war Bill Gates nie der coolste Typ. Dafür prägte er die IT-Branche stärker als die meisten anderen. Nun hat der reichster Mann der Welt eine neue Mission.

Der Microsoft-Gründer wird 60 Jahre alt. Sein Privatvermögen wird auf derzeit 79,2 Milliarden Dollar geschätzt. dpa

Bill Gates

Der Microsoft-Gründer wird 60 Jahre alt. Sein Privatvermögen wird auf derzeit 79,2 Milliarden Dollar geschätzt.

RedmondEr gilt als Mann der leisen Töne, der öffentliche Auftritte eher scheut. Auch heute hält sich Bill Gates gern im Hintergrund auf, sollte er einmal gemeinsam mit seiner Frau Melinda im Rampenlicht stehen. Das amerikanische Magazin „Forbes“ listet William „Bill“ Henry Gates III. aktuell als reichsten Mann der Welt. Zu verdanken hat Gates das vor allem dem Erfolg von Microsoft. Am kommenden Mittwoch wird der Software-Architekt und Philanthrop 60 Jahre alt.

Mit der Firmengründung ebnete Gates in den 70er Jahren maßgeblich den Weg in das Computer-Zeitalter. Zusammen mit seinem Freund Paul Allen entdeckte Gates das Potenzial der Software. Gates begründete nicht nur den Aufstieg von Microsoft, sondern erfand letztlich die Software-Branche.

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Anders als der charismatisch auftretende Apple-Gründer Steve Jobs galt Gates stets eher als zurückhaltender Computer-Nerd. Doch seine große Vision hat er zumindest in den entwickelten Staaten realisiert: Ein PC steht heute in nahezu jedem Haushalt – vor 40 Jahren war diese Vision noch ein sehr ehrgeiziges Ziel.

Bei der mobilen Revolution mussten Gates und seine Mitstreiter jedoch dem Erzrivalen Apple und dem iPhone hinterher laufen, obwohl Gates schon vor Steve Jobs mobile Taschencomputer und Smartphones mit Windows im Programm hatte.

Die Geschichte von Microsoft Windows

1975

Am 4. April gründen die Kindheitsfreunde Bill Gates und Paul Allen das Unternehmen.

1980

Microsoft bekommt von IBM den Auftrag, ein Betriebssystem für den geplanten Personal Computer zu liefern. Microsoft bietet ein zugekauftes Programm unter dem Namen MS-DOS an. Microsoft kann MS-DOS auch anderen Herstellern verkaufen, so legt es der Deal fest.

1985

Microsoft veröffentlicht das erste - quasi noch unbrauchbare - Windows, eine grafische Erweiterung für MS-DOS.

1987

Microsoft stellt Windows 2 vor. Apple wirft Microsoft Ideenklau vor und klagt vor Gericht. In dem komplizierten Rechtsstreit kann sich Microsoft fünf Jahre später endgültig durchsetzen.

1990

Windows 3.0 erhält eine komplett neue Oberfläche. Die Nachfolgeversion 3.11 (1994) gilt als die erste wirklich brauchbare Windows-Variante.

1993

Mit Windows NT stellt Microsoft ein 32-Bit-System für Workstations und Server vor.

1995

Windows 95 wird mit einem zuvor unüblichen Marketing-Aufwand auf den Markt gebracht.

1998

Windows 98 kommt als Weiterentwicklung von Windows 95 auf den Markt.

2000

Windows Me ist das letzte Betriebssystem, das auf MS-DOS aufsetzt. Diese Windows-Variante galt als besonders fehleranfällig.

2001

Im Oktober bringt Microsoft Windows XP heraus, sein langlebigstes Betriebssystem. XP setzt auf der Architektur der Windows-NT-Familie auf.

2007

Windows Vista verkauft sich zwar gut, ist aber bei Nutzern unter anderem wegen umständlicher Bedienung unbeliebt.

2009

Windows 7 soll die Schwächen von Vista ausbessern.

2012

Windows 8 verfügt über zwei unterschiedliche Benutzeroberflächen: eine Kacheloptik für Tablet Computer und ein herkömmlicher Windows-Desktop für PCs. Anwender vermissen den beliebten Start-Button. Ein Jahr später wird das System auf die Version 8.1 aktualisiert.

2015

Mit Windows 10 bietet Microsoft eine einheitliche technische Plattform für PCs, Tablet-Computer und Smartphones an. Das Start-Menü kehrt auf den PC zurück.

Das Leben von Bill Gates dreht sich inzwischen nicht mehr um vorrangig PCs, Smartphones und Software: Seit sieben Jahren widmet er seine Arbeit fast ausschließlich wohltätigen Zwecken. Gates zählt zu den Menschen mit der größten Spendenbereitschaft der Welt. 1,3 Milliarden Dollar gab Gates laut „Forbes“ gemeinsam mit seiner Frau Melinda im Jahr 2014 für gemeinnützige Zwecke ab und wird damit auf dem zweiten Platz gelistet.

Überboten wird er nur noch von dem US-Großinvestor Warren Buffett, der auf eine Spendenbereitschaft in Höhe von 2,8 Milliarden Dollar kam. Aktuell wird Gates' Vermögen auf 79,2 Milliarden Dollar geschätzt.

Sowohl Bill Gates als auch seine Frau Melinda French Gates seien in Familien aufgewachsen, in denen die Werte der Freiwilligenarbeit und des persönlichen Engagements vermittelt wurden, heißt es auf den Websites der Stiftung. „Wenn das Leben gut zu einem ist, sollte man dieses Geschenk so gut und weise nutzen, wie man nur kann“, heißt es dort.

Zu den ersten Stiftungsprojekten der beiden gehörte in den 90er Jahren die Ausstattung von öffentlichen Bibliotheken in den USA mit Internet-Zugängen über die Gates Library Foundation. Gates habe über seine Firma Microsoft gelernt, wie wichtig ein PC-Zugang für die Bildung sei, heißt es. Schon bald darauf sollte sich das Engagement des Paares auf andere Bereiche weltweit erweitern, etwa der Bekämpfung von Krankheiten wie Malaria, Aids oder Kinderlähmung sowie der Kampf gegen den Klimawandel.

Viele Krankheiten gelten in den entwickelten Industrienationen als nahezu besiegt. In Afrika, Asien und andernorts ist das Leben vieler Millionen Kinder dagegen in Gefahr, nur weil oft es an ganz einfachen medizinischen Behandlungen etwa an Impfungen fehlt. Das zu ändern, schrieben sich Bill und Melinda fortan auf die Fahnen. 2010 stellten sie für die folgende Dekade 10 Milliarden Dollar allein für die Erforschung und Verteilung von Impfstoffen für die ärmsten Länder zur Verfügung.

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