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15.01.2004

16:27 Uhr

Bill Katz verlässt Agentur nach 23 Jahren

Abgang des New-York-Chefs heizt Spekulationen um BBDO-Krise an

VonThomas Knüwer

Große Veränderungen kündigen sich bei der US-Tochter der Werbeagentur BBDO Worldwide an: Bill Katz, 49, Präsident und CEO des New Yorker Ablegers, schmeißt nach 23 Jahren im Unternehmen die Brocken hin.

DÜSSELDORF. „Ich möchte etwas anderes machen“, sagte er dem „Wall Street Journal“, eine Venture-Capital-Firma zu starten könne er sich ebenso vorstellen wie eine eigene Marketing-Beratung. Kommissarisch übernimmt Nordamerika-CEO Andrew Robertson Katz’ Posten.

Der Wechsel findet reichlich Beachtung, ist New York doch das Vorzeigebüro von BBDO. In der Branche wird schon länger über eine Krise gemunkelt. Vergangenes Jahr verließen mehrere angesehene Kreative die Agentur für besser dotierte Posten anderswo.

Gleichzeitig verlor BBDO in den USA mehrere Großetats, darunter den 220 Millionen Dollar schweren der Imbisskette Kentucky Fried Chicken. Weitere Wechsel sind nicht auszuschließen: „Bill Katz ist ein Schlüssel zu unserem Etat. Sein Abgang ist definitiv ein Thema“, sagt Len Short, Vize-Präsident bei AOL. BBDO hält Teile des 250 Millionen-Dollar-Etats des Online-Dienstes.

Die Schlagzeilen um eine Krise bei BBDO erinnern stark an die Situation in Deutschland vor einem Jahr. Hier lästerte die Szene auch über eine Kreativkrise beim Branchenprimus. Im Januar 2003 gelang CEO Rainer Zimmermann ein Befreiungsschlag: Als Nachfolger installierte er mit André Kemper und Hubertus von Lobenstein zwei renommierte Werber.

Seitdem ist es ruhiger um die Düsseldorfer Zentrale geworden, bis in dieser Woche Gerüchte aufkamen, man habe den langjährigen Jung-von-Matt-Kunden Sixt mit unlauteren Mitteln abwerben wollen.

Ob in New York eine ähnlich drastische Umstrukturierung ansteht. bleibt abzuwarten. Linde Fidelman, Chefin von Advice & Advisors, einer Unternehmensberatung für Werbeagenturen, zumindest beobachtet: „Die Dinge verändern sich dort drastisch.“

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